Schwache Finanzwerte belasten Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Montag im Sog von fallenden Notierungen an der Wall Street und des nachgebenden Dollars die Abwärtsbewegung vom Wochenschluss fortgesetzt.
26.09.2016 17:30
Am Montag am Ende der SMI-Tabelle: Die Aktien der UBS.
Am Montag am Ende der SMI-Tabelle: Die Aktien der UBS.
Bild: cash

Die Gewinnmitnahmen halten an, sagten Händler. Vor allem Finanzwerte standen europaweit unter Druck. Der Schweizer Leitindex verlor 1,3 Prozent auf 8165 Punkte.

Die Anleger seien verunsichert im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Wirtschaft, hiess es am Markt. Der überraschend starke Anstieg des deutschen Ifo-Geschäftsklimaindexes konnte die Skepsis nicht ausräumen. Auch der US-Präsidentschaftswahlkampf dämpfte den Risikoappetit der Anleger. Am Abend treten der umstrittene republikanische Kandidat Donald Trump und die Demokratin Hillary Clinton im ersten TV-Duell gegeneinander an. "Ein gutes Abschneiden Trumps bei der TV-Debatte könnte zu Schwankungen an den Börsen führen, vor allem wenn Anleger glauben, dass er tatsächlich gewinnen kann", sagte Chefanalyst Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Die Marktteilnehmer griffen daher stärker zu den als sicher geltenden Anlagen wie etwa erstklassigen Anleihen oder Immobilienwerten.

Finanzwerte unter Druck

Sämtliche Standardwerte gaben nach. Die stärksten Abschläge verzeichneten die Finanzwerte. Die Aktien der Grossbank UBS sackten um 2,8 Prozent ab und die Anteile der Credit Suisse verloren 2,5 Prozent. Der Vermögensverwalter Julius Bär wurde um 1,9 Prozent tiefer bewertet. Die Geldhäuser befanden sich in guter Gesellschaft mit den europäischen Konkurrenten, der Branchenindex sank um 2,3 Prozent. Die Anteile der Versicherungen Zurich und Swiss Life fielen je rund 1,8 Prozent.

Händler sagten, der neuerliche Kurssturz der Deutschen Bank belaste den Sektor. Spekulationen über eine Kapitalerhöhung drückten die Titel des deutschen Primus. Die Bank trat einem Bericht des Magazins "Focus" entgegen. Sie habe die deutsche Regierung nicht um Unterstützung gebeten und die Frage einer Kapitalerhöhung stelle sich derzeit nicht, sagte ein Sprecher der Bank. Zudem limitieren die tiefen Zinsen, die stark auf die Gewinnmargen drücken, die Gewinnaussichten der Banken, hiess es im Markt.

Die als krisenfest geltenden Index-Schwergewichte verloren im Rahmen des Marktes oder etwas weniger stark. Die Pharmatitel Novartis und Roche sanken 1,4 und 1,5 Prozent, Die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestle schwächten sich um 0,9 Prozent ab.

Die Titel von zyklischen Firmen wie ABB, Clariant, Geberit oder Adecco hielten sich knapp besser als der Markt. LafargeHolcim verloren aber mit 2,2 Prozent überdurchschnittlich.

Am breiten Markt fielen die Aktien der Schweizerischen Nationalbank um 2,3 Prozent. Sie hatten in der Vorwoche mit 1750 Franken ein Rekordhoch erreicht.

Die Zurückstufung auf "Neutral" von "Buy" durch UBS drückte die Aktien der Vakuumgeräte-Firma Inficon 5,9 Prozent ins Minus.

Aryzta holen auf

Die Aktien von Aryzta machten bei hohen Umsätzen anfänglich starke Einbussen zu einem Gutteil wieder wett. Sie waren in der vergangenen Woche massiv gestiegen, nachdem der Backwarenhersteller mitgeteilt hatte, Gary McGann solle neuer Verwaltungsratspräsident werden.

Dem allgemein negativen Trend trotzten die Aktien der Anlagenbauers Georg Fischer und Rieter. Fischer legten 0,4 Prozent zu. Credit Suisse hat das Kursziel auf 960 Franken angehoben und empfiehlt die Aktien zum Kauf.

Die Aktien von Tecan zogen 0,4 Prozent an. Die Bank Berenberg erhöhte das Kursziel auf 180 Franken und empfiehlt die Aktien des Laborausrüsters zum Kauf.

Gefragt waren auch Aktien von Immobilienfirmen wie PSP, SPS und Mobimo sowie von Immobilienfonds Immofonds, Sima oder Schroder Immo.

(Reuters)