Schwache Pharmawerte ziehen SMI ins Loch

Der Schweizer Aktienmarkt liegt am Donnerstagmittag im Einklang mit den anderen europäischen Börsenplätzen klar im Minus. Dabei belasten hierzulande vor allem sehr schwache Pharmawerte.
25.08.2016 12:55
Am Firmenhauptsitz von Roche in Basel: Die Pharmawerte belasten am Donnerstag den SMI.
Am Firmenhauptsitz von Roche in Basel: Die Pharmawerte belasten am Donnerstag den SMI.
Bild: cash

Aber auch neue Konjunkturdaten aus Deutschland haben die Anleger verunsichert: Im nördlichen Nachbarland hat sich die Stimmung der Unternehmen gemäss dem ifo-Geschäftsklimaindex überraschend eingetrübt.

Im Fokus der Anleger bleibt derweil das Notenbanktreffen in Jackson Hole und die am Freitag dort erwartete Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen. "Yellen könnte dabei durchaus Hinweise auf den Zeitpunkt der nächsten Zinsanhebung geben", meinte ein Marktbeobachter - einige Anleger würden deshalb nun vorsichtshalber aus dem Markt gehen. Am Nachmittag stehen allerdings zunächst weitere Konjunkturdaten aus den USA an, darunter der Auftragseingang langlebiger Güter sowie die wöchentlichen Arbeitslosendaten.

Gegen 12.10 Uhr liegt der Swiss Market Index (SMI) um 0,88% im Minus auf 8'127,70 Punkten, wobei das Tagestief bei 8'099 Punkten lag. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,72% auf 1'229,78 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,83% auf 8'842,49 Zähler. Von den 30 Blue Chips notieren 25 im Minus und fünf im Plus.

Pharma zieht den SMI runter

Belastet werden die Indizes durch starke Abgaben der schwergewichtigen Pharmawerte Novartis (-1,9%) und Roche (-1,5%) sowie von Actelion (-1,3%). Am Markt wird auf Aussagen der US-amerikanischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton verwiesen, die sich am Vorabend sehr kritisch über die Preispolitik eines Biotech-Unternehmens geäussert hatte. Clinton hatte bereits früher erklärt, gegen hohe Medikamentenpreise in den USA vorgehen zu wollen. Wenig Einfluss hat dagegen eine Novartis-Meldung über positive Studienergebnisse für das MS-Medikament Siponimod.

Schwäche zeigen auch die Titel des Zementkonzerns LafargeHolcim (-1,4) sowie die Aktien des Backwaren-Herstellers Aryzta (-1,3%). Am Markt kursierten seit Monaten Befürchtungen über zunehmende Restrukturierungskosten und neue Goodwill-Abschreibungen wie auch über ein enttäuschendes organisches Wachstum, meinte ein Händler. Zudem lasteten weiterhin Brexit-Sorgen auf den Titeln.

Schwach zeigen sich zudem einige Versicherungswerte wie Zurich (-1,3%), Swiss Life (-1,1%) oder Swiss Re (-0,6%). Die am Vortag heftig gebeutelten Swatch (-0,2%) verlieren derweil nur noch moderat, die Branchennachbarn von Richemont (+0,2%) gehören sogar zu den wenigen Tagesgewinnern unter den Bluechips.

Am breiten Markt haben zahlreiche Unternehmen am breiten Markt ihre Halbjahreszahlen vorgelegt. Sehr positiv aufgenommen werden vorbörslich die Ergebnisse der Swisscom-Konkurrentin Sunrise (+6,7%); diese hat die Erwartungen von Analysten bei Umsatz und EBITDA leicht übertroffen, beim Gewinn allerdings verfehlt. Der CEO zeigte sich dank dem Momentum bei den Kundenzahlen für das zweite Halbjahr zuversichtlich.

Weniger verdient hat das Immobilienunternehmen Swiss Prime Site (SPS) (+0,7%), was die Analysten allerdings so erwartet hatten. Dagegen kann die Immobiliengesellschaft Intershop (-0,4%) den Gewinn im Halbjahr leicht erhöhen. Positiv aufgenommen des seit April börsenkotierten Vakuumventil-Herstellers VAT (+1,0%).

Die Spezialkunststoffherstellers Gurit (-1,1%) geben klar nach, obwohl mit einer klaren Gewinnsteigerung im Halbjahr die Erwartungen der Analysten übertroffen hat. Die Papiere haben in diesem Jahr aber mehr als 30% zugelegt. Die Industriegruppe Von Roll (-2,8%) musste für das erste Semester dagegen einen weiteren Rückgang von Umsatz und Auftragseingang vermelden, hat immerhin den Verlust etwas reduzieren können.

Das Verlagshaus Tamedia (-2,1%) hat im ersten Semester unter rückläufigen Print-Werbeerlösen gelitten und musste rückläufige Umsatz- und Gewinnzahlen vermelden. Halbjahreszahlen haben zudem die LLB (unv.), Perrot Duval (-0,1%) und Pax Anlage (-1,1%) vorgelegt. Die Verbindungstechnikerin Huber+Suhner (+1,6%) hat ein Partnerschaftsabkommen mit der kanadischen Bombardier Transportation vermeldet.

(AWP)