Schweizer Aktienmarkt - Diese Firmen profitieren von Hoffnungen im Handelsstreit

Im Handelsstreit zwischen den USA und China zeichnet sich ein Durchbruch ab. Während der SMI am bisherigen Rekordhoch vorbeischrammt, reagieren einzelne Aktien teils mit kräftigen Kursavancen.
13.12.2019 10:21
Von Lorenz Burkhalter
Ams ist ein multinationaler Halbleiterhersteller mit Hauptsitz in Premstätten, Österreich.
Ams ist ein multinationaler Halbleiterhersteller mit Hauptsitz in Premstätten, Österreich.
Bild: iNg

Eigentlich wollte das US-Handelsministerium Sonntagnacht neue Strafzölle auf Importe aus China einführen. Doch nun zeichnet sich quasi in letzter Minute ein Durchbruch im Handelsstreit zwischen den beiden Wirtschaftssupermächten ab. Gut informierten Kreisen zufolge haben sich Unterhändler Washingtons und Pekings auf einen ersten Teilvertrag geeinigt. Das melden zumindest die beiden führenden Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg (cash berichtete).

Die Neuigkeiten bescherten der Börse in New York Donnerstagnacht neue Indexrekorde. Der Swiss Market Index (SMI) schrammt hingegen an der bisherigen Bestmarke vorbei. Diese geht auf Anfang Dezember zurück und liegt bei rund 10'550 Punkten. Das renommierte Börsenbarometer wird von den beiden Schwergewichten Novartis (-0,2 Prozent) und Nestlé (-0,4 Prozent) ausgebremst. Zur Stunde errechnet sich ein mageres Plus von 0,3 Prozent.

Auffällige Kursavancen bei U-blox und AMS

Die Strategen der britischen Barclays bezeichnen die sich abzeichnende Einigung zwischen den USA und China als sehr positiv für die europäischen Aktienmärkte. Sie rechnen damit, dass die Entspannung im Handelsstreit Umschichtungen aus amerikanischen in europäischen Aktien nach sich ziehen könnte.

Auf Titelebene zählen am frühen Freitagmorgen vor allem die Technologiewerte zu den Gewinnern der Nachrichtenlage im Handelsstreit. Das gilt insbesondere für die Aktien von U-blox (+1 Prozent), Logitech (+0,8 Prozent) und AMS (+2,1 Prozent). U-blox erzielt gut einen Drittel des Jahresumsatzes mitchinesischen Abnehmern.

Das Unternehmen litt deshalb besonders stark unter den Spannungen zwischen den USA und China. Bei AMS hilft zudem eine Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank. Sie nimmt die im Zuge der geglückten Osram-Übernahme zuletzt eher schwache Aktie in Schutz und veranschlagt ein Kursziel von 52 Franken.

Bankaktien mehrbessere Trittbrettfahrer

Gut liegen auch die Valoren der beiden Luxusgüterkonzerne Swatch Group und Richemont (beide +1,7 Prozent) im Markt. Allerdings warnen Händler, dass die Nachfrageschwäche in Hongkong mit den neusten Entwicklungen im Handelsstreit noch nicht überwunden sei. Hongkong gilt als Schlüsselmarkt für die Schweizer Uhrenhersteller und ist seit mehreren Wochen Ziel von Protesten. Das drückt auf die Kauflust dortiger Konsumenten. Das wahre Ausmass wird wohl erst die Schweizer Uhrenexportstatistik für November verraten. Sie steht kommenden Donnerstag zur Veröffentlichung an.

Ebenfalls in den Genuss einer kräftigen Kurserholung kommen die Aktien der drei Schweizer Grossbanken UBS (+1,3 Prozent), Credit Suisse (+1,4 Prozent) und Julius Bär (+2,2 Prozent). Beobachtern zufolge profitieren diese Papiere mehr vom freundlichen Börsenumfeld und weniger vom angeblichen Durchbruch im Handelsstreit, wobei der UBS eine grössere Präsenz in der Volksrepublik nachgesagt wird. Bei Julius Bär werden erneut Spekulationen laut, wonach sich die Zürcher Bank den Rivalen EFG International (+6,4 Prozent) einverleiben könnte.

Enttäuscht zeigen sich Beobachter von der eher verhaltenen Reaktion der ABB-Aktie (+1,5 Prozent). Ein möglicher Grund für die zögerliche Reaktion könnte die die zuvor starke Kursentwicklung sein. Im Zuge zweiter Kaufempfehlungen legte der schweizerisch-schwedische Industriekonzern in den letzten vier Tagen gut 4 Prozent an Börsenwert zu (cash berichtete). Auch für ABB zählt China zu den Schlüsselmärkten.

Wie aus dem hiesigen Berufshandel verlautet, wird sich zeigen müssen, ob diese Kursgewinne im weiteren Tagesverlauf gehalten oder sogar noch ausgebaut werden können. Hierfür seien aber konkrete Bestätigungen beider Parteien im Handelsstreit notwendig, so der Tenor.

 

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