Schweizer Anleger bleiben in Deckung

Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank in der kommenden Woche trauen sich die Anleger an der Schweizer Börse am Freitag nicht aus der Deckung.
11.09.2015 10:20
Es bewegt sich wenig am Freitagmorgen: Ein Passant studiert an der Zürcher Bahnhofstrasse die Aktienkurse.
Es bewegt sich wenig am Freitagmorgen: Ein Passant studiert an der Zürcher Bahnhofstrasse die Aktienkurse.
Bild: Bloomberg

Ein Schlussspurt der Wall Street, der die US-Börsen nach einem schwachen Start ins Plus hob, könne die Anleger nicht genügend ermutigen, sagt ein Händler. "Die Leute sind vor dem Zinsentscheid einfach zu nervös." Der SMI gibt bis 10.15 Uhr 0,2 Prozent auf 8761 Punkte nach. Am Donnerstag fiel der Leitindex um rund 1 Prozent.

Die Meinungen darüber, ob die Fed die Zinswende einleiten wird, gehen auseinander. "Aus konjunktureller Sicht müsste die Fed die Zinsen anheben", sagt ein Börsianer. Wegen der Turbulenzen in China kamen zuletzt aber Zweifel auf, ob die US-Notenbank bereits im September an der Zinsschraube drehen wird. Hinweise auf das Vorgehen der amerikanischen Währungshüter erhoffen sich die Marktteilnehmer am Nachmittag von den US-Produzentenpreisen und dem Index des Konsumentenvertrauens der Uni Michigan.

Bei den Standardwerten halten sich Verlierer und Gewinner in etwa die Waage. Im Mittelpunkt stehen Actelion. Die Aktien büssen 2,7 Prozent ein. Das Biotech-Unternehmen und die kalifornische Firma ZS Pharma haben Gespräche über eine mögliche Transaktion bestätigt. Zum Inhalt der Verhandlungen wollten sich die beiden Firmen nicht äussern. Actelion zufolge hat sich keines der beiden Unternehmen zu etwas verpflichtet, ZS Pharma geht es um eine "mögliche strategische Transaktion". Die Agentur Bloomberg berichtete, Actelion habe ZS Pharma im August ein Übernahmeangebot im Wert von 2,5 Milliarden Dollar unterbreitet .

Kursfeuerwerk bei der Temenos-Aktie

Den stärksten Kursgewinn verbuchen die Aktien von Temenos mit einem Plus von 12,7 Prozent. Die Bankensoftware-Firma hat die Nordea Bank als neuen Kunden gewonnen und wegen eines besseren Marktumfelds die Jahresprognose angehoben.

Die Anteile der Grossbanken Credit Suisse und UBS ziehen leicht an oder sind zumindest gehalten, die Aktien der Versicherungen Swiss Re und Zurich schwächen sich geringfügig ab.

Die Titel zyklischer Firmen zeigen bei kleinen Kursausschläge keinen Trend. Lafarge-Holcim steigen um 0,9 Prozent. Credit Suisse hat den Titel des Zementkonzerns auf seine Favoritenliste gesetzt.

Die Aktie von Richemont ist unverändert. Die Zürcher Kantonalbank hat die Empfehlung auf "Marktgewichten" von "Untergewichten" anhoben. Die Titel von Konkurrentin Swatch büssen 0,5 Prozent ein.

Schwächer stehen auch Clariant, Lonza und Givaudan.

Von den als krisenresistent geltenden Index-Schwergewichten tendieren Nestlé minim schwächer, Novartis und Roche verlieren 1,0 und 0,5 Prozent.

(Reuters)