Schweizer Anleger bleiben vor US-Präsidentenwahl vorsichtig

Die Schweizer Börse hat am Tag der US-Präsidentschaftswahl die am Morgen erzielten leichten Gewinne wieder abgegeben.
08.11.2016 17:45
Schwache Rauchzeichen von der Schweizer Börse am Tag der US-Präsidentenwahl
Schwache Rauchzeichen von der Schweizer Börse am Tag der US-Präsidentenwahl
Bild: cash

Im Sog der tiefer startenden Wall Street fielen die Notierungen am Dienstagnachmittag wieder zurück. Der Leitindex SMI hält sich zum Börsenschluss bei 7744 Punkten knapp über Vortagesniveau. Die Anleger scheuten das Risiko und hielten sich daher zurück, sagen Händler. Umfragen deuten auf ein knappes Rennen zwischen der Demokratin Hillary Clinton und ihrem Kontrahenten Donald Trump hin. Von Clintons erwarten die Börsianer Kontinuität, während Trump wegen seiner Unberechenbarkeit als Börsenschreck gilt.

"Es könnte noch knapp werden und nach dem unerwarteten Ausgang der Brexit-Abstimmung bleiben die Leute vorsichtig", sagt ein Händler. "Der heutige Tag fühlt sich so an wie die letzte Minute eines langen Hollywood-Films - die einzige Frage, die sich stellt ist, ob es eine Komödie, eine Tragödie oder ein Horrorfilm ist", beschreibt Julius-Bär-Devisenmarktexperte Jürg Mettler die Stimmung.

Neben der alles beherrschenden US-Präsidentschaftswahl sorgten lediglich einige Quartalsberichte für Gesprächsstoff. Die Aktien von Meyer Burger brechen 13,5 Prozent auf ein Rekordtief ein. Der Zulieferer für die Solarindustrie plant eine Kapitalerhöhung um rund 160 Millionen Franken. Zudem sollen ein Kredit verlängert und die Bedingungen der Wandelanleihe mit einem Volumen von 100 Millionen Franken angepasst werden. In den ersten neun Monaten verdoppelte die Firma den Umsatz nahezu und erzielte einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 14 Millionen Franken. Unter dem Strich stand allerdings ein Verlust von 40 Millionen Franken. "Operativ scheint die Firma wieder in Fahrt zu kommen", sagt ein Händler.

Auch Burckhardt nach Gewinnwarnung auf Talfahrt

Eine Gewinnwarnung schickte die Aktien von Burckhardt auf Talfahrt. Der Kurs sackt 9,8 Prozent ab. Der Kompressoren-Hersteller erwartet im Geschäftsjahr 2016/17 einen um rund 100 Millionen Franken tieferen Umsatz und keine Verbesserung der Betriebsgewinnmarge.

Bei den Bluechips stehen elf Gewinnern neun Verlierer gegenüber. Die Aktien von Adecco geben 0,2 Prozent nach. Der Personalvermittler hat im dritten Quartal dank eines überdurchschnittlichen Wachstums in Italien und Iberien mehr Umsatz erzielt. Der Gewinn belief sich auf 173 Millionen Euro - hier hatten Analysten mehr erwartet. Analysten begrüssen, dass die leichte Beschleunigung am Ende des Quartals auch im Oktober angehalten hat.

Meist fester notieren die Versicherungswerte. Swiss Life steigen am Tag vor dem Neunmonatsbericht um 1 Prozent. Zurich rücken 0,5 Prozent vor. Zurich will am Donnerstag Zahlen vorlegen.

Den stärksten Anstieg verbuchen die Anteile der Privatbank Julius Bär mit einem Plus von 2,1 Prozent. Die Aktien der UBS legen um 0,8 Prozent zu, während diejenigen der Credit Suisse 0,6 Prozent nachgeben.

Luxusgüteraktien unter Druck

Zu den Gewinnern zählen auch zyklische Werte wie Lafarge-Holcim und Syngenta. Dagegen büssen die Luxusgüterwerte Swatch und Richemont sowie die Aktien der Sanitärtechnikfirma Geberit und des Elektrotechnikkonzerns ABB an Wert ein.

Die Index-Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche sind gut gehalten.

Die Anteile von Dormakaba legen 1,6 Prozent zu. Die Schliesstechnikfirma übernimmt die US-Firma Mesker Openings Group mit einem Umsatz von 67 Millionen Dollar.

Die Gurit-Titel klettern um 3,8 Prozent. Der Windturbinenhersteller legte besser als erwartete Zahlen vor.

Die Anteile von U-Blox steigen nach einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux um 3,6 Prozent. Die Temenos-Aktien sinken um 1,1 Prozent auf 64 Franken. Baader Helvea hob zwar das Kursziel auf 33 von 28 Franken an, bekräftigte auber die Verkaufsempfehlung.

(Reuters/cash)