Schweizer Anleger fahren Gewinne ein

An der Schweizer Börse haben die Anleger am letzten Tag des Monats Kasse gemacht. Unter Druck standen vor allem Aktien, die zuletzt gut gelaufen sind.
31.05.2016 18:00
Am Dienstag eine Aktie zum vergessen: Die CS-Titel verlieren 2,6 Prozent an Wert.
Am Dienstag eine Aktie zum vergessen: Die CS-Titel verlieren 2,6 Prozent an Wert.
Bild: Bloomberg

Dazu zählen etwa die schwergewichtigen Pharmatitel. Der SMI schliesst um 0,7 Prozent tiefer bei 8216 Punkten. Mit einem Kursanstieg von 3,2 Prozent ist der Mai für den Leitindex aber der stärkste Monat seit Oktober.

Für Abgabedruck sorgten im späten Handel die US-Daten. Die Konsumausgaben legten im April 1 Prozent zum Vormonat zu. Das ist das grösste Plus seit August 2009. Insbesondere Autohäuser konnten sich über ein anziehendes Geschäft freuen. Damit rücke eine Zinserhöhung näher, heisst es. Eher gegen einen baldigen Schritt spricht dagegen die eingetrübte Kosumstimmung. Da die Anleger keine Risiken mehr eingehen wollten, bauten sie nach den jüngst erzielten Gewinnen ihre Positionen ab, sagen Händler. Weitere Hinweise zur Zinsentwicklung in der weltgrössten Volkswirtschaft erhofften sich die Marktteilnehmer von dem am Mittwochabend anstehenden Fed-Konjunkturbericht "Beige Book" und den Arbeitsmarktdaten am Donnerstag und Freitag.

Die Standardwerte schwächten sich mehrheitlich ab. Gegen den Trend etwas fester sind die Aktien des Lebensversicherers Swiss Life, der Grossbank UBS, des Personalvermittlers Adecco, des Biotechnologiekonzerns Actelion und des Vermögensverwalters Julius Bär.

CS-Aktie stark unter Druck

Die kräftigsten Abschläge verbuchen die Titel der Grossbank Credit Suisse mit 2,6 Prozent Minus. Händler sagen, der Druck auf der Aktie könnte im Zusammenhang stehen mit der Dividende, die die Anleger entweder in bar oder als Aktiendividende beziehen könnten.

Die Aktien der GAM Holding sinken um 2,7 Prozent auf 12,50 Franken. RBC hat das Kursziel für den Assetmanager auf 13,50 von 16 Franken gesenkt.

Die als krisensicher geltenden Pharmawerte Novartis und Roche büssen 0,8 und 0,4 Prozent ein. Ihnen ist ein Gutteil des jüngsten SMI-Anstiegs geschuldet. Die beiden Index-Schwergewichte könnten nach Ansicht von dem am Wochenende beginnenden ASCO-Kongress der Krebsmediziner profitieren. Roches Leukämiemedikament MabThera darf in der EU künftig auch subkutan verabreicht werden.

Aryzta nach Zahlenenttäuschung im Verkauf

Die Anteile von Nestlé sinken um 1 Prozent. Die Aktien von Aryzta büssen 5 Prozent ein. Der Backwarenproduzent wuchs im dritten Geschäftsquartal weniger stark als von Analysten erwartet. Mit den Aktien von Barry Callebaut, Lindt & Sprüngli, Orior und Hügli geben auch andere Lebensmittelwerte nach.

Uneinheitlich sind die Titel der Versicherungen. Die Anteile von Zurich sacken um 1,5 Prozent ab.

1 Prozent im Minus liegen die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Uhrenkonzerns Swatch und des Zementriesen Lafarge-Holcim.

Eine Gewinnwarnung drückt die Aktien des Telekomausrüsters Ascom gut 2 Prozent ins Minus.

Die Aktien von Myriad rücken weitere 4 Prozent vor. "Nachdem Patinex die Beteiligung an der Telefon-Software-Firma auf über einen Drittel erhöht hat, spekulierten viele Marktteilnehmer darauf, dass der Grossaktionär weitere Aktien zukauft und sprangen auf den fahrenden Zug auf", sagt ein Händler.

(Reuters)