Schweizer Anleger halten sich bedeckt

Die Schweizer Börse rutscht am Mittwoch tiefer ins Minus. Seit der Leitindex SMI vor einer Woche seine Abwärtsbewegung aufgenommen hat, hat er fast 3 Prozent eingebüsst.
26.10.2016 11:15
Auf der Suche nach dem Lichtblick: Die meisten Kurse an der Schweizer Börse fallen am Mittwoch weiter.
Auf der Suche nach dem Lichtblick: Die meisten Kurse an der Schweizer Börse fallen am Mittwoch weiter.
Bild: Bloomberg

Der SMI verliert bis 11 Uhr 0,6 Prozent auf 7885 Punkte. Vor allem die Pharma-Schwergewichte sorgen für Druck. "Dadurch ist die Schweiz über Gebühr belastet", sagt ein Händler. Grundsätzlich seien die Anleger nicht negativ eingestellt. Allerdings sei auch kein klarer Trend erkennbar und die Kurse entwickelten sich zum Teil etwas willkürlich.

Die Standardwerte tendieren mehrheitlich schwächer. Die Novartis-Aktien falllen nach den starken Einbussen vom Vortag um weitere 1,7 Prozent. Das Index-Schwergewicht zeichnet damit für einen Grossteil des SMI-Minus' verantwortlich. Der Pharmakonzern hatte am Dienstag mit seinem Quartalsergebnis enttäuscht. Zahlreiche Analysten senkten das Kursziel für den Titel, darunter die Experten von Credit Suisse, Morgan Stanley und Kepler Cheuvreux. Novartis braucht für die Sanierung seines Augenheil-Geschäfts Alcon länger als ursprünglich angenommen. Mit den Roche-Anteilen büsst ein weiteres Schwergewicht 0,6 Prozent ein. Die Titel der Biotech-Firma Actelion sinken ebenfalls um 0,6 Prozent.

Gemieden werden auch die Finanzwerte. Die Aktien der UBS ermässigen sich im Vorfeld der Quartalsbilanz um 1,0 Prozent. Die Grossbank will am Freitag über den Geschäftsgang informieren. Um 1,2 bzw. 0,3 Prozent schwächer stehen die Anteile der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel. Der Zwischenbericht von Vontobel steht am Donnerstag auf dem Programm. Credit Suisse koppeln sich mit einem Kursplus von 0,2 Prozent vom Branchentrend ab.

Bâloise-Aktie nach positiven Nachrichten gesucht

Bei den ebenfalls überwiegend nachgebenden Versicherungswerten fallen Bâloise mit 0,8 Prozent Wertzuwachs auf. Der Konzern aus Basel will dank verbesserter Ertragskraft in fünf Jahren zwei Milliarden Franken Barmittel generieren und für Dividenden und den Rückkauf eigener Aktien verwenden.

Zu den wenigen Kursgewinnern gehören der Uhrenwert Swatch und die Aktien des Personalvermittlers Adecco mit 0,3 und 0,2 Prozent Plus. Die Syngenta-Aktien können die am Vortag begonnene Erholung nicht fortsetzen und geben wieder 0,2 Prozent ab. Allerdings habe sich bei den Anlegern die Ansicht durchgesetzt, dass die Übernahme des Agrarchemiekonzerns durch die chinesische Chemchina trotz Verzögerung zustande kommen werde, so ein Händler.

Kursfeuerwerk bei Logitech nach guten Quartalszahlen

Am breiten Markt schiessen die Logitech-Anteile 12,7 Prozent hoch. Die Computerzubehörfirma steigerte im zweiten Geschäftsquartal Umsatz und operativen Ertrag deutlich und bekräftigte ihre Jahresprognose.

Die Aktien von Phoenix Mecano fallen um 3,6 Prozent. Der Komponentenhersteller steigerte in den ersten neun Monaten Umsatz und Betriebsgewinn, rechnet im Gesamtjahr aber mit einem operativen Ergebnis am unteren Ende der in Aussicht gestellten Bandbreite.

Die Titel von Dottikon ermässigen sich um 0,3 Prozent, obwohl die Spezialchemiefirma nach einem 56-prozentigen Umsatzplus im ersten Geschäftshalbjahr einen erhebliche Gewinnsprung für diesen Zeitraum in Aussicht stellte. Im Geschäftsjahr 2016/17 erwartet Dottikon weiterhin eine Zunahme von Umsatz und Gewinn.

(Reuters/cash)