Schweizer Anleger honorieren gute Firmenresultate

An der Schweizer Börse legen die Kurse zur Wochenmitte deutlich zu.
20.07.2016 11:15
Gutes Börsenwetter in der Schweiz am Mittwoch.
Gutes Börsenwetter in der Schweiz am Mittwoch.
Bild: cash

Der SMI steigt bis 11.10 Uhr um 0,8 Prozent auf 8174 Punkte. Am Dienstag hatte der Leitindex 0,6 Prozent verloren.

Für positive Stimmung bei den Anlegern sorgt derzeit vor allem die gut angelaufene Bilanzsaison. "Eine deutliche Mehrheit von Firmen übertrifft mit dem Ergebnis doch die Erwartungen", sagt ein Anlagestratege. "Das stützt die Märkte neben all den anderen Unwägbarkeiten." Von einem Kaufrausch könne aber nicht die Rede sein, die Marktteilnehmer seien eher skeptisch. Nach Aktien greifen lasse sie in erster Linie der Mangel an Anlagealternativen und das Versprechen der Notenbanken, am Gaspedal zu bleiben. "Solange das so ist, werden wir keine richtige Korrektur sehen", sagt der Marktexperte.

Frische Handelsimpulse erwarten Börsianer im Tagesverlauf aus den USA, wo unter anderem die Grossbank Morgan Stanley sowie nach US-Börsenschluss am späten Abend der Chip-Hersteller Intel und das Online-Auktionshaus Ebay Zahlen vorlegen.

Lonza-Aktie klettert auf Rekordhoch

Zu den am stärksten gefragten Werten gehörte Lonza: Die Aktien des Pharmazulieferers schnellen 6,6 Prozent hoch, nachdem der Basler Konzern nach einem Gewinnsprung im ersten Halbjahr seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben hat. Für den bereinigte Betriebsgewinn stellte das Unternehmen nun ein Wachstum um einen zweistelligen Prozentbetrag in Aussicht. Vontobel-Analystin Carla Bänziger sprach von einer "fantastischen Leistung" der Sparte Pharma & Biotech.

Auch bei Panalpina greifen die Anleger nach anfänglichem Zögern zu. Die Aktien des Logistikkonzerns machten Eröffnungsverluste mehr als wett und notierten um 2,3 Prozent höher. Panalpinas Gewinn hat sich im ersten Halbjahr auf 21,8 Millionen Franken in etwa halbiert. Grund dafür sind Kosten für Restrukturierungen wegen des schwächelnden Öl- und Gasgeschäfts in Höhe von 26 Millionen Franken. Die Anleger setzen darauf, dass die schlechten Nachrichten nun auf dem Tisch liegen. "Bereinigt um die Restrukturierungskosten wäre das Quartalsresultat leicht höher als erwartet ausgefallen", erklärte ZKB-Analyst Marco Strittmatter.

Bei den Standardwerten überwiegen die Kursgewinner. An die Spitze setzen sich die Pharmawerte: Die Index-Schwergewichte Novartis und Roche ziehen je 0,9 Prozent an. Die Aktien des Biotechnologieunternehmens Actelion rücken 1,4 Prozent vor. Roche und Actelion wollen am Donnerstag ihre Halbjahresberichte veröffentlichen und Analysten prognostizieren zweistellige Gewinnzuwächse. Der Zwischenbericht von Novartis am Dienstag war durchzogen: Zwar waren die Zahlen besser als erwartet, aber die Kosten für die Markteinführung des Herzmedikaments Entresto trüben die Gewinnaussichten. "Wichtig für uns aber ist: Mehr Upside als Downside", erklärt Analyst Michael Nawrath von der Zürcher Kantonalbank.

Uneinheitliche Zykliker

Eine positive Tendenz ist bei den Finanztiteln auszumachen. Die Anteile der Credit Suisse und von Julius Bär legen rund 1 Prozent zu, die Aktien der UBS steigen um 1,9 Prozent. Alle drei Geldhäuser legen kommende Woche Zahlen vor. Versicherungswerte sind auf der Gewinnerseite zu finden.

Uneinheitlich bei meist geringen Kursausschlägen zeigen sich zyklische Titel. Die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB ziehen am Tag vor dem Quartalsbericht 1 Prozent an. Schwächer sind die seit längerem unter Abgabedruck stehenden Luxusgüter-Werte. Während Swatch 0,2 Prozent verlieren, stehen Richemont mittleweile wieder 0,4 Prozent im Plus. Die Anschläge in Nizza und der Putschversuch in der Türkei verprellen die Touristen und trüben die Geschäftsaussichten der Branche.

Am breiten Markt gewinnt Georg Fischer 3,8 Prozent an Wert. Der Anlagenbauer steigerte den Gewinn im ersten Halbjahr um 36 Prozent auf 109 Millionen Franken. Der Umsatz wuchs um 3 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte rechnet das Unternehmen mit einem vergleichbaren Resultat wie in den ersten sechs Monaten und im ganzen Jahr mit einem Ergebnis, das mit den langfristigen Zielsetzungen übereinstimmt.

(Reuters)