Schweizer Anleger vor US-Präsidentschaftswahl vorsichtig

Wenige Tage vor den US-Präsidentschaftswahlen und einen Tag vor der Veröffentlichung des USA-Arbeitsmarktberichts halten sich die Anleger an der Schweizer Börse am Donnerstag zurück.
03.11.2016 11:05
Kommen am Donnerstag an der Schweizer Börse unter die Räder: Credit-Suisse-Aktien.
Kommen am Donnerstag an der Schweizer Börse unter die Räder: Credit-Suisse-Aktien.
Bild: cash

Der SMI notiert um 11 Uhr mit 7678 Punkten um 0,3 Prozent tiefer als am Vortag. Seit rund zwei Wochen befindet sich der Markt in einem Abwärtstrend. Am Mittwoch war der Leitindex um 0,8 Prozent gesunken und hatte auf dem tiefsten Stand seit über vier Monaten geschlossen.

Der Entscheid der US-Notenbank Fed, nicht an der Zinsschraube zu drehen, war im Markt mehrheitlich erwartet worden. Zudem konnten die zahlreichen Quartalsergebnisse kaum Anleger zurück an den Markt locken, heisst es.

Stark unter Druck stehen die Aktien der Credit Suisse, die um 5,4 Prozent auf 12,54 Franken einbrechen. Der laufende Konzernumbau und sinkende Erträge brockten der Grossbank im dritten Quartal einen Gewinneinrückgang ein. Dieser war aber mit noch 41 Millionen Franken Gewinn weniger schlimm als erwartet. Analysten hatten mit einem Verlust gerechnet.

Schwierig zu interpretierende Zahlen

"Die Zahlen sind nicht ganz so einfach zu interpretieren. Es gibt wie meistens einige Einmaleffekte", sagt ein Händler. Ein anderer Börsianer erklärte sich die Kursabschläge auch mit den Unsicherheiten im Zusammenhang mit den offenen Rechtsfällen. "Vor allem möglicherweise noch ins Haus stehende US-Bussen vergraulen die Anleger." Zudem könnte es Gewinnmitnahmen geben, nachdem sich der Kurs in den vergangenen Wochen doch recht gut erholt habe, sagt ein anderer Händler.

Die Anteile von Rivalin UBS sinken um 0,6 Prozent und der Vermögensverwalter Julius Bär legt 0,2 Prozent an Wert zu. Die Ergebnisse der Luzerner Kantonalbank und der Regionalbank Valiant werden gut aufgenommen. Luzerner Kantonalbank sind um 0,7 Prozent höher. Valiant legen 0,9 Prozent zu.

Fester tendieren die Versicherungspapiere. Swiss Re steigen um 0,8 Prozent. Der Rückversicherer hat im dritten Quartal unter anderem wegen Zahlungen etwa für Schäden in der Landwirtschaft in Europa weniger verdient, schnitt jedoch deutlich besser ab, als von Analysten erwartet. Zudem will der Konzern ab 4. November durch den Erwerb eigener Titel bis zu eine Milliarde Franken an die Aktionäre zurückgeben.

Swisscom trotz guter Zahlen im Verkauf

Die Swisscom-Aktien büssen 1,3 Prozent ein. Der Telekomkonzern hat seinen Gewinn dank einer Zahlung von Telecom Italia in einer aussergerichtlichen Einigung in einem Rechtsstreit gesteigert und hält an seiner Prognose fest.

Wenig verändert zeigen sich die als krisensicher geltenden Schwergewichte. Novartis sind eine Spur höher, Nestlé leicht tiefer. Roche büssen 0,6 Prozent ein. Roche hat mit dem in der Entwicklung steckenden Hämophilie-Medikament ACE910 einen Rückschlag erlitten. In einer klinischen Studie bei vier Patienten kam es zu ernsthaften Nebenwirkungen wie Thrombosen oder Blutklümpchen. Die Vorkommnisse überschatten die Aussichten für die potentielle Milliarden-Arznei.

Die Aktien zyklischer Firmen zeigten sich bei insgesamt geringen Kursausschlägen ohne klare Richtung. Die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont sind 0,2 Prozent schwächer bzw. gehalten. Richemont wird am Freitag den Halbjahresbericht veröffentlichen. Der Genfer Konzern hatte vor rund einem Monat bereits vor einem Gewinneinbruch gewarnt. "Die Anleger dürften sich daher mehr dafür interessieren, wie der Oktober gelaufen ist und wie die weiteren Aussichten eingeschätzt werden", sagt ein Händler.

Dufry nach Quartalszahlen gesucht

Am breiten Markt stechen Dufry mit einem Kursplus von 6,1 Prozent heraus. Der Reisedetailhändler ist erstmals seit mehreren Quartalen wieder organisch gewachsen.

Auch bei Ascom greifen die Anleger nach erhöhten Mittelfristzielen zu. Die Aktie gewinnt 6,2 Prozent.

(Reuters/cash)