Schweizer Anleger warten auf die EZB und Firmenresultate

Vor der Veröffentlichung von Quartalsberichten grosser Firmen und den Ergebnissen der Ratsitzung der EZB haben sich die Anleger am Mittwoch an der Schweizer Börse nicht aus der Deckung getraut.
19.10.2016 17:30
Die Aktien der Credit Suisse gehörte am Mittwoch zu den grössten Gewinnern im SMI.
Die Aktien der Credit Suisse gehörte am Mittwoch zu den grössten Gewinnern im SMI.
Bild: cash

Der SMI notierte mit 8093 Zählern um 0,2 Prozent höher. Am Dienstag war der Leitindex um 0,9 Prozent gestiegen.

Impulse für die weitere Entwicklung erwarteten die Marktteilnehmer von der Veröffentlichung von US-Firmenbilanzen, dem Konjunkturbericht "beige book" der US-Notenbank am Abend und dem dritten und letzten Fernsehduell der beiden US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton in Las Vegas in der Nacht auf Donnerstag.

Allmählich komme dank der Firmenabschlüsse wieder etwas Leben an die Märkte, sagte ein Händler. Dabei könne es in einzelnen Sektoren kurzzeitig auch zu heftigen Bewegungen kommen. Mit Spannung wurden die am Donnerstag anstehenden Zwischenberichte der Arzneimittelhersteller Actelion und Roche und des Nahrungsmittelriesen Nestle erwartet. Während die Titel von Roche um 0,1 und die von Actelion 1,5 Prozent höher bewertet wurden, büssten Nestle 0,3 Prozent ein. Ein Marktteilnehmer sagte, wenn Nestle 2016 die Wachstumsziele erreichen wolle, müsste der Lebensmittelkonzern im zweiten Halbjahr stärker wachsen, als dies Analysten derzeit erwarteten.

Adecco gesucht

Gesucht waren zyklische Werte wie Adecco. Der Titel des Personalvermittlers legte dank Kaufempfehlungen und Kurszielerhöhungen von Credit Suisse und Kepler Cheuvreux 2,3 Prozent zu.

Die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont legten 1,5 und 1,9 Prozent zu. Der Uhrenhersteller gibt sich zuversichtlich für den zuletzt schwächelnden chinesischen Markt. "Seit Juli sehen wir wieder Wachstum, jeden Monat etwas mehr", sagte Swatch-Chef Nick Hayek der "Handelszeitung" in einem am Mittwoch im Internet veröffentlichten Interview. In Grossbritannien profitiere der Absatz vom schwachen Pfund. Der Grossraum China ist die wichtigste Absatzregion für die Schweizer Uhrenindustrie.

Aufschluss zur jüngsten Entwicklung dürfte die ebenfalls am Donnerstag anstehende Veröffentlichung der Schweizer Exportstatistik bringen.

Um 0,4 Prozent fester bei 428,60 Franken notierten die Anteile von Geberit. Kepler Cheuvreux hob das Kursziel für den Titel der Sanitärtechnikfirma auf 475 von 450 Franken.

Mit dem Inspektionskonzern SGS, der Chemiefirma Clariant, dem Aromenproduzenten Givaudan und dem Anlagenbauer Oerlikon zogen andere zyklische Werte an. Die Aktien des Pflanzenschutzmittelherstellers Syngenta drehten nach frühen Einbussen in die Gewinnzone.

Die Anteile von Sulzer büssten 1,4 Prozent ein. Der Anlagenbauer veröffentlicht am Donnerstag den Auftrageingang im dritten Quartal.

Bankaktien im Aufwind

Bei den Bankaktien waren UBS um 1,2 Prozent fester. Die Aktie der Credit Suisse stieg um 2,7 Prozent. Die Grossbank steht kurz vor einer Beilegung des Steuerstreits mit Italien. Sie habe sich im Gegenzug zur Einstellung des Verfahrens im Prinzip auf die Zahlung von rund 100 Millionen Euro geeinigt, sagte eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Die Vereinbarung sei aber noch nicht ganz unter Dach und Fach und bis es soweit sei, könne das Strafverfahren nicht eingestellt werden, erklärten andere Insider. Die Bankaktien erhielten am Nachmittag wieder etwas Schützenhilfe aus dem Ausland. Mitbewerber Morgan Stanley übertraf wie bereits die anderen US-Grossbanken Sachs, JP Morgan und Citigroup die Markerwartungen.

Die Ergebnisse der UBS werden am 28. Oktober und die der CS am 3. November erwartet.

Die Titel von Barry Callebaut profitierten von einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux. Die Aktie der Schokoladefirma gewann 3,8 Prozent.

Gewinnmitnahmen drückten die Aktien der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bei dünnen Umsätzen um acht Prozent. Der Titel ist im laufenden Jahr um rund 60 Prozent gestiegen.

(Reuters)