Schweizer BankensoftwareherstellerTemenos-Aktien leiden trotz solidem Schlussquartal unter Gewinnmitnahmen

Die Aktien des Bankensoftwareunternehmens Temenos büssen am Mittwochmorgen im frühen Handel stark an Boden ein. Dabei haben die Titel ein Zwischentief bei gut 66 Franken überwunden.
15.02.2017 11:10
Temenos rüstet Banken mit standardisierter Software aus.
Temenos rüstet Banken mit standardisierter Software aus.
Bild: Twitter/Vontobel

Nach der Veröffentlichung der Zahlen zum vierten Quartal zeigen sich Analysten zwar erfreut. Händler meinen aber, dass nach der starken Performance der letzten Monate die Erfüllung der Erwartungen nicht ausreiche, um grössere Gewinnmitnahmen von Grossinvestoren zu verhindern.

Die Temenos-Titel verlieren bis 11 Uhr 5,2% auf 69,95 Franken, während der Gesamtmarkt (SPI) 0,5% zulegt. Umgesetzt sind bis zu diesem Zeitpunkt bereits das Dreifache an Volumen eines durchschnittlichen Handelstags.

Verglichen mit den Erwartungen habe der Bankensoftware-Spezialist ein starkes viertes Quartal ausgewiesen, schreibt Kepler Cheuvreux in einem ersten Kommentar. Zudem sei die Guidance solide verankert und dem angekündigte Erwerb von Rubik liege ein attraktiver Preis zu Grunde, da die Zahlung nur den Faktor 2,2 der wiederkehrenden Einnahmen ausmache. Kepler Cheuvreux hebt daher die Schätzungen für das Jahr 2017 und 2018 an und erhöht das Kursziel dementsprechend von 80 Franken auf 82.

Auch kritische Stimme und Verkaufsempfehlung

Deutlich kritischer zeigt sich Baader Helvea. Das Ergebnis des vierten Quartals sei hinsichtlich des Wachstums bei Softwarelizenzen zwar positiv, schreibt die Bank in einer Einschätzung. Bezüglich der Software-as-a-Service (SaaS) Umsätze und den Wartungserlösen bleibe Temenos aber hinter den Erwartungen zurück. Baader Helvea will nun erst den Jahresbericht im März abwarten, um die Lizenz-Performance weiter zu beurteilen. Die Bank bleibt bei ihrer Verkaufsempfehlung und setzt das Kursziel bei 33 Franken an, was Abwärtspotential von über 50% bietet.

Die Schlussfolgerung der Bank Vontobel lautet, dass Temenos "aus allen Zylindern feuert" und einen fest verankerten, zweistelligen Wachstumspfad zeige. Daher fühle man sich wohl mit der am oberen Ende liegenden Schätzungen. Der Investment Case der Bank basiere auf dem langfristigen Strukturwachstum auf Basis einer soliden operativen Leistung und der Verbesserung der Cash-Generierung. Temenos sei auf dem Weg zum "Kategorien Killer" des vertikalen Bankensoftwaremarktes. Vontobel bestätigt das "Buy"-Rating und sieht ein Kursziel von 95 Franken.

Auch die ZKB bewertet den Zahlenkranz positiv und schätzt die Pipeline als weiterhin "robust" ein. Da die Guidance für das laufende Jahr aber weder die Rubik-Akquisition noch grössere Aufträge enthalte, ist nach Ansicht der ZKB noch viel Luft nach oben auszumachen. Daher bleibt die Bank bei "Übergewichten".

(AWP)