Schweizer Börse - Anleger greifen vor Fed-Beschluss zu Finanzwerten

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch leicht zugelegt. Vor der Veröffentlichung der der US-Zinsentscheidung griffen die Anleger Händlern zufolge nach Finanzwerten.
15.03.2017 16:59
Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Bild: cash

Das Geschäft verlief aber in ruhigen Bahnen, die Umsätze waren unterdurchschnittlich. Auch die Parlamentswahlen in den Niederlanden, von denen erste Ergebnissen nach 21:00 Uhr erwartet werden, sorgten für Zurückhaltung. "Das Abwarten geht weiter", sagte ein Händler. Der SMI notierte mit 8689 Punkten um 0,3 Prozent höher.

Eine US-Zinserhöhung gilt an den Märkten als ausgemachte Sache. Die Frage sei, in welchem Tempo die Straffung der Geldpolitik danach weitergehe. Daher dürften die Marktteilnehmer bei der Pressekonferenz an den Lippen von Fed-Chefin Janet Yellen kleben.

Am Donnerstag legen dann die Schweizerische Nationalbank (SNB), die Bank von Japan und die Bank von England ihre geldpolitischen Beschlüsse vor. Die SNB dürte ihr Pulver trocken halten. "Wer weiss, wie die Märkte auf die Wahlen in Frankreich reagieren", sagte ein Händler. Das könnte am Devisenmarkt für heftige Ausschläge sorgen.

Bankentitel gesucht

Bei den Standardwerten standen Finanzwerte in der Gunst der Anleger. Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS zogen 1,5 und 1,2 Prozent an. Julius Bär rückten 1,9 Prozent vor.

Auch die Versicherer waren gefragt. Helvetia legten 2,5 Prozent zu. Swiss Re stiegen um gut ein Prozent. In einem Reuters-Interview warnte der Chef der Rückversicherungssparte, Moses Ojeisekhoba, vor zu hohen Erwartungen an das Geschäft mit kundenspezifischen Versicherungslösungen. "Grosse und massgeschneiderte Versicherungen bedeuten nicht automatisch Spitzenprofit", sagte er. An oberster Stelle stehe eine disziplinierte Zeichnungspolitik.

Index-Schwergewicht Nestle gewann 0,7 Prozent an Wert und stieg voübergehend auf ein Jahreshoch. Die beiden anderen als krisensicher geltenden SMI-Riesen Novartis und Roche schwächten sich 0,2 und 0,5 Prozent ab.

Geringfügig höher notierten zyklische Werte. LafargeHolcim, ABB, SGS und Adecco legten zu. Gewinnmitnahmen drückten Geberit leicht ins Minus.

Zum Teil starke Kursausschläge gab es bei Firmen am breiten Markt, die über ihren Geschäftsverlauf informierten. EFG International kletterten um 4,7 Prozent. Der Vermögensverwalter überraschte mit einem unerwartet starken Reingewinn von 339 Millionen Franken. Grund für den Zuwachs ist unter anderem der deutlich geringere Preis für BSI: Er dürfte nach Einschätzung der Bank um 277,5 Millionen Franken auf rund 783 Millionen Franken sinken.

Die Aktien von Dufry zogen 1,2 Prozent an. Der Duty-free-Shop-Betreiber kehrte im Vorjahr in die schwarzen Zahlen zurück und stellt ein erfolgreiches Jahr 2017 in Aussicht.

Die Titel von Comet rückten 3 Prozent vor. Ein unerwartet gutes Ergebnis, eine höhere Dividende und ein Aktiensplitt im Verhältnis eins zu zehn sorgten für Auftrieb.

Eine Verlustausweitung und ein drohende Verwässerung schickten die Anteile von Evolva auf Talfahrt. Der Hersteller von Nahrungsmitteln sicherte sich von Yorkville Advisors Global eine Eigenkapitalzusage von bis zu 30 Millionen Franken. Im Tausch für die Mittel soll Yorkville Aktien erhalten. Dadurch drohe eine Verwässerung von bis zu 12,8 Prozent, hiess es bei der Bank Vontobel.

Die Tecan-Titel brachen fast sechs Prozent ein. Umsatz und Gewinn des Laborausrüsters verfehlten die Marktwartungen.

Die Aktien von Aryzta sanken um 3,6 Prozent. Nach einem enttäuschenden Ergebnis senkten die Credit Suisse und die ZKB ihre Erwartungen für die Backwarenfirma.

Spekulative Käufe trieben die Aktien von Basilea 5,3 Prozent hoch. Ausgelöst wurden die Käufe Händlern zufolge von einem Kommentar des Brokers Jefferies, wonach Pfizer den Bereich Infektionskrankheiten verstärken wolle. "Da gibt es nicht so viele Firmen und an erster Stelle kommt mir die Basler Biotechfirma Basilea in den Sinn", sagte ein Händler.

Die Anteile von Tornos schnellten 10,6 Prozent hoch. Nach enttäuschenden Zahlen des Maschinenbauers könne der Kurssprung eigentlich nur mit Deckungskäufen oder mit Schnäppchenjägern erklärt werden, sagte ein Händler. "Die Aktie steht zwar auf Jahreshoch, aber im langfristigen Vergleich trotzdem nicht viel über ihrem Rekordtief." Zudem habe Tornos einen geduldigen Grossaktionär. 

(Reuters)