Schweizer BörseCharttechniker geben den SMI noch nicht auf

Der Swiss Market Index ist von seinen Jahreshöchstständen zurückgefallen. Markttechnikexperten sind zuversichtlich, dass sich das Börsenbarometer wieder fängt.
01.06.2017 14:32
Von Lorenz Burkhalter
Blick auf einen Aktienchart.
Blick auf einen Aktienchart.
Bild: pixabay.com

Die Aufwärtsbewegung am Schweizer Aktienmarkt ist ins Stocken geraten. Der Swiss Market Index (SMI) ist zuletzt von seinen Jahreshöchstständen von Mitte Mai bei 9'137 Punkten zurückgefallen. Gestern Mittwoch ging das Börsenbarometer bei 9'016 Zählern und damit unmittelbar über der als wichtig geltenden Marke von 9'000 Punkten aus dem Handel. Fällt der SMI darunter, droht ihm Ungemach.

Noch geben Markttechniker den Schweizer Aktienmarkt aber nicht auf. Wie Mensur Pocinci von Julius Bär in der aktuellen "Technical Investment Strategy" schreibt, legt der SMI nach einem mehrwöchigen Anstieg bloss eine Verschnaufpause ein. Er erachtet das Börsenbarometer knapp unterhalb von 8'700 Punkten als gut gegen unten abgestützt.

SMI gefangen in einer Seitwärtsbewegung

Pocinci hält den Aufwärtstrend für intakt. Als ermutigend bezeichnet er insbesondere den Ausbruch des SMI aus einem mehrjährigen Abwärtstrend zum viel beachteten Weltaktienindex von MSCI. Dieser Ausbruch lässt auf eine Aufholjagd des Schweizer Aktienmarktes schliessen.

Seit Tagen kämpft der SMI mit der wichtigen Marke von 9'000 Punkten (Quelle: www.cash.ch)

Bei den hiesigen Standardwerten empfiehlt der Markttechniker bei der Inhaberaktie der Swatch Group, die seit Ende Dezember aufgelaufenen Gewinne mitzunehmen. Im Gegenzug rät er zum Kauf der als defensiv geltenden Aktie des Genfer Warenprüfkonzerns SGS. Aus dem SMI werden zudem Actelion, Novartis, Roche, Richemont, Lonza, Swiss Re sowie Geberit empfohlen.

Ähnlich äussert sich sein Kollege Michael Riesner von der UBS Investmentbank. Auch er sieht den SMI den starken Anstieg vom April und Mai verdauen. Der jüngste Rücksetzer decke sich mit vergleichbaren Situationen aus der Vergangenheit.

Neue Rekorde vorderhand kein Thema mehr

Mit Blick gegen unten hält Riesner der Unterstützungsmarke bei 8'897 Punkten von zentraler Bedeutung. Auch wenn er es nicht explizit schreibt, so lässt er zumindest durchblicken, dass er einen Vorstoss bis an die Widerstandsmarke bei 9'137 Zählern für möglich hält.

Das allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der SMI nicht unter 8'897 Punkte abtaucht. Seine Schlüsselbotschaft: Während sich das Börsenbarometer in dieser engen Bandbreite bewegt, könnte das Handelsgeschehen selektiver werden. Wichtig wird dann, auf die richtigen Aktien zu setzen. Konkrete Einzelempfehlungen gibt Riesner nicht ab.

Noch bis vor zwei Wochen trauten einige Markttechniker dem SMI sogar neue Bestmarken zu (siehe Artikel vom 15. Mai). In den jüngsten Kommentaren ist davon jedoch keine Rede mehr. Vermutlich wollen die Experten erst einmal das Ende der Verschnaufpause abwarten. Die bisherigen Höchststände bei 9'548 Zählern reichen übrigens in den Sommer 2007 zurück. Damals liessen die Vorläufer der Finanzkrise den SMI innerhalb weniger Monate um 40 Prozent absacken.