Schweizer Börse - Dem SMI fehlen die Impulse

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Tag des "Hexensabbat" kaum verändert eröffnet und der Leitindex SMI pendelt seither um die Nulllinie.
17.03.2017 10:44
Die Schweizer Börse tritt an Ort.

Zum Abschluss der von der US-Geldpolitik und den Wahlen in den Niederlanden geprägten Börsenwoche fehle es an weiteren Impulsen, heisst es im Handel. Den Anlegern gehe es nach wie vor darum, das Geschehen einzuordnen. Am Nachmittag könnten die Daten zur US-Industrieproduktion im Februar und die Stimmungsumfrage der Uni Michigan dem Handel etwas Schwung verleihen. Zudem ist bis dahin am grossen Verfallstag, an dem Futures und Optionen auf Indizes und Aktien auslaufen, mit erhöhter Volatilität zu rechnen.

Nachdem die US-Notenbank die Zinsen um weitere 25 Basispunkte erhöht und zwei weitere Zinsschritte in laufenden Jahr angedeutet hat, stelle sich nun die Frage, wann die EZB die Zinsen anheben wird, meint ein Händler. Das österreichische EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hatte zuletzt Hinweise geliefert, dass die Notenbank Leitzinsen erhöhen könnte, bevor sie ihr Kaufprogramm für Anleihen beendet hat. Die Blicke richten sich auch nach Baden-Baden, wo sich die G20-Finanzminister am Freitag und Samstag zu Gesprächen treffen. Allerdings sei das wichtige Thema Freihandel von der Traktandenliste gestrichen worden, so ein Händler.

SMI kommt nicht vom Fleck

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,05% tiefer bei 8'663,14 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steht mit 0,01% auf 1'377,36 Punkte minim im Minus und der breite Swiss Performance Index (SPI) gibt um 0,05% auf 9'603,66 Stellen nach. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 13 im Minus, 15 im Plus und zwei (Sonova, Swiss Re) unverändert.

Die meisten Blue Chips bewegen sich kaum vom Fleck, wobei die Schwergewichte Nestlé und Novartis mit -0,3% bzw. -0,1% leichten Druck auf den Index ausüben. Auf der Gegenseite stehen Roche nach dem gestrigen Dividendenabgang mit 0,2% im Plus.

Die deutlichsten Einbussen im SMI/SLI sind bei Dufry (-1,7%) zu sehen. Der Reisedetailhändler hatte am Mittwoch die Rückkehr in die schwarzen Zahlen bekanntgegeben, konnte aber an der Börse bislang kaum davon profitieren. Givaudan büssen 0,4% auf 1'829 CHF ein. Die Bank Bernstein reduzierte das Kursziel um 10 CHF auf 1'680 CHF und bleibt beim Rating 'Underperform'.

Swisscom (+0,4%) werden dagegen von der Kurszielsenkung der Bank HSBC nicht unter Druck gesetzt. Im Rahmen einer Sektorstudie hat HSBC das Kursziel leicht zurückgenommen und die 'Hold'-Einstufung bekräftigt. Insgesamt konzentriere sich die Swisscom auf Investitionen in die Infrastruktur, weise eine starke Bilanz auf und biete einen stabilen Dividendenausblick, schreiben die Analysten. Die Aktien der Konkurrentin Sunrise (+0,8%) empfiehlt HSBC zu 'Kaufen'.

Galenica (+1,0%) profitieren vom stärkeren Engagement des Grossaktionärs und Investors Martin Ebner. Nun besitzt die von Ebner kontrollierte Gesellschaft Patinex neu einen Anteil von 20,38% an Galenica nach zuvor gemeldeten 18,04%. Festere Kurse sind etwa auch noch bei den Zyklikern Geberit (+0,5%) oder Adecco (+0,4%) sowie bei den Finanztiteln von Julius Bär und Zurich Insurance (je +0,3%) zu sehen.

Am breiten Markt haben einige weitere Unternehmen aus der zweiten Reihe in der sich dem Ende zuneigenden Berichtssaison ihre Geschäftszahlen vorgelegt. So berichtete das Biochemie-Unternehmen Bachem (Aktie: +1,3%) von einer markanten Umsatz- und Gewinnsteigerung. Die Aktionäre profitieren mit einer Dividendenerhöhung vom guten Geschäftsgang, was an der Börse Zuspruch findet.

Derweil gelang der Online-Reiseagentur Lastminute.com (-0,3%) im vergangenen Geschäftsjahr die Rückkehr in die Gewinnzone, was sich allerdings anhand des bereits im Februar publizierten Umsatzes und operativen Ergebnisses EBITDA erahnen liess. Die Gesellschaft kündigte zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm an.

Der Halbleiterhersteller AMS (-0,1%) hat zum Ausbau des Bereichs optische Sensorlösungen den US-Partner Princeton Optronics übernommen. Und Valiant (+0,3%) teilte mit, dass sie die Regionalbank Triba vollständig übernehmen will. Die Titel der Bank Vontobel klettern derweil getragen von einer 'Kaufempfehlung' der UBS um 2,0% in die Höhe.

(AWP)