Schweizer Börse - Freundlich zu Wochenschluss - Schwergewichte bremsen

Der SMI zeigt sich zu Wochenschluss von seiner freundlichen Seite. Vor der Veröffentlichung des womöglich richtungsweisenden US-Arbeitsmarktberichts würden sich die Anleger optimistisch zeigen, heisst es im Handel.
10.03.2017 12:50
Ampel bei der Schweizer Börse in Zürich zeigt grün.

Überwiegende Marktmeinung ist, dass der Bericht eine Leitzinsanhebung durch die US-Notenbank kommende Woche untermauern wird.

Die gute Stimmung wird auch auf den Nachhall der Äusserungen der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Vortag zurückgeführt. Zwar hätten die Notenbanker an ihrer Geldpolitik festgehalten, doch scheine die Wirtschaft der Eurozone endlich auf Touren zu kommen, so der Tenor. In der Folge hat sich am Devisenmarkt auch das EUR/CHF-Paar von seinen zuletzt sehr tiefen Notierungen etwas gelöst. Gebremst wird der hiesige Aktienmarkt aber von seinen defensiven Schwergewichten.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 12 Uhr 0,09% höher bei 8'647,40 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um deutlichere 0,28% auf 1'374,30 Zähler, während der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,13% höher bei 9'533,75 steht. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 25 im Plus und fünf im Minus.

Bankaktien ziehen an

Zu den Profiteuren steigender Zinsen gehören Banken, entsprechend ziehen die Valoren von Credit Suisse (+1,6%) und UBS (+1,1%) relativ deutlich an. Auch Julius Bär steigen um 0,7%. Experten zufolge dürften vermutlich weder schwache, noch starke Arbeitsmarktdaten die US-Notenbank Fed von einer Leitzinserhöhung in der kommenden Woche abhalten.

Unternehmensnews gehören nur die Nebenbühne. So hat die UBS 2016 weniger verdient als zunächst gedacht: Im Geschäftsbericht beziffert das Institut den Gewinn auf 3,204 Mrd CHF, das sind 102 Mio weniger als die ungeprüften Ergebnisse, die Ende Januar veröffentlicht wurden. Grund für die Abweichung sind höhere Rückstellungen.

Die Versicherer halten nicht ganz Schritt; am besten schneiden Zurich Insurance mit +0,5% auf 283,40 CHF ab. Für die Papiere hat RBC das Kursziel im Rahmen einer Branchenstudie auf 280 CHF erhöht. Die Einstufung bleibt "Sector Perform".

Bei Sika (+1,3%) sorgt eine Studie aus dem Hause Bernstein für Gesprächsstoff. Darin hebt der zuständige Analyst das Kursziel relativ deutlich auf 6'550 CHF an. Dieses liegt damit immer noch knapp 14% über dem aktuellen Kurs. Wenig überraschend lautet die Empfehlung unverändert "Outperform". In einem optimistischen Szenario könnten die Papiere gar bis auf 10'000 CHF klettern, heisst es hier.

Swisscom ziehen um 0,7% an, obschon bekannt wurde, dass die Tochter Billag ihren Inkassoauftrag für die Schweizer Radio- und TV-Gebühren verloren hat. Allerdings nimmt Billag die Aufgabe noch bis zum 1. Januar 2019 wahr. Mit an der Spitze stehen auch die Papiere des krisengeschüttelten Backwarenherstellers Aryzta (+0,6%); dieser wird kommenden Montag die Zahlen für das erste Halbjahr bekanntgeben.

Vorwiegend Aufschläge gehen auch auf andere zyklische Valoren wie Swatch (+0,6%), LafargeHolcim (+0,5%), Geberit (+0,4%) oder Dufry (+0,4%).

Mit angezogener Handbremse sind derweil die defensiven Schwergewichte unterwegs: Nestlé verlieren 0,4% und Roche 0,3%, während Novartis um 0,2% anziehen. Mit einem Anteil von mehr als 60% an der SMI-Kapitalisierung sorgen in erster Linie diese drei Titel dafür, dass die (SMI)-Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Im breiten Markt haben derweil diverse Firmen ihre Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr oder einen Ausblick auf 2017 gegeben. Gut aufgenommen werden insbesondere die Zahlen der beiden Genfer Finanzinstitute Edmond de Rothschild (+6,0%) und Banque Profil de Gestion (+6,5%). Auch die Aktien des Lausanner Brokers CFT (+8,1%) werden nach Zahlen gesucht.

Weniger überzeugt haben derweil offensichtlich der Maschinenbauer Starrag (-1,4%) und die Industriegruppe SFS (-1,4%).

Ebner stösst Mobilezone-Aktien ab

Die Aktien von Mobilezone tendieren nach Zahlen unverändert. Interessant sind aber die sehr hohen Volumen - mit 1,9 Millionen Aktien wurde bereits das Siebenfache eines Tagesvolumens umgesetzt. Dessen Grossaktionär Martin Ebner trennt sich derzeit von seiner 17% grossen Beteiligung am Handyverkäufer, wie dieser gegenüber AWP bestätigte.

Um 0,8% nach unten geht es mit Coltene, nachdem die Credit Suisse ihre Einstufung direkt auf "Underperform" von "Outperform" gesenkt hat.

(AWP)