Schweizer Börse - Kursschwäche der Credit Suisse bremst SMI

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag im Fahrwasser der festeren Wall Street angezogen. Der Anstieg wurde durch das kräftige Kursminus der Credit Suisse gebremst.
23.03.2017 17:30
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich.

Der SMI, der sich über weite Strecken seitwärts bewegt hatte, notierte zum Handelsschluss um 0,7 Prozent höher bei 8629 Punkten und überwand erstmals seit zwei Wochen wieder die psychologisch und charttechnisch wichtige Marke von 8600 Zählern.

Spekulationen über eine Kapitalerhöhung schickten die Aktien der Credit Suisse 2 Prozent in die Tiefe. Die zweitgrösste Schweizer Bank überlegt Insidern zufolge, ihre Kapitaldecke durch eine Kapitalerhöhung und nicht durch einen Teil-Börsengang der Schweiz-Tochter zu stärken. Die Bank erwäge ein beschleunigtes Orderbuch-Verfahren, wie zwei mit der Sache vertraute Personen zur Nachrichtenagentur Reuters sagten. "Sie brauchen mehr Kapital", erklärte einer der Insider. "Sie sehen ein, dass sie das ohne IPO machen können." Die Anteile von Rivale UBS legten 0,5 Prozent zu.

Ruhige Geschäfte

Sonsten verlief das Geschäft Händlern zufolge in ruhigen Bahnen. Zunehmende Zweifel an einer raschen Umsetzung der Wahlversprechen von US-Präsident Donald Trump dämpften die Kauflust, sagten Händler. Die Anleger wollen eine für Donnerstag angesetzte Abstimmung im US-Repräsentantenhaus über die Abschaffung der Gesundheitsreform von Trumps Vorgänger Barack Obama abwarten. Sollte Trump scheitern, stünden auch die anderen geplanten und zum Teil sehr börsenfreundlichen Versprechungen auf dem Prüfstand, hiess es in einem Kommentar der Thurgauer Kantonalbank.

Die Standardwerte tendierten mehrheitlich fester. Den stärksten Anstieg verzeichneten die beiden Luxusgüterwerte Richemont und Swatch mit 1,7 und 2,4 Prozent. Die Anleger hoffen auf gute Nachrichten von der Basler Uhren- und Schmuckmesse, die am Donnerstag ihre Tore öffnet. "Die jüngsten positiven Äusserungen mehrerer Uhrmacher geben zu Hoffnung Anlass", sagte ein Händler. Zudem dürfte nach fast zwei Jahren mit rückläufigem Absatz der Boden gefunden sein.

Die Aktien von Adecco rückten 0,7 Prozent vor. Der Personaldienstleister setze sein Aktienrückkauf-Programm um, sagte ein Börsianer. Auch Werte aus der Baubranche wie LafargeHolcim und Geberit sowie die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB legten zu. Etwas fester notierten auch die SGS-Aktien, obwohl das Prüfunternehmen die Dividende auszahlt.

Die Pharmawerte Novartis und Roche je ein Prozent an Wert. Die Deutsche Bank und SocGen hoben das Kursziel für Roche an und bekräftigten die Kaufempfehlung. In den USA wurde eine neuartige Kontaktlinse der Novartis-Tochter Alcon zugelassen. Das dritte Index-Schwergewicht Nestle hinkte mit einem Plus von 0,6 Prozent hinterher.

Bei den ebenfalls meist festeren Versicherungen legten Baloise 1,3 Prozent zu. Der Versicherer steigerte den Gewinn 2016 um 4,4 Prozent auf 534,8 Millionen Franken und übertraf damit die Analystenerwartungen. Die Dividende soll um 20 Rappen auf 5,20 Franken angehoben werden.

Meyer Burger gesucht

Am breiten Markt kletterten die Aktien von Meyer Burger um 7,3 Prozent. Der am Mittwoch veröffentlichte Jahresabschluss des Zulieferers der Solarindustrie lässt Händlern zufolge operative Fortschritte erkennen.

Die Titel von Emmi zogen 4,5 Prozent auf 678,50 Franken zu. Baader Helvea hat das Kursziel für den Milchverarbeiter auf 770 von 730 Franken erhöht und die Empfehlung "Buy" bekräftigt.

Rieter zogen 4,3 Prozent auf 208,50 Franken an. Credit Suisse erhöhte das Kursziel für den Maschinenbauer auf 270 Franken an und empfahl den Titel zum Kauf.

Die Aktien des Flughafen Zürich sanken nach einer Verkaufsempfehlung von Kepler Cheuvreux um 2,4 Prozent.

Bei Newron strichen die Anleger nach dem Kursanstieg vom Vortag Gewinn ein. Der Pharmatitel fiel um 6,7 Prozent. Newron hatte am Mittwoch die Zulassung des Parkinson-Medikaments Xadago in den USA bekanntgegeben.

(Reuters)