Schweizer Börse - Leichte Gewinne - Roche stützt

Der SMI tendiert am Donnerstag leicht fester. Die Vorgaben aus Übersee waren gemischt: Während der Dow Jones am Vortag etwas höher aus dem Handel ging als zum Schluss in Europa, gaben die Börsen in Asien mehrheitlich ab.
30.03.2017 10:27
Die Aktien von Swiss Re schwingen am Donnerstag im SMI oben auf.
Die Aktien von Swiss Re schwingen am Donnerstag im SMI oben auf.
Bild: Bloomberg

Derzeit schauten die Investoren trotz des turbulenten Regierungsstils von Donald Trump offenbar mit Vertrauen auf die Konjunkturlage in den USA, heisst es. Auch hätten die Märkte am Vortag gelassen auf den offiziellen Brexit-Antrag reagiert. Der Austritt Grossbritanniens sorgt dennoch für Unbehagen in Europa.

Momentan seien interessanterweise defensive Anlageformen wie Bonds und Gold bei den Anlegern ebenso gefragt wie Aktien, sagt ein Experte. Angesichts des geldpolitischen Straffungskurses grosser Notenbanken in den USA und China dürfte diese Abnormität aber nicht lange anhalten, vermutet dieser. Am Nachmittag sprechen in den USA mehrere Fed-Mitglieder. Zuvor - am späteren Vormittag - werden auch noch Daten zum Konsumentenvertrauen aus der Eurozone mit Spannung erwartet.

SMI leicht im Plus

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 09.30 Uhr 0,15% auf 8'674,25 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt 0,12% auf 1'372,07 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,12% auf 9'619,17. Bei den 30 wichtigsten Titeln stehen 17 im Plus, elf im Minus und zwei unverändert.

Unterstützung liefern dem SMI insbesondere die schwergewichtigen Roche (+0,4%), während Novartis (+0,1%) leicht zulegen und Nestlé unverändert stehen. Beide Pharmakonzerne konnten mit positiven Neuigkeiten aufwarten: Roche erhält Rückendwind für Rituximab bei der Zulassung zur subkutanen Verabreichung bei bestimmten Blutkrebsarten in den USA. Ein beratendes Komitee der US-Gesundheitsbehörde FDA habe diese einstimmig empfohlen.

Novartis hat indes von der FDA für die CAR-T-Zelltherapie zur Behandlung von Kindern und jungen Erwachsenen mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) ein beschleunigtes Zulassungsverfahren erhalten.

Ganz vorne stehen Dufry (+0,8%) und Actelion (+0,6%). Die Grossbankenwerte CS und UBS (+0,1) legen lediglich etwas zu. Mit Blick auf einen möglichen IPO der Credit Suisse Schweiz AG sagte VRP Urs Rohner in einem am Donnerstag erschienenen Interview mit der Weltwoche, dass die Bank "nicht unter besonderem Zeitdruck" sei. Grundsätzlich sei der Börsengang einer Schweizer Universalbank einen attraktive Option, allerdings würde die Führung der Gruppe sicher erheblich komplizierter.

Die Luxusgüterwerte Richemont (+0,3%) und Swatch (0,4%) sind etwas fester. Vontobel verweist auf die Ergebnisse von Hengdeli und Emperor, welche auf eine Erholung des Retailgeschäfts in Mainland China und eine Stabilisierung in Hongkong verwiesen.

Nach anfänglich deutlicheren Einbussen legen Lonza (+0,1%) mittlerweile leicht zu. Die Aktionäre reagieren am Donnerstag relativ gelassen auf eine grosse Kapitalerhöhung. Der Basler Pharmazulieferer hatte am Morgen mitgeteilt, wie er den 5,5 Mrd USD teuren Kauf des US-Kapselherstellers Capsugel finanzieren will. Das Ausmass der Kapitalerhöhung überrascht die Experten aber nicht.

Sika mit Verlusten

Deutliche Verluste verbuchen dagegen Sika (-1,0%). Am Vorabend hat Baader Helvea in einer Sektorstudie das Rating für die Aktien auf "Hold" von zuvor "Buy" gesenkt. Seit Mitte November sei der Aktienkurs um mehr als 20% gestiegen, heisst es. In der Bewertung seien bereits viele positive Erwartungen enthalten.

Clariant (-0,4%), Bâloise und Swiss Life (je -0,3%) geben etwas ab.

Am breiten Markt geben Wisekey (-1,7%) deutlich ab, nachdem die angedachte Fusion mit Openlimit geplatzt ist. Sunrise (-0,9%) leiden unter einer Rückstufung - aus Bewertungsgründen - auf "Hold" durch Berenberg.

Bei GAM (+2,1%) geht unterdessen die Meinungsverschiedenheit zwischen Management und Verwaltungsrat auf der einen Seite und RBR auf der anderen Seite weiter. Einschneidende Massnahmen seien dringend nötig, die bisherigen Diskussionen dazu allerdings gescheitert, so RBR. Die von der Aktionärsgruppe angedachten Kosteneinsparungen würden auf dem ersten Blick unrealistisch erscheinen, ohne das Unternehmen signifikant zu beeinträchtigen, kommentiert Vontobel. Am Markt verspricht man sich nun weitere Details - wie einen Zeitplan - am RBR-Webcast am Nachmittag.

(AWP)