Schweizer Börse - SMI legt Verschnaufpause ein

Der SMI hat nach seinem zuletzt guten Lauf zum Wochenstart zunächst eine Verschnaufpause eingelegt. Der Leitindex dämmte seine Anfangsverluste jedoch rasch ein und bewegt sich bis zum Mittag mehr oder weniger seitwärts.
06.03.2017 13:04
Dei Schweizer Börse tendiert seitwärts.
Dei Schweizer Börse tendiert seitwärts.
Bild: ZVG

Ein Händler verweist auf die sehr gut gelaufene Vorwoche mit ihren zum Teil rekordhohen Volumina. Diese Entwicklung zusammen mit einer überschaubaren Nachrichtenlage und keinen aussergewöhnlich starken Vorgaben führe auch hierzulande zu einem verhaltenen Verlauf.

Bestimmt wird das Marktgeschehen einerseits von der angekündigten Kapitalerhöhung der deutschen Bank, was sowohl hierzulande als auch europaweit auf Bankaktien lastet. Rückenwind bekommen dagegen die Uhrenhersteller aus China, wo die Regierung zwar die Wachstumsprognose für 2017 leicht senkt, sich aber insgesamt sehr zuversichtlich für die weitere Entwicklung zeigt.

Der Swiss Market Index (SMI) steht am Mittag gegen 12.10 Uhr um 0,26% tiefer bei 8'647,41 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,35% auf 1'370,39 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,25% auf 9'517,78 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 18 im Minus, sieben im Plus fünf Werte sind unverändert.

Banken unter Druck

Unter den Plänen der Deutschen Bank leiden vor allem die Anteilsscheine der Credit Suisse (-3,6%). Immerhin komme bei der Grossbank immer wieder die Frage nach einer Kapitalerhöhung auf, so dass sie bei derlei Nachrichten am stärksten in Sippenhaft genommen werde, erklärt ein Händler. Für die Papiere der UBS (-0,9%) geht es zwar auch abwärts, aber weniger ausgeprägt. Quasi unbeeindruckt präsentieren sich die Aktien von Julius Bär (+0,04%).

Aus dem Finanzsektor fallen zudem noch die Aktien der Swiss Life mit -1,1% überdurchschnittlich stark. In der Vorwoche hatten die Titel noch zu den grössten Gewinnern gezählt. An diesem Montag gab es Abstufungen von Analystenseite. Allerdings hat diese Entscheidung etwa im Fall von Kepler Cheuvreux eher mit dem guten Lauf der Papiere zu tun als mit der Geschäftsentwicklung.

Abwärts geht es zudem noch für Zykliker wie Clariant (-1,0%), ABB (-0,9%) und Syngenta (-0,7%). Damit haben die Aktien des Agrochemie-Konzerns Syngenta einen Grossteil ihrer frühen Verluste wieder wett gemacht. Mittlerweile hat sich der chinesische Staatskonzern ChemChina zu Wort gemeldet und erklärt, die geplante 43 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Syngenta bei den dortigen Behörden zur Wettbewerbsprüfung angemeldet zu haben. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach dies noch nicht passiert sei.

Auf der überschaubaren Gewinnerliste stehen die Aktien vom Backwarenkonzern Aryzta mit +1,3% an der Spitze. Händler sprechen hier von einer Gegenbewegung auf die jüngsten Kursverluste.

Uhrenaktien gefragt

Ebenfalls fest präsentieren sich die beiden Uhrenhersteller Swatch (+0,9%) und Richemont (+0,5%). Sie erhalten etwas Rückenwind aus China. Am Wochenende hat der Volkskongress in Peking seine Wachstumsprognose für 2017 insgesamt etwas reduziert, trotz des langsamsten Wachstums seit 26 Jahren sieht der oberste Wirtschaftsplaner des Landes, He Lifeng, die Wirtschaft aber auf Kurs. Das Wirtschaftswachstum von 6,7% im vergangenen Jahr sei "stabil und gesund" gewesen, sagte er am Montag am Rande des Volkskongresses.

Dass die Kursverluste insgesamt nicht noch deutlicher ausfallen, ist auch den Kursen von Nestlé und Novartis (beide unverändert) zu verdanken, die sich besser als der Markt halten. Nur Roche fallen mit -0,3% in etwa mit dem Gesamtmarkt. Novartis kann dabei nur bedingt von seinen Mitteilungen zur Generika-Tochter Sandoz und deren wirksamen Biosimilar und dem eigenen Mittel Cosentyx profitieren.

Im breiten Markt ist die Berichtssaison an diesem Montagmorgen mit den Zahlen von Alpiq (+1,2%), der dem Flughafen Zürich (-0,4%) und der VZ Holding (-1,8%) weitergegangen. Zu den grössten Verlierern zählen im breiten Markt allerdings die Aktien von Wisekey (-3,5% auf 4,20 CHF). Das Cybersecurity-Unternehmen nimmt weitere 1,2 Mio CHF mittels Privatplatzierung auf. Ein Händler moniert, dass der Platzierungspreis mit 3,50 CHF pro Stück unter dem aktuellen Kurs liege.

(AWP)