Schweizer Börse - SMI rutscht unter dem Druck der Banken ins Minus ab

Der Schweizer Aktienmarkt legt zum Abschluss einer Woche mit deutlichen Kurssteigerungen eine Verschnaufpause ein.
27.01.2017 12:43
Der SMI gibt am Freitag leicht nach.
Der SMI gibt am Freitag leicht nach.
Bild: cash

Von nachgebenden Banken belastet ist der Leitindex SMI bis am Mittag wieder unter die Marke von 8'400 Punkten gerutscht. Die UBS hat zwar mit Quartalszahlen die Markterwartungen übertroffen, die schwächelnde Kernsparte Wealth Management gibt den Anlegern allerdings zu denken. Auf der Gegenseite stützen Nestlé mit leichten Avancen den Gesamtmarkt.

Den Märkten fehlten derzeit die nötigen Impulse für Anschlusskäufe, heisst es im Handel. Frische Impulse könnten am frühen Nachmittag die BIP-Daten aus den USA zum vierten Quartal liefern. Zudem werden auch noch Angaben zu den US-Auftragseingängen oder zum Konsumentenvertrauen erwartet. Der Konjunkturoptimismus hat mit der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten und den Plänen in der Infrastruktur- und Steuerpolitik zugenommen. Jedoch weisen Händler auch auf den drohenden Konflikt mit der US-Notenbank hin: Während das Fed höhere Leitzinsen anstrebe, ziele Trump auf mehr Wachstum ab.

SMI leicht im Minus

Bis um 12 Uhr verliert der Swiss Market Index (SMI) 0,28% auf 8'382,18 Punkte. Dennoch steuert der SMI auf ein kräftiges Wochenplus von aktuell 1,2% zu. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,52% auf 1'340,73 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,19% auf 9'157,72 Stellen ein. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen nun 18 im Minus und 12 im Plus.

Die UBS-Papiere haben die Kursverluste nach schwachem Beginn noch ausgeweitet und büssen nun 3,5% ein. Während im vierten Quartal die Performance der Investment Bank und der US-Vermögensverwaltung überzeuge, werfe die schwächelnde Kernsparte Wealth Management Fragezeichen auf, heisst es. Dort sei die Bruttomarge um zwei Basispunkte gesunken und auch der Neugeldzufluss habe enttäuscht, so ein Analyst. Auch die geringere Ausschüttung komme kurzfristig nicht gut an, so ein weiterer Experte. Nach den zuletzt deutlichen Kursavancen würden nun Gewinne mitgenommen.

Mit der UBS sind auch Credit Suisse (-3,8%) und Julius Bär (-3,0%) auf die Verliererstrasse eingeschwenkt. Der Vermögensverwalter wird kommende Woche die Geschäftszahlen 2016 vorlegen. Derweil büssen Aryzta (-3,4%) weiter kräftig an Wert ein. Seit der in der Vorwoche veröffentlichten Gewinnwarnung haben die Titel des Backwarenkonzerns mehr als einen Drittel verloren.

Bei den Zyklikern gehören Adecco (-1,1%), Lonza (-1,0%) und Dufry (-1,1%) zu den grössten Verlierern. Goldman Sachs hat den Titel des Reisedetailhändlers nach der zuletzt überdurchschnittlichen Kursentwicklung von der 'Pan-Europe Buy List' genommen und das Rating auf 'Neutral' von 'Buy' abgestuft. Das Aufwärtspotenzial sei mittlerweile begrenzt, so die zuständige Analystin.

Swiss Re legen zu

Auf der Gegenseite klettern Swiss Re um 1,1% in die Höhe. Goldman Sachs hat hier die Einstufung auf 'Buy' von 'Neutral' angehoben. Der Rückversicherer sei gut positioniert, um durch die anstehenden Herausforderungen des Marktes zu navigieren, heisst es im Kommentar. Die Aktie biete zudem eine sichere und attraktive Rendite mit einem tiefen Risikoprofil dank des komfortablen Niveaus an überschüssigem Kapital.

Kursgewinne erzielen etwa auch noch Givaudan (+0,8%) oder Sika (+0,6%), während die Schwergewichte Nestlé (+0,7%), Roche (+0,1%) und Novartis (-0,3%) uneinheitlich tendieren. Bei Actelion (+0,2%) ist etwas Ruhe eingekehrt, nachdem das 30-Mrd-USD-Kaufangebot von Johnson&Johnson die Titel am Donnerstag um 19% in die Höhe getrieben hatte.

Im breiten Markt hat der Ostschweizer Metallverarbeiter SFS den Umsatz im vergangenen Jahr gesteigert und die operative Marge deutlich verbessert. SFS habe die richtigen Schritte unternommen, um die Profitabilität zu steigern und Wachstumsgelegenheiten zu ergreifen, so ein Analyst. Die Aktien sind nach gutem Beginn aber in die Verlustzone abgerutscht und büssen 0,2% ein.

Börsenneuling KTM Industries steigerte Umsatz und Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich und so klettern die Aktien um 3,7% in die Höhe.

(AWP)