Schweizer BörseSMI schliesst kaum verändert

Die Schweizer Börse ist am Montag auf der Stelle getreten. Die Anleger sind möglicherweise nicht mehr ganz so entspannt sind wie auch schon, sagt ein Händler.
20.03.2017 18:06
SMI schliesst kaum verändert
Bild: cash

Das Geschäft verlief Händlern zufolge ruhig. Die Anleger hielten sich zurück. Sie seien verunsichert über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft, nachdem die USA auf dem G20-Gipfel ein klares Bekenntnis zum Welthandel verhindert hätten.

Der SMI schloss 0,04 Prozent tiefer bei 8695 Punkten. Die vergangene Woche hatte der Leitindex mit einem Plus von 0,3 Prozent beendet. Die Luft an den Märkten werde immer dünner. Die hohe Bewertung ertrage keine Enttäuschungen, hiess es im täglichen Kommentar der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Das Angstbarometer der Börse, der Volatilitätsindex, der am Freitag auf den tiefsten Stand seit rund zwei Jahrzehnten gefallen war, legte 15 Prozent auf gut zehn Punkte zu. "Ein gewaltiger Sprung - allerdings von einem tiefen Niveau aus. Aber das zeigt doch, dass die Anleger möglicherweise nicht mehr ganz so entspannt sind wie auch schon", sagte ein Händler.

Mit Ausnahme der Grossbanken Credit Suisse und UBS gab es bei den Standardwerten nur kleine Kursschwankungen. Die CS-Aktien sanken um ein Prozent. Händler verwiesen auf die Kapitalpläne der Deutschen Bank, die ihr Kapital um acht Milliarden Euro erhöhen will. Dazu kam, dass mit der Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca zwei italienische Krisenbanken Staatshilfe beantragt haben. Insidern zufolge wird der Verwaltungsrat der Grossbank im April über einen Börsengang des Schweizer Geschäfts entscheiden. Eine endgültige Entscheidung, ob das Initial Public Offering (IPO) vorangetrieben werde oder nicht, sei noch nicht gefallen, wie die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit der Sache vertraute Personen erfuhr. "Das IPO, eine Bezugsrechtsemission oder ein beschleunigtes Orderbuch-Verfahren sind zu diesem Zeitpunkt alles mögliche Optionen," sagte eine der mit der Sache vertrauten Personen.

Die Anteile der UBS sanken um ein Prozent. Der milliardenschwere Steuerstreit zwischen der Grossbank und Frankreich kommt vor ein französisches Gericht. Nach einer mehr als fünfeinhalbjährigen Untersuchung hätten die Behörden entschieden, Anklage gegen die UBS zu erheben, teilte die Bank am Montag mit. Die UBS habe klar zum Ausdruck gebracht, dass sie die Anschuldigungen und damit verbundenen Annahmen und rechtlichen Auslegungen zurückweise. Laut einem Bericht der Zeitung "JDD" vom Sonntag war UBS auf den Vorschlag der Staatsanwaltschaft, den Streit mit der Zahlung von 1,1 Milliarden Euro beizulegen, nicht eingegangen. Auch die Aktie der Credit Suisse sank 1 Prozent.

Besser hielten sich die Titel der Vermögensverwalter: Julius Bär stiegen 0,1 Prozent, GAM stiegen 0,4 Prozent. Versicherungswerte waren eine Spur fester. Swiss Re gewannen 0,2 Prozent.

Von den Index-Schwergewichten notierten Nestle (0,3 Prozent) und Novartis (0,1 Prozent) höher. Roche schwächten sich marginal ab. Der Pharmakonzern Novartis hat die Ergebnisse einer Analyse veröffentlicht, die die Wirksamkeit des Herzmedikaments Entresto untermauern.

Die Aktien zyklischer Firmen gaben meist nach. Adecco, Geberit, Syngenta, SGS, LafargeHolcim und Swatch waren schwächer. Gegen den Trend zogen die Titel von ABB und Givaudan (plus 0,7 Prozent) an.

Am breiten Markt stachen die Anteile von Aryzta mit einem Kursplus von 5 Prozent heraus. Berenberg hat die Empfehlung für den Backwarenherstellers auf "Buy" von "Hold" angehoben.

Die Aktien von Meyer Burger stiegen um 2,5 Prozent. Der Zulieferer der Solarindustrie hat von einem Kunden in Asien einen Folgeauftrag im Wert von rund 15 Millionen Franken erhalten.

Gewinnmitnahmen belasteten die Aktien von Basilea mit 0,3 Prozent. Zunächst hatten spekulativ orientierte Käufe den Kurs der Pharmafirma kräftig angeschoben. Die Newron-Aktien rückten 4,5 Prozent vor. Händler sagten, die Käufer setzen auf eine baldige Zulassung des Parkinsonmedikamente Safinamide in den USA.

Calida rückten um 3 Prozent vor. Der Wäschehersteller hat Valentin Chapero zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Damit würde ein Vertreter des zweitgrössten Aktionärs Veraison in das Gremium einziehen. 

(Reuters)