Schweizer Börse tritt an Ort - SMI-Schwergewichte belasten leicht

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag bis zur Mittagszeit ganz leicht in die Verlustzone abgerutscht.
21.03.2017 12:45
Schriftzug der SIX am Gebäude des Schweizer Börsenbetreibers.

Etwas belastend wirken dabei die moderaten Kursabgaben der Index-Schwergewichte, während sich die Banken vom Kursrücksetzer am Montag etwas erholen. Händler sehen im aktuellen Marktumfeld kaum Anzeichen für eine grössere Korrektur, es fehle allerdings auch an Impulsen für neuen Schwung. Insofern dürfte das Treten an Ort auf dem derzeit hohen Kursniveau weitergehen.

Auf der politischen Bühne sei der Optimismus nach den Wahlen in den Niederlanden abgeflacht und es rücke nun die Präsidentschaftswahl in Frankreich in den Vordergrund, heisst es. Aber auch wenn der frühere Wirtschaftsminister Macron nach der jüngsten TV-Debatte in Umfragen an Terrain gewinnen sollte, dürften die Anleger das Geschehen nach den politischen Überraschungen des vergangenen Jahres weiterhin mit Vorsicht verfolgen, so ein Händler. Konjunkturseitig werden noch Angaben zur US-Leistungsbilanz im vierten Quartal erwartet.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 12 Uhr 0,13% tiefer bei 8'683,90 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt um 0,03% auf 1'378,12 Stellen und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,07% auf 9'633,34 Punkte. Unter den 30 wichtigsten Titeln stehen den 16 Verlierer 14 Gewinner gegenüber.

Galenica unter Druck

Deutliche Einbussen verzeichnen Galenica (-1,5%). Die zur Gruppe gehörende HCI Solutions wurde von der Weko mit 4,5 Mio CHF gebüsst. HCI habe im Bereich der Kommerzialisierung von elektronischen Medikamenteninformationen in der Schweiz eine marktbeherrschende Position inne und habe diese missbraucht, hiess es von Seiten der Wettbewerbsbehörde. Galenica selbst erachtet die Verfügung der Weko als "sachlich und rechtlich falsch" und will sie ans Bundesverwaltungsgericht weiterziehen.

Swatch Group (-0,2%) und Richemont (-0,5%) verlieren trotz erneut schwachen Uhrenexportdaten nicht allzu stark an Wert. Die im Vorfeld der am Donnerstag beginnenden Messe Baselworld veröffentlichte Februar-Statistik deutet nach wie vor auf eine schwache Nachfrage nach Schweizer Uhren hin. Dies, nachdem Swatch-Chef Nick Hayek in den vergangenen Wochen optimistische Töne angeschlagen und für das laufende Jahr die Rückkehr zu Wachstum versprochen hatte.

Bei Lonza (-0,7%) haben die Kreditanalysten der Bank Vontobel zwar das Rating des Pharmazulieferers mit "BBB-" bestätigt, jedoch den Ausblick auf "negativ" von zuvor "stabil" gesenkt. Grund ist die Berücksichtigung der übernommen US-Firma Capsugel im Kreditmodell. Die Schwergewichte Roche, Nestlé (je -0,4%) und Novartis (-0,1%) drücken derweil leicht auf den Index.

Auf der Gewinnerseite rücken die Titel der Grossbanken UBS (+0,8%) und Credit Suisse (+0,3%) vor. Die beiden Papiere waren schwach in die Woche gestartet und können sich nun davon erholen. Julius Bär liegen mit einem Plus von 0,9% weiterhin an der Spitze der Blue Chips. Der Vermögensverwalter stellt mit Ivo Furrer den abtretenden Schweiz-Chef der Swiss Life zur Wahl in den Verwaltungsrat auf.

Fester notieren auch Swiss Re (+0,7%). Die Titel des Rückversicherers profitieren laut Händlern möglicherweise von einer Kurszielerhöhung bei allerdings gehaltender Verkaufsempfehlung durch die Bank Berenberg.

Im breiten Markt geht die Berichtssaison weiter. Der Vermögensverwalter Partners Group (+3,9%) überzeugt die Anleger mit über den Erwartungen liegenden Geschäftszahlen und einer kräftigen Dividendenerhöhung. Vetropack (+4,9%) haben sich im Handelsverlauf stark nach vorne gearbeitet. Der Spezialist für Glasverpackungen hat die Erwartungen der Marktteilnehmer weitgehend erfüllt und rechnet 2017 mit leicht steigenden Ergebnissen.

Festere Tendenzen sind nach Zahlen auch beim Immobilienentwickler Peach Property (+2,4%), während Siegfried mit dem angekündigten CFO-Wechsel 1,4% dazugewinnen. Komax büssen 3,8% ein. Der Maschinenhersteller hat 2016 zwar mehr verdient, hohe Sonderaufwendung hätten aber einen deutlicheren Anstieg verhindert, heisst es in einem Kommentar. Schlatter stehen nach Zahlen mit 1,4% unter Druck.

(AWP)