Schweizer Börsenbetreiber - SIX-Chef will Platz machen für neue Ideen

Mit seinem Abgang als SIX-Chef will Urs Rüegsegger beim Schweizer Börsenkonzern für frischen Wind sorgen.
03.06.2017 19:36
Urs Rüegsegger, noch bis Ende Jahr CEO der SIX Group.
Urs Rüegsegger, noch bis Ende Jahr CEO der SIX Group.
Bild: ZVG

"Es gibt nicht einen externen Anlass, sondern es ist meine Überzeugung, dass man als CEO irgendwann Platz machen muss für neue Ideen und Impulse", begründet Rüegsegger seinen Schritt, der am Mittwoch bekannt wurde. "In den letzten zwölf Monaten habe ich mich wiederholt dabei ertappt, dass ich bei Vorschlägen gesagt haben: 'Das haben wir schon mal probiert'." Jeder Chef habe eine eigene Sicht auf das Unternehmen und den Markt. "Das befördert gewisse Vorhaben und Ideen, andere etwas weniger." Nun sei es Zeit für einen Wechsel.

Der Konzern habe die 2008 eingeleitete Fusion von drei Vorgängerfirmen zur SIX inzwischen vollständig abgeschlossen und das Geschäft laufe. "Finanziell sind wir im Steigflug", erklärte der 55-Jährige. "Das ist ein guter Moment, um die Nachfolge einzuleiten." Rüegsegger will das laufende Geschäftsjahr noch an der SIX-Spitze bleiben und das Steuer erst abgeben, wenn das Resultat 2017 vorliegt und der Verwaltungsrat einen neuen Unternehmenschef bestimmt hat. "Das wird irgendwann zwischen März und Juni 2018 sein."

Mit der Amtsantritt des neuen SIX-Präsidenten Romeo Lacher habe sein Rücktritt nichts zu tun. "Die Zusammenarbeit mit dem Präsidenten ist hervorragend", erklärte Rüegsegger. "Er ist in fast allen unseren Geschäftsfeldern ein Profi. In Bezug auf Sparring auf hohem Level ist er die perfekte Besetzung."

Mit Blick auf das Anforderungsprofil für seinen Nachfolger erklärte der frühere Chef der St. Galler Kantonalbank: "Wenn ich zurückschaue, hat es mir sehr gut geholfen, das Bankgeschäft zu verstehen." Nützlich sei auch, Teil des Schweizer Finanz-Netzwerkes zu sein. "Drittens sollte man nicht ganz frei sein von IT-Know-how."

Neben der Fusion der drei Vorgängerfirmen während der Finanzkrise wertete Rüegsegger auch die strategische Neuausrichtung von Geschäften und das Umsatzwachstum als Erfolg. In einem Punkt gebe es aber noch zu tun. "Der One-Company-Gedanke muss noch weiter reifen", erklärt Rüegsegger. Einige Mitarbeiter konzentrierten sich noch zu stark auf ihr eigenes Geschäftsfeld.

(Reuters)