Schweizer Börse: Anleger bekommen kalte Füsse

Die Anleger an der Schweizer Börse hat am Dienstag nach einem schwungvollen Start der Mut verlassen.
13.09.2016 17:40
Das war wohl nichts: Am Dienstag gingen an der Schweizer Börse die morgendlichen Gewinne am Nachmittag wieder flöten.
Das war wohl nichts: Am Dienstag gingen an der Schweizer Börse die morgendlichen Gewinne am Nachmittag wieder flöten.
Bild: Bloomberg

Angesichts der Ungewissheit über die Zinsentwicklung in den USA rutschten die Kurse am Nachmittag wieder ab. Auch der schwache Start der Wall Street verunsicherte die Marktteilnehmer. Der SMI notiert zum Börsenschluss bei 8175 Punkten um 0,4 Prozent tiefer. Vorübergehend war der Leitindex bis auf 8250 Zähler gestiegen.

Zwar ebbten die Sorgen der Anleger vor einer baldigen Zinserhöhung in den USA ab, wie Händler sagen. Doch im Laufe des Tages setzte sich die Ansicht durch, dass die Signale von der Notenbank widersprüchlich seien. Notenbankdirektorin Lael Brainard warnte vor einem zu frühen Ende der lockeren Geldpolitik zur Stützung der Wirtschaft und hatte damit Spekulationen ausgelöst, dass eine Anhebung der Zinsen noch in diesem Monat unwahrscheinlich sein dürfte. Allerdings hatten sich zuvor andere hochrangige Fed-Vertreter für eine baldige Straffung der Geldpolitik ausgesprochen.

Die neben ABB einzigen Gewinner im SMI sind Swatch und Richemont mit einem Plus von 2 und 1,5 Prozent. Der Luxusgüter-Hersteller Richemont will am Mittwoch über die Umsatzentwicklung in den ersten fünf Geschäftsmonaten informieren. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Rückgang der Verkaufserlöse um gut 11 Prozent.

ABB-Grossaktionär macht Druck - Aktie steigt

ABB werden mit 21,72 Franken um 0,5 Prozent höher als am Vortag angeschrieben. Grossaktionär Cevian erhöht den Druck auf das Management des Elektrotechnikkonzerns. Der Chef des Hedgefonds, Christer Gardell, forderte in einem Interview die Abspaltung und separate Börsenkotierung des Netzwerkgeschäfts. Damit dürfte der Wert je bestehender ABB-Aktie auf mindestens 35 Franken je Aktie steigen, ergänzte ein Sprecher.

Lafarge-Holcim geben die Gewinne wieder ab und stehen bei Handelsschluss 0,2 Prozent tiefer. Der Zementkonzern sehe sich auf Kurs, die Ziele im laufende Jahr und auch für 2018 zu erreichen, wie es auf einem Analystenanlass hiess.

Das Interesse an Bankwerten, die anfangs in der Gunst der Anleger gestanden waren, liess im Handelsverlauf merklich nach und die Notierungen rutschten ins Minus. Die Aktien der Credit Suisse stehen 0,8 Prozent tiefer und die von Rivalin UBS verlieren 0,9 Prozent. Die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär geben 0,1 Prozent nach. Einen Kurssprung von 8,4 Prozent verbuchen Partners Group. Die Anleger griffen nach den Aktien, nachdem der auf Private-Equity-Anlagen spezialisierte Vermögensverwalter mit einem Halbjahresgewinn von 254 Millionen Franken die Analystenerwartungen deutlich übertroffen hatte.

Santhera und Basilea in der Anlegergunst

Von den beiden Pharma-Schwergewichten kam wenig Unterstützung. Novartis und Roche wurden um 0,3 und 0,1 Prozent tiefer gehandelt. Am breiten Markt stechen zwei Titel aus der Gesundheitsbranche mit Kursgewinnen heraus. Santhera steigen um 1,8 Prozent und Basilea rücken 0,4 Prozent vor. Basilea profitierte von einer Vertriebs- und Lizenzvereinbarung mit der Grupo Biotoscana für die Antipilzmittel Isavuconazol und das Antibiotikum Ceftobiprol. Basilea erhält eine Zahlung in Höhe von elf Millionen Franken und hat Anrecht auf weitere Zahlungen, die an das Erreichen regulatorischer und kommerzieller Meilensteine geknüpft sind. Santhera hat zusätzliche Phase-III-Daten zur Arznei Raxone vorgelegt, die Firmenangaben zufolge die Vorzüge des Wirkstoffs zur Behandlung von Patienten mit der Muskelerkrankung DMD belegen.

Auf der Verliererseite sind Versicherungswerte zu finden. Der Rückversicherer Swiss Re und der Lebensversicherer Swiss Life sinken um je 1,1 Prozent. Vaudoise fallen um 2,9 Prozent. Die Waadtländer Gesellschaft verzeichnete im ersten Halbjahr wegen hoher Schadenzahlungen im Juni und einem schlechteren Anlageergebnis einen Gewinnrückgang auf 60,2 Millionen Franken. Auch im ganzen Jahr erwartet der Versicherer einen Gewinnrückgang.

(Reuters/cash)