Schweizer Börse: Anleger bleiben in Deckung

Die Anleger an der Schweizer Börse trauen sich am Donnerstagmorgen nicht aus der Deckung.
08.09.2016 10:40
Wer wagt sich vor? An der Schweizer Börse wird am Dnnerstagmorgen sehr vorsichtig gehandelt.
Wer wagt sich vor? An der Schweizer Börse wird am Dnnerstagmorgen sehr vorsichtig gehandelt.
Bild: cash

Vor den mit Spannung erwarteten geldpolitischen Beschlüssen der Europäischen Zentralbank (EZB) wollten sie keine Risiken eingehen, erklären Händler. Der SMI steht um 10.30 Uhr bei 8340 Zählern um 0,2 Prozent höher.

Am Mittwoch war der Leitindex dank Spekulationen auf eine Fortsetzung der Politik des billigen Geldes durch die grossen Notenbanken um 0,2 Prozent gestiegen. Da sich Impulse in Form von Firmenergebnissen auf wenige kleine Unternehmen beschränkten, sei nicht mit einem aktiven Handel bis zur Veröffentlichung der EZB-Beschlüsse zu rechnen.

Händler vermissen zudem Impulse aus den USA, da die Veröffentlichung des Konjunkturberichts "Beige Book" der US-Notenbank Fed keine wirklichen Neuigkeiten gebracht und die Wall Street denn auch kaum reagiert habe, heisst es am Markt. Der Fed-Bericht stützte die Einschätzung, dass es im September keine Zinserhöhung in den USA geben wird.

Wenig Spektakuläres von der EZB erwartet

Analysten gehen mehrheitlich nicht davon aus, dass die EZB die Zinsen erneut senkt. Manche spekulieren aber darauf, dass EZB-Chef Mario Draghi eine Verlängerung des laufenden Anleihe-Ankaufprogramms signalisiert. Zudem dürften die jüngsten Konjunktur- und Inflationsprognosen veröffentlicht werden. Die Pressekonferenz beginnt um 14.30 Uhr MESZ, die Entscheidung wird um 13.45 Uhr erwartet.

"Grössere Massnahmen der EZB sind unwahrscheinlich", schreibt die Commerzbank in einem Kommentar am Donnerstag. Da die realwirtschaftlichen Auswirkungen des Brexit-Referendums gering ausfielen, dürfte die EZB ihre Konjunktur-Projektionen kaum senken.

Mehrheitlich tendieren die Standardwerte etwas höher. Einzig die Aktien der Sanitärtechnik-Firma Geberit und des Nahrungsmittelsriesen Nestlé stehen leicht tiefer.

Den stärksten Anstieg verzeichnen die Aktien der Grossbank Credit Suisse mit plus 1,5 Prozent. Rivalin UBS gewinnt 0,4 Prozent an Wert. Die Aktien der Swiss Re setzen sich mit einem Kursgewinn von 1,5 Prozent mit an die Spitze der Bluechips.

Zykliker gefragt

Auch zyklische Werte wie die des Personalvermittlers Adecco und des Aromenherstellers Givaudan ziehen deutlich an.

Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont gewinnen 0,8 Prozent an Wert. Richemont macht kommende Woche Angaben zum Geschäft in den ersten fünf Monaten (per Ende August). Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) erwartet einen Rückgang der Umsätze in Lokalwährungen um neun Prozent. Der Anteil des Uhrenherstellers Swatch rückt um 0,6 Prozent vor.

Die als konjunkturresistent geltenden Pharmawerte Novartis und Roche legen 0,3 Prozent zu.

Dorma+Kaba auf Erholungskurs

Am breiten Markt legen die Aktien von Romande Energie um 2,6 Prozent zu. Der Stromproduzent ist im ersten Halbjahr mit einem Gewinn von 55 Millionen Franken in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt nach einem Verlust von 53 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum.

Die Aktien von Dorma+Kaba steigen um 1,6 Prozent und erholen sich damit zu einem kleinen Teil von den Gewinnmitnahmen vom Vortag.

Die Absetzung der Kaufempfehlung durch Baader Helvea drückt die Anteile des Anlagenbauers Schweiter um 2,7 Prozent.

(Reuters/cash)