Schweizer Börse: Anleger machen Kasse

Die Schweizer Börse gibt am Dienstag auf breiter Front nach. Händler erklären, nach der guten Vorwoche würden die Anleger nun Gewinne einfahren.
19.07.2016 10:50
Zeit, etwas Gewinn abzuschöpfen? Ein Passant studiert die Aktienkurse an der Schweizer Börse vom Dienstag.
Zeit, etwas Gewinn abzuschöpfen? Ein Passant studiert die Aktienkurse an der Schweizer Börse vom Dienstag.
Bild: Bloomberg

Als grösste Belastung für den Gesamtmarkt erweist sich Novartis, nachdem der Pharmakonzern einen durchzogenen Halbjahresbericht vorgelegt hatte. Der SMI verliert bis 10.45 Uhr 0,9 Prozent auf 8092 Punkte. Am Montag hatte der Leitindex noch leicht angezogen, nachdem er in der Vorwoche insgesamt um rund 1,4 Prozent gestiegen war.

Der weitere Verlauf könnte vom deutschen ZEW-Index abhängen, von dem die Marktteilnehmer Rückschlüsse auf die Stimmung der Anleger in den Tagen nach dem Brexit-Referendum erhoffen. Experten erwarten eine Halbierung auf neun Punkte. Am Nachmittag geht die US-Bilanzsaison unter anderem mit den Zahlen von Goldman Sachs und Johnson & Johnson sowie nach Handelsschluss Microsoft weiter.

Die Novartis-Aktien büssen 0,9 Prozent ein. Der Pharmakonzern hat wegen der Kosten für die Markteinführung seines Herzmedikaments Entresto und der Umsatzeinbussen beim wichtigen Blutkrebsmittel Glivec seine Gewinnprognose leicht gesenkt. Der Arzneimittelhersteller schliesst nicht mehr aus, dass der um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsgewinn dieses Jahr unter Ausschluss von Wechselkursschwankungen um einen niedrigen einstelligen Prozentbetrag sinkt. Im zweiten Quartal ging der Nettogewinn um 3 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zurück.

Die Titel der Konkurrentin Roche sinken um 0,9 Prozent. Auch das dritte Index-Schwergewicht, der Nahrungsmittelkonzern Nestlé verliert an Wert.

Givaudan gibt Vortagesgewinne teilweise wieder ab

Mit einem Minus von 1,4 Prozent fährt Givaudan grössere Kursverluste ein. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktien des Aromen- und Riechstoffherstellers am Vortag im Zuge von guten Halbjahreszahlen 2,4 Prozent geklettert waren.

Die Luxusgütertitel Swatch und Richemont sinken jeweils rund 1,6 Prozent. Händler erklären, viele Investoren rechneten angesichts möglicher weiterer Anschläge damit, dass Touristen Europa fernbleiben könnten. Dies dürfte die Geschäfte mit teuren Uhren und Mode beeinträchtigen. Swatch, der weltgrösste Uhrenproduzent, hatte in der Vorwoche für das erste Halbjahr einen Gewinneinbruch um 50 bis 60 Prozent angekündigt.

Bei den Banken verlieren UBS und Credit Suisse jeweils 0,9 Prozent an Wert. Die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär büssen 1,2 Prozent ein. Bär baut die Konzernleitung um. Schweiz-Chef Barend Fruithof verlasse die Gesellschaft aufgrund von unterschiedlichen Vorstellungen über die organisatorischen Änderungen der Bank. Bär führe Anfang September eine neue Struktur ein, um die Effizienz des Unternehmens zu steigern.

Bellevue-Zahlen begeistern Anleger nicht

Auch beim Logistikkonzern DKSH (Aktie -1,4 Prozent)kommt es zu Änderungen an der Spitze. CEO Jörg Wolle übernimmt im März das Verwaltungsratspräsidium. Nachfolger als Konzernchef werde der von der britischen Intertek kommende Stefan Butz.

Der Halbjahresbericht des Vermögensverwalters Bellevue vermag die Investoren nicht zu begeistern. Nach der Veröffentlichung eines Halbjahres-Gewinns von knapp drei Millionen Franken sinken die Aktien um 1,9 Prozent.

Die Titel des Solarausrüsters Meyer Burger profitieren dagegen von einem weiteren grossen Auftrag und steigen um 2,2 Prozent.

(Reuters/cash)