Schweizer Börse auf Berg- und Talfahrt

Die Anleger an der Schweizer Börse haben am Freitag mit einer gewissen Ratlosigkeit auf den US-Arbeitsmarktbericht reagiert.
04.03.2016 17:30
Die Aktien von Transocean legen am Freitag einen veritablen Kurssprung hin.
Die Aktien von Transocean legen am Freitag einen veritablen Kurssprung hin.
Bild: Bloomberg

Zunächst baute der Leitindex SMI die Gewinne aus. Danach folgte ein bewegtes Auf- und Ab. Zuletzt notierte der SMI um 0,4 Prozent höher bei 7983 Punkten.

In den USA waren im Februar mit 242.000 deutlich mehr neue Stellen ausserhalb der Landwirtschaft geschaffen worden, als Analysten mit 190.000 geschätzt hatten. Allerdings sanken die Stundenlöhne zum Vormonat überraschend um 0,1 Prozent. "Der Aufschwung ist noch nicht im Portemonnaie der Konsumenten angekommen und das dürfte Sorgen um die Konjunktur schüren", sagte ein Händler.

Lustloses Geschäft

"Das Geschäft verlief lustlos. Nicht nur wegen der US-Zahlen. Vor dem Wochenende ist die Anlagebereitschaft ohnehin gedämpft", sagte ein Händler. Daher sein auch die Umsätze nur mässig gewesen.

Ein anderer Börsianer sprach von einer gesunden Konsolidierung der Erholungsbewegung seit dem Jahrestief Mitte Februar. Mit einem Anstieg von knapp einem Prozent ist dies der dritte Wochengewinn in Folge.

Gewinner und Verlierer hielten sich bei den Bluechips die Waage. An der Spitze standen dank des höheren Ölpreises die Anteile des Bohrinselbetreibers Transocean mit plus 20,2 Prozent.

Zurich-Papiere legen zu

Die Papiere von Zurich Insurance stiegen um 1,4 Prozent. Der Versicherungskonzern baut sein Geschäft in Australien aus und übernimmt zu einem ungenannten Preis das Lebensversicherungsgeschäft von Macquarie Life . Das Top-Management bekommt den Gewinneinbruch des Versicherers im vergangenen Jahr zu spüren. Der im Dezember abgetretene Konzernchef Martin Senn erhält 2,5 Millionen Franken, nachdem er 2014 noch 8,5 Millionen Franken bezogen hatte.

Die Genussscheine des Pharmakonzerns Roche sanken um 0,3 Prozent. Händler äusserten sich enttäuscht darüber, dass sich das Papier nach dem Kursrückgang vom Donnerstag nicht erholen konnte. Andere Aktien würden sich rascher und stärker von Dividendenzahlungen erholen. Wegen der Auszahlung der Dividende von 8,10 Franken hatte der "Bon" am Donnerstag um 4,7 Prozent tiefer geschlossen.

Die Anteile von Rivale Novartis sanken um 0,5 Prozent. Die Aktien von Nestle, des am schwersten gewichteten SMI-Titels, bauten dagegen im Verlauf ihre Gewinn auf 1 Prozent aus und gaben dem Leitindex eine gute Stütze.

Bei den Aktien der Banken legte Credit Suisse 0,8 Prozent zu, UBS konnte 0,9 Prozent gewinnen. Beide Titel hatten seit Mitte Februar einen grossen Teil der heftigen Kurseinbussen, die davor seit Jahresbeginn angefallen waren, wieder aufgeholt. Die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär gewannen 2 Prozent.

Bei den Anteilen zyklischer Firmen setzte sich kein klarer Trend durch. Die Aktien von ABB schlossen unverändert. Nomura und Goldman Sachs empfehlen, die Anteile des Elektrotechnikkonzerns zu verkaufen. Die Scheine des Zementkonzerns LafargeHolcim legten 0,2 Prozent zu und die Titel des Chemiekonzerns Clariant rückten 1,5 Prozent vor.

Adecco legten 1,7 Prozent zu. Der Personalvermittler legt kommende Woche seine Bilanz für 2015 vor. Die beiden Konkurrenten Manpower und Randstad haben Mitte Februar höher als erwartete Gewinne für das vierte Quartal 2015 vorgelegt.

Am breiten Markt fielen die Dottikon-Aktien mit einem Kursplus von 7,5 Prozent auf. Die Feinchemiefirma hat die Gewinnprognose für das im März zu Ende gehende Geschäftsjahr 2015/16 angehoben.

(Reuters)