Schweizer Börse auf dem Rückzug

Schwache Vorgaben aus den USA und aus Fernost belasten am Donnerstag die Schweizer Börse. «Dem negativen Trend können wir uns nicht entziehen», sagt ein Händler.
10.09.2015 10:30
Negativer Trend an der Schweizer Börse am Donnerstagmorgen.

An der Wall Street gerieten die Kurse am Vortag wegen des nachgebenden Ölpreises und aus Furcht vor einer Abkühlung der chinesischen Wirtschaft nach anfänglichen Gewinnen unter Druck. Die Abwärtsbewegung setzte sich nach enttäuschenden Konjunkturzahlen aus Japan an den Börsen in Asien fort. Der SMI verliert bis 10.30 Uhr 0,7 Prozent auf 8814 Zähler. Am Mittwoch stieg der Leitindex um 1,3 Prozent.

Impulse erwarten Händler von den US-Konjunkturdaten am Nachmittag. Unter anderem steht der wöchentliche Arbeitsmarktbericht auf dem Programm. Die amerikanische Notenbank macht eine Zinswende von einer nachhaltigen Erholung der US-Wirtschaft abhängig.

Bis auf die Aktien der Biotech-Firma Actelion, die 1,2 Prozent zulegen können, geben alle SMI-Titel nach. Einmal mehr fallen Transocean mit dem grössten Kursausschlag auf. Die Titel des Ölplattform-Betreibers, die am Vortag rund 8 Prozent hochschossen, fallen um 1,9 Prozent.

Zykliker unter Abgabedruck

Zyklische Werte standen aber generell unter Abgabedruck. Die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont und des Elektrotechnikkonzerns ABB fallen um 1,7 Prozent.

Die Aktien der Credit Suisse büssen 1,5 Prozent ein. Das Geldhaus gehört einem Insider zufolge zu den Banken, die wegen möglicher Manipulationen bei der Versteigerung von US-Staatsanleihen ins Visier der New Yorker Finanzaufsicht geraten sind. Die Behörde habe von mehreren Banken Anfang August Informationen über die Abteilungen verlangt, die sich mit der Auktion der Bonds befassen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Damit sei aber noch kein konkreter Verdacht eines Fehlverhaltens verbunden. Die Titel von Rivale UBS schwächen sich ebenfalls 1,5 Prozent ab.

Auch die Swisscom-Titel werden um 1,2 Prozent niedriger gehandelt. Die Wettbewerbsbehörde nimmt die Werbekooperation des Telekomkonzerns mit dem staatlichen Radio- und Fernsehsender SRG und dem Verlagshaus Ringier genauer unter die Lupe. Der Weko zufolge gibt es Anhaltspunkte, dass der Zusammenschluss im Bereich der Werbevermarktung eine marktbeherrschende Stellung begründet oder verstärkt.

Sunrise nach Rückstufung im Verkauf

Auch die an sich als krisenresistent geltenden Index-Schwergewichte aus dem Pharma- und Lebensmittelsektor schliessen sich dem Abwärtstrend an. Mit Abschlägen von weniger als einem halben Prozent halten sich Nestlé, Novartis und Roche aber besser als der Markt.

Am breiten Markt falllen die Aktien von Sunrise um 1,8 Prozent auf 56,55 Franken. Die Deutsche Bank hat das Kursziel auf 80 von 88 Franken gesenkt. An der Empfehlung "Buy" hielt die Bank fest.

(Reuters)