Schweizer Börse auf Erholungskurs

Die Schweizer Börse hat zum Wochenschluss zu einer Erholung angesetzt. Kräftige Kursgewinne der gebeutelten Bankaktien führten den Kursanstieg an.
12.02.2016 17:35
Wieder etwas Glanz: Die Schweizer Börse erholt sich zum Wochenende leicht.
Wieder etwas Glanz: Die Schweizer Börse erholt sich zum Wochenende leicht.
Bild: cash

Unterstützt wurde der Aufschwung auch von den höheren Erdölpreisen und den besser als erwarteten US-Detailhandelszahlen. Der SMI steigt bis Handelsschluss um 2,1 Prozent auf 7657 Punkte. Im Vergleich zur Vorwoche verliert der Leitindex allerdings 3,8 Prozent, seit Jahresanfang summiert sich das Minus auf 13,2 Prozent.

Händler sprechen von einer technischen Erholung. "Nach solch starken Rückschlägen sind auch heftige Gegenbewegungen nicht selten", sagt ein Börsianer. Dass die Kurskorrektur abgeschlossen ist, glauben allerdings die wenigsten Marktteilnehmer. Für die Analysten der Credit Suisse ist es noch zu früh, Aktien zu kaufen.

Die besser als erwarteten US-Detailhandelsumsätze dämpften Angst vor einer Wachstumsabschwächung in der weltgrössten Volkswirtschaft. "Rezessionssorgen lassen sich auf dieser Basis nicht herleiten", sagt Helaba-Ökonom Ralf Umlauf. Der Detailhandel macht etwa 30 Prozent des privaten Konsums in den USA aus.

Dank Spekulationen auf baldige Förderkürzungen verteuerten sich die Erdölsorten Brent und WTI kräftig. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" ist sind die Opec-Länder bereit, über eine abgestimmte Kürzung der Förderung zu reden . Im Sog der höheren Ölpreise steigen die Aktien des Bohrinsel-Betreibers Transocean um 7,4 Prozent.

Gebeutelte Bankaktien rappeln sich auf

An der Spitze der Standardwerte zu finden sind auch die zuletzt unter die Räder gekommenen Bankaktien: Credit Suisse legen 6,4 Prozent zu und UBS rücken 5,1 Prozent vor. Die Anteile der beiden Grossbanken haben am Donnerstag 8,4 und 4,6 Prozent verloren. Julius Bär steigen um 3,8 Prozent. Nach dem starken Anstieg am Vortag strichen die Anleger bei der Bank Vontobel ihre Gewinne ein, der Kurs steht zum Börsenschluss um 0,4 Prozent im Plus.

Auch Versicherungswerte legen zu. Zurich steigen um 2,8 Prozent. Die Titel waren am Vortag nach der Jahresbilanz um 2,7 Prozent gesunken, obwohl Europas fünftgrösster Versicherer trotz Gewinnhalbierung die Dividende stabil hält und sein Sparprogramm verschärft.

Die Index-Schwergewichte hinken dem Markt etwas hinterher. Nestlé stehen 1,5 Prozent höher. Der Nahrungsmittelriese legt kommende Woche den Jahresabschluss vor. Bei den Pharmatiteln steigen Novartis um 1,9 Prozent und Roche sind um 1,5 Prozent fester.

Gefragt waren auch Anteile zyklischer Firmen. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB legen 2,7 Prozent zu, Clariant steigen um 1,5 Prozent und Lafarge-Holcim sind um 3,8 Prozent höher. Die Anteile des Personalvermittlers Adecco liegen dagegen nur 0,1 Prozent höher.

Schindler PS nach zahlen gesucht

Am breiten Markt rücken die Schindler-Partizipationsscheine 2,3 Prozent vor. Der Rolltreppen- und Lifthersteller hat 2015 trotz des starken Frankens den Umsatz um knapp 2 Prozent auf 9,4 Milliarden Franken gesteigert. Der Betriebsgewinn stieg auf vergleichbarer Basis um rund 8 Prozent auf gut eine Milliarde Franken. Trotzdem senkt der Konzern die Ausschüttung auf 2,70 Franken je PS und Aktie. Letztes Jahr hatte Schindler allerdings neben der ordentlichen Dividende von 2,20 Franken eine Sonderdividende von einem Franken je Aktie bezahlt.

Die Temenos-Aktien gewinnen 0,8 Prozent. Die Bankensoftware-Firma hat im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang auf 66,3 von 91,6 Millionen Dollar verbucht. Trotzdem soll an die Aktionäre mit 0,45 Franken Dividende je Aktie um 12,5 Prozent mehr ausgeschüttet werden.

Die Aktien von Leonteq legen 6,8 Prozent zu. Deckungskäufe schoben Händlern zufolge die arg gebeutelten Titel der Derivatboutique hoch.

(Reuters/cash)