Schweizer Börse auf Erholungskurs

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstag leicht im Plus. Nach dem Rücksetzer vom Vortag legt der SMI damit wieder den Vorwärtsgang ein, wobei die Anfangsgewinne schnell etwas abgeflacht sind.
11.08.2016 10:26
Die Schweizer Börse startet positiv.
Die Schweizer Börse startet positiv.
Bild: cash

Der Aufwärtstrend der Aktien nach dem Zwischentief von Ende Juli bleibt offenbar intakt, auch wenn es manche warnende Stimme gibt. Die Investoren agierten derzeit, als hätte es die Sorgen um den Brexit nie gegeben, hiess es etwa in Marktkreisen. Auch die wieder gesunkenen Ölpreise dämpfen die Stimmung derzeit nicht nachhaltig. Am Vortag hatten die US-Börsen wegen überraschend stark gestiegener Öl-Lagervorräte nach durchzogenem Handelsverlauf noch an Terrain verloren.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,11% höher bei 8'217,9 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt minim um 0,02% auf 1'231,45 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,08% auf 8'939,08 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren 12 im Plus und 17 im Minus, unverändert zeigen sich Kühne+Nagel.

Zurich und Swiss Life gesucht

Mit Abstand am besten schneiden derzeit die Versicherungskonzerne Zurich (+3,1%) und Swiss Life (+3,2%) ab, welche beide Halbjahreszahlen vorgelegt haben. Zu Zurich hiess es in Marktkreisen, dass das Ergebnis trotz gestiegener Kosten für Schäden aus Naturkatastrophen die Konsensschätzungen auch im zweiten Quartal klar übertroffen habe. Die unter dem neuen Firmenchef Mario Greco erzielten Fortschritte kommen in Analystenkreisen gut an. Dass der zuletzt mit Problemen behaftete Geschäftszweig General Insurance überdurchschnittlich stark zum operativen Gewinn beigetragen hat, wird positiv erwähnt.

Das Ergebnis von Swiss Life fiel trotz eines zweistelligen Rückgangs bei den Bruttoprämien sowohl beim Betriebsgewinn als auch beim Reingewinn deutlich besser aus als erwartet. Die Hauptattraktion sei aber vor allem die deutlich bessere Eigenkapitalsituation, hiess es am Markt. Analysten zufolge zieht sich die positive Ergebnisüberraschung auf Stufe Betriebsgewinn über alle Geschäftsfelder hinweg. Sowohl im Heimmarkt Schweiz als auch in Frankreich und Deutschland seien die Konsensschätzungen teilweise sehr deutlich übertroffen worden.

Dahinter legen insbesondere noch Lonza (+1,0%), Givaudan (+0,9%) und Nestlé (+0,8%) überdurchschnittlich zu. Für Nestlé hat die Société Générale das Rating auf 'Buy' von 'Hold' und auch das Kursziel klar auf 90 CHF erhöht. Nach einem mittelmässigen Abschneiden des Lebensmittelkonzerns in den letzten fünf Jahren dürfte dieser nun bald wieder seine Stärke zeigen, so die Einschätzung der Bank. Nestlé notieren derzeit nur unwesentlich unter dem absoluten Hoch von 78,80 CHF.

Weiter rücken etwa Geberit (+0,5%) oder Sonova (+0,4%) moderat vor. Auf der Gegenseite büssen UBS (-0,9%) etwas deutlicher an Terrain ein als CS (-0,7%), während Julius Bär (-1,0%) die rote Laterne innerhalb der Bluechips halten.

Auch Adecco büssen 1% ein. Am Vortag hatte das Papier im Anschluss an gute Zahlen noch deutlich zugelegt. In der Zwischenzeit sind weitere Kommentare mit verschiedene Kurszieländerungen eingetroffen, so etwa zwei Erhöhungen durch Goldman Sachs und Kepler Cheuvreux oder eine Senkung durch S&P. Swatch (-0,6%) und Richemont (-0,9%) werden von Kurszielsenkungen durch Bernstein etwas gebremst.

Im breiten Markt fallen Schmolz+Bickenbach (-2,7%) und Kardex (-4,1%) nach Halbjahreszahlen mit deutlichen Abgaben auf. Ebenfalls jeweils nach Zahlen legen AFG (+1,0%) und Lem (+0,7%) etwas zu, während Orell Füssli noch ungehandelt sind.

DKSH (-0,4%) geben nach der Devestition der Mehrheit an Uhrenfirma Glycine etwas nach. Dies sei ein kleiner Schritt bei der Restrukturierung des Luxusgüterbereichs, hiess es dazu in Marktkreisen.

Logitech (+2,4%) erhalten dagegen von einer Aufstufung durch Morgan Stanley und EFG (+0,9%) vom deutlich reduzierten Kaufpreis für BSI etwas Auftrieb.

(AWP)