Schweizer Börse auf Konsolidierungskurs

Die Schweizer Börse gibt am Mittwochmorgen leicht nach. Händler sprechen von einer Konsolidierung nach dem Anstieg im Vormonat.
03.08.2016 11:00
Langsam auf dem Rückmarsch: Die Schweizer Börse am Mittwochmorgen.
Langsam auf dem Rückmarsch: Die Schweizer Börse am Mittwochmorgen.
Bild: cash

"Wir können das ganze unter der Rubrik Gewinnmitnahmen und längst fällige Konsolidierung abhaken", sagt ein Börsianer. Der SMI notiert um 11 Uhr 0,3 Prozent tiefer bei 7989 Punkten. Am Vortag war der Leitindex um 1,4 Prozent gefallen.

Die weitere Entwicklung dürfte neben den zahlreichen Firmenergebnisse aus dem In- und Ausland auch stark von den US-Konjunkturzahlen abhängen. Im Fokus steht dabei der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag. Erste Hinweise auf die Jobentwicklung im Juli werden aber bereits von der Statistik der privaten Arbeitsagentur ADP am Nachmittag erwartet. Von einer besseren Lage am Arbeitsmarkt hat die US-Notenbank ihre Zinspolitik abhängig gemacht.

Zudem rücke auch der Ölpreis wieder ins Rampenlicht. "Der schwache Ölpreis könnte die Stimmung zum Kippen bringen", sagt ein Händler. Das könnte Konjunktursorgen wecken, sagt ein Börsianer.

GAM-Aktie stürzt nach Semesterzahlen ab

Die Marktteilnehmer richteten ihren Blick vor allem auf die GAM Holding. Die Aktien des Vermögensverwalters brechen nach den Halbjahreszahlen 15 Prozent ein. Der Gewinn von GAM brach im ersten Halbjahr wegen der Zurückhaltung vieler Kunden angesichts der unsicheren Zukunftsaussichten um 46 Prozent auf 55 Millionen Franken ein. Auch für den Rest des Jahres erwartet das Unternehmen ein schwieriges Umfeld. Die Aussichten für GAM seien trübe und die Geldabflüsse noch stärker als befürchtet wurde, schreiben die Analysten der Zürcher Kantonalbank.

Bei den Standardwerten stechen die Titel von Actelion mit einem Minus von 1,6 Prozent heraus. Die US-Apothekenkette CVS Health hat das Lungenmedikament Opsumit der Biotech-Firma aus seinem Programm gekippt und führt es im kommenden Jahr nicht mehr auf ihrer Liste von Standardarzneien. Das Unternehmen managt die Medikamenten-Versicherungen vieler Amerikaner.

Die Anteile des Pharmakonzerns Novartis verlieren 0,3 Prozent. Das von Novartis entwickelte Brustkrebsmedikament LEE011 wird von der US-Arzneimittelbehörde FDA als Therapiedurchbruch (Breakthrough Therapy Designation) eingestuft. Die auch unter dem Namen Ribociclib bekannte Arznei könnte damit schnell auf den Markt kommen. Eine Zulassung sei noch in diesem Jahr denkbar, erklärt ZKB-Analyst Michael Nawrath.

Die Anteile von Rivalin Roche ermässigen sich 0,7 Prozent. Mit den Nestlé-Aktien bröckelt ein weiteres Index-Schwergewicht leicht ab.

Grossbankaktien erholen sich leicht

Die Aktien der Grossbanken setzen sich nach dem Kurseinbruch am Dienstag zur Erholung an. Credit Suisse steigen 0,5 Prozent und UBS ziehen 0,2 Prozent an. Die Titel der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel geben dagegen deutlich Terrain preis.

Die Aktien zyklischer Firmen zeigen sich uneinheitlich. Die Kurse von ABB, Lafarge-Holcim und Richemont verlieren leicht, Sulzer geben 0,7 Prozent nach. Adecco und Geberit können dagegen leicht zulegen.

Eine Kaufempfehlung von KeplerCheuvreux schiebt die Aktien von DKSH 1,7 Prozent hoch. Der Broker hat die Analyse des Vermarktungs-Dienstleisters mit dem Rating "Buy" gestartet.

Ein besser als erwarteter Halbjahresabschluss gibt den Aktien von Belimo kräftig Schub.

(Reuters/cash)