Schweizer Börse auf Talfahrt

Die Schweizer Börse hat nach zwei Tagen mit Kursgewinnen am Donnerstag kräftig nachgegeben.
03.03.2016 17:30
Die Ampeln an der Schweizer Börse stehen am Donnerstag auf rot.
Die Ampeln an der Schweizer Börse stehen am Donnerstag auf rot.
Bild: cash

Der SMI sank um 1,1 Prozent auf 7951 Punkte und rutschte damit wieder unter die psychologisch wichtige 8000er-Marke. Zum überwiegenden Teil war die Schwäche dem Index-Schwergewicht Roche geschuldet. Der Pharmakonzern schüttete die Dividende von 8,10 Franken je Aktie aus, was sich in einem Kursverlust von 4,7 Prozent niederschlug. Der breite SPI, der im Gegensatz zum Leitindex um Dividendenauszahlungen bereinigte wird, verlor mit 0,3 Prozent Abschlag deutlich weniger stark.

Händler sagten, nach dem jüngsten Anstieg sei der Markt reif für eine Atempause gewesen. Zudem verlasse die Anleger vor den geldpolitischen Beratungen der Europäischen Zentralbank in der kommenden Woche zunehmend der Mut. "Der Markt wartet auf seine Droge", sagte ein Händler. Bis zur EZB-Ratssitzung sei verstärkt mit Gewinnmitnahmen zu rechnen. "Die Erwartungen an die EZB sind sehr hoch und damit ist es auch das Enttäuschungspotenzial", erklärte ein Börsianer.

Warten auf US-Zahlen

Die Entwicklung dürfte zu einem grossen Teil auch von den US-Konjunkturzahlen abhängen. Gebannt warten die Anleger auf die monatlichen Arbeitsmarktstatistik der Regierung, die Freitagnachmittag veröffentlicht wird und von der sie sich Hinweise auf den Zustand der weltgrössten Volkswirtschaft versprechen. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren etwas höher als Ökonomen prognostiziert hatten . Die US-Notenbank zeichnet ein gemischtes Bild von der Konjunkturentwicklung. Die Wirtschaftsaktivität habe zuletzt in den meisten Regionen zugelegt, heisst es im Fed-Konjunkturbericht "Beige Book". Aus China kamen eher ernüchternde Daten: Der Dienstleistungssektor verlangsamte im Februar sein Wachstum im Vergleich zum Vormonat.

Bei den Standardwerten überwogen die Verlierer. Neben Roche sanken auch die beiden anderen defensiven Index-Schwergewichte kräftig. Novartis fielen um 0,8 Prozent und Nestle gaben ebenfalls 0,8 Prozent nach. Biotech-Wert Actelion schwächte sich um 1,1 Prozent ab.

CS-Aktien gesucht

Gefragt waren die Anteile von Banken. Credit Suisse zogen 3,5 Prozent an und entwickelten sich damit deutlich besser als der europäische Branchenindex. Bereits am Vortag waren die Titel der Grossbank um fast sieben Prozent gestiegen. Die Anteile von Konkurrent UBS stiegen um 0,7 Prozent. "Der ganze Sektor hat in den ersten sechs Wochen des Jahres etwa 30 Prozent eingebüsst", sagte ein Händler. In der ersten Februarhälfte habe dann eine Erholungsphase begonnen, in der sowohl die Aktien der Credit Suisse als auch die der UBS und der Bankaktienindex etwa 20 Prozent zugelegt hätten. "Pro Saldo stehen nun alle etwa gleich da. CS hat zuvor mehr verloren als UBS." Von Outperformance können nicht die Rede sein.

Die Anteile der Vermögensverwalter Julius Bär legten 0,9 Prozent zu, Vontobel 0,2 Prozent. Die Versicherer waren meist auf der Verliererseite zu finden. Zurich Insurance stiegen um 0,7 Prozent. Bei dem Versicherer übernimmt am Montag der neue Konzernchef Mario Greco das Ruder.

Die Titel zyklischer Firmen rückten meist vor. Die ABB-Aktien stiegen um 0,8 Prozent. Der Elektrotechnikkonzern hat einen Auftrag im Wert von 100 Millionen Dollar im Irak erhalten. Die in diesem Jahr unter die Räder gekommenen Anteile des Zementproduzenten LafargeHolcim kletterten um 4,5 Prozent.

Am breiten Markt stiegen die Aktien von Autoneum nach einem besser als erwarteten Jahresergebnis um 1,4 Prozent. Auf Erholungskurs befand sich auch Panalpina. Die Titel des Logistikkonzerns, die nach dem Jahresbericht am Montag unter Abgabedruck geraten waren, rückten 4,1 Prozent vor. Die Titel von Rivale Kühne+Nagel legten 2,4 Prozent zu.

(Reuters)