Schweizer Börse: Bankaktien bleiben gefragt

Die Schweizer Börse tendiert am Donnerstag angeführt von den Bankaktien leicht fester. Spekulationen auf höhere Zinsen und Fusionen in der Branche fachten Händlern zufolge die Nachfrage nach den Titeln von Banken an.
01.09.2016 11:05
Am Donnerstag an der Schweizer Börse gefragt: Aktien von Banken (im Bild der Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich).
Am Donnerstag an der Schweizer Börse gefragt: Aktien von Banken (im Bild der Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich).
Bild: cash

Der SMI legt bis 11 Uhr 0,4 Prozent auf 8234 Zähler zu. Am Mittwoch war der Leitindex im Sog der nachgebenden Wall Street um 0,4 Prozent gesunken.

"Die US-Geldpolitik bleibt das alles bestimmende Thema", sagt ein Händler. Deshalb werden die amerikanischen Konjunkturdaten, von denen sich die Anleger Hinweise auf den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung in der weltgrössten Volkswirtschaft versprechen, momentan stark beachtet. Als besonders bedeutsam gilt der monatliche Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag. Am Nachmittag dürfte die wöchentliche Statistik der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe einen ersten Vorgeschmack liefern. Veröffentlicht wird zudem das Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager.

Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS setzen ihre Aufwärtsbewegung fort und steigen um weitere 3 beziehungsweise 1 Prozent. Die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär ziehen 1,7 Prozent an. Am Mittwoch hatte die Chefs der Deutschen Bank und der Commerzbank die Fusionsfantasie in der Branche befeuert. John Cryan und Martin Zielke waren sich auf einer Tagung einig in der Analyse, dass es in Deutschland zu viele Banken gebe. Der Deutsche-Bank-Chef sprach sich erstmals offen dafür aus, dass Banken ihre Kräfte bündeln. "Wir brauchen weitere Zusammenschlüsse - auf nationaler Ebene, aber eben auch über die Landesgrenzen hinweg", sagte der Brite.

Die Anteile der Versicherungen rücken im Rahmen des Marktes vor.

Stabile Schwergewichte

Die Titel der Index-Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche sind stabil. Eine Krebs-Immuntherapie von Roche hat in einer Phase-III-Studie das Hauptziel erreicht. Tecentriq wirkte bei Patienten mit einer Form von Lungenkrebs lebensverlängernd. Roche will die Studienergebnisse nun mit Gesundheitsbehörden wie der amerikanischen FDA besprechen. Der Lebensmittelkonzern Nestlé baut sein Gesundheitsgeschäft mit einem schrittweisen Zukauf der britischen Medizingerätefirma Phagenesis aus.

Die Syngenta-Aktien steigen um 0,7 Prozent. Die Aktien des Agrarchemiekonzerns werden per 19. September in den Euro Stoxx50 Index aufgenommen. Die Aktien von Richemont dagegen kippen aus dem Index heraus. Trotzdem rücken die Titel des Luxusgüterkonzerns 0,9 Prozent vor, nachdem sie in den vergangenen Tagen wegen entsprechender Spekulationen bereits Federn lassen mussten. Die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch steigen 1,6 Prozent.

Die Anteile zyklischer Firmen tendieren meist fester. ABB, Adecco und Lafarge-Holcim steigen zwischen einem halben und 1 Prozent. Der Oerlikon-Aktien ziehen 1,1 Prozent an. Der Anlagebauer hat den Verkauf der Vacuum-Sparte an Atlas Copco abgeschlossen. Die Nettomittel von 350 Millionen Franken will Oerlikon ins Kerngeschäft Oberflächentechnologie investieren.

VAT büssen nach einer Aktienplatzierung 3,6 Prozent auf 72 Franken ein. Capvis hat 2,5 Millionen Aktien zum Preis von 70,50 Franken an institutionellen Investoren verkauft und damit seine Beteiligung an dem Vakuumventile-Hersteller mehr als halbiert.

(Reuters)