Schweizer Börse baut Gewinne aus

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet am Dienstag zur Mittagszeit deutliche Gewinne. Nach einem noch leicht negativen Start drehte der SMI ins Plus und konnte dieses im Verlauf des Vormittags noch klar ausbauen.
13.12.2016 13:10
Die Überfliegerin bei den Bluechips am Dienstagmorgen: Adecco-Aktie.
Die Überfliegerin bei den Bluechips am Dienstagmorgen: Adecco-Aktie.
Bild: Bloomberg

Damit wurde der starke Aufwärtstrend der vergangenen Woche wieder aufgenommen. Getragen wird der Anstieg hierzulande insbesondere von den Schwergewichten.

"Niemand spricht an der Börse mehr wirklich über die US-Notenbank, obwohl sie vorhat, die Leitzinsen auf ihrer morgigen Sitzung erneut anzuheben", kommentiert ein Börsenexperte. Was vor einem Jahr noch undenkbar gewesen wäre, sei heute ein gutes Zeichen aus Sicht der Aktienmärkte. In den USA stehen am Nachmittag noch die Veröffentlichung der Im- und Exportpreise auf der Agenda. Ansonsten sind die Blicke jedoch bereits auf den Zinsentscheid des Fed am Mittwoch gerichtet.

Der SMI notiert am Mittag 0,8% höher bei 8107 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,7% auf 1289 Zähler zu und der breite SPI um 0,8% auf 8829 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 23 im Plus, 6 im Minus und einer (UBS) unverändert.

Adecco nach Hochstufung gesucht

Die grössten Avancen verzeichnen Adecco (+2,9% auf 66,65 Franken). Die Citigroup hat das Rating der Aktien des Personaldienstleisters auf «Buy» hochgestuft und das Kursziel auf 77 (59) Franken angehoben. Im kommenden Jahr dürfte sich das organische Wachstum bei den Personalvermittlern beschleunigen, heisst es im Kommentar. Die industrielle Produktion in den USA werde nach der Präsidentenwahl wohl deutlich anziehen.

Zudem haben die Indexschwergewichte Novartis (+1,6%), Roche (+1,1%) und Nestlé (+0,6%) im Verlauf des Morgens allesamt zugelegt und den Gesamtmarkt nach oben gezogen. Am Vortag hatten hier durchweg Abgaben den SMI belastet.

Bei den Finanzwerten sorgen die Schwierigkeiten im italienischen Bankensektor für Unsicherheit. Die Unicredit versucht nun über eine Kapitalerhöhung, Stellenstreichungen und Kostensenkungen den Befreiungsschlag. Während CS (+1,6%) und Julius Bär (+0,4%) zulegen, zeigt sich UBS (unv.) gehalten. Die Assekuranztitel Swiss Re (+0,9%), Bâloise (+0,8%) und Swiss Life (+0,7%) gewinnen hinzu.

Die Aktien der Zurich Insurance steigen um 1,5%. Hier hat die CS die Abdeckung mit einem Outperform-Rating wieder aufgenommen. Der Versicherer verfüge über ein starkes Selbsthilfepotenzial, heisst es. Die Aktien würden gegenüber der Konkurrenz zwar bereits mit einem Aufschlag gehandelt, im kommenden Jahr sollten sich die Gewinne aber auch deutlich erholen.

Lonza auf Erholungskurs

Auch Lonza (+1,1%) können sich von den deutlichen Verlusten am Montag etwas erholen. Die Übernahmegespräche mit dem Kapselhersteller Capsugel hatten den starken Rückgang ausgelöst. Nun hat S&P das Kursziel gesenkt und die «Sell»-Bewertung bestätigt. Falls der Deal für einen Kaufpreis von 5 Milliarden Dollar zustande käme, könnte dies die Bilanz von Lonza ausweiten, heisst es. Andernfalls könnte eine EPS-Verwässerung entstehen.

Sonova (+1,0%) kann sich von dem in der Vorwoche markiertem Mehr-Monatstief weiter absetzen. Die Uhrenwerte Richemont (+0,7%) und Swatch (+0,5%) legen ebenfalls - wenn auch weniger - zu. Für Richemont hat Berenberg die Anlageeinstufung auf «Hold» von «Sell» erhöht und das Kursziel für die Aktien angehoben.

Swisscom (+0,5%) zeigen sich trotz einer Abstufung gut gehalten. Hier hat die Bank of America Merrill Lynch die Bewertung auf «Neutral» von «Buy» gesenkt. Der Analyst sieht weiter steigenden Druck im Heimatmarkt, dem nur zu einem gewissen Teil durch Kostenmassnahmen entgegengewirkt werden könne.

ABB geben Vortagesgewinne wieder ab

Zu den wenigen Verlierern gehören dagegen ABB (-1,0% auf 21,32 Franken) nach Gewinnen am Vortag. Jefferies hat die Bewertung neu auf «Underperform» gesenkt statt zuvor «Hold». Die Endmärkte würden zum Teil schwierig bleiben, heisst es. Aryzta (-0,7%) hat sich über Schuldscheine neue Mittel über insgesamt 386 Millionen Euro beschafft. Analysten verweisen auf die geringere Transparenz dieser Finanzierungsart. Erwartet worden sei die Ausgabe von Bonds.

Am breiten Markt geben Meyer Burger -3,5% ab, obwohl das Unternehmen mit Carmignac Gestion einen weiteren Investor bei der laufenden Kapitalerhöhung an Bord geholt hat. Der Londoner Investor übernimmt 30 Millionen Aktien für 10,8 Millionen Franken.

Arbonia (-1,0%), die ehemalige AFG, hat per (heutigen) Dienstag die Übernahme von Looser (unv.) vollzogen. Ausserordentliche Wertberichtigungen und Abschreibungen von 10 Millionen Franken bei der Bank am Bellevue drücken den Kurs der Bellevue Group (-1,3%).

(AWP)