Schweizer Börse baut nach US-Jobdaten Gewinne aus

Die Schweizer Börse hat am Freitag nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten noch zugelegt. Die Kurse zogen bei steigenden Umsätzen auf breiter Front an.
02.09.2016 17:45
Eitel Sonnenschein an der Schweizer Börse nach Bekanntwerden der US-Jobdaten für den August.
Eitel Sonnenschein an der Schweizer Börse nach Bekanntwerden der US-Jobdaten für den August.
Bild: ZVG

Die US-Jobdaten waren schwächer als erwartet, was Händlern zufolge Spekulationen anheizte, das die US-Zinsen noch längere Zeit tief bleiben. Der SMI steigt bis Börsenschluss um 1,9 Prozent auf 8294 Punkte. Gegenüber der Vorwoche hat der Leitindex 1,5 Prozent zugelegt.

Die Unternehmen in den USA schufen im August ausserhalb der Landwirtschaft 151'000 neue Stellen - deutlich weniger als die von Analysten vorhergesagten 180'000. Die Arbeitslosenquote lag mit 4,9 Prozent ebenfalls über den Erwartungen. Damit seien die Diskussionen um eine US-Zinserhöhung im September vom Tisch, sagen Händler. Für Mohamed El-Erian, den Chef-Berater der Allianz, ist die Notenbank Fed in einer schwierigen Lage. "Die Zahlen sind nicht stark genug, um eine Zinserhöhung im September zu rechtfertigen. Aber sie sind solide genug, um eine hitzige Diskussion um die Geldpolitik und die Nebenwirkungen langfristig ultraniedriger Zinsen anzustossen."

Wegen des Labor-Day-Feiertags am Montag, dürften sich die US-Marktteilnehmer vor dem Wochenende allerdings nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, heisst es am Markt.

Gesuchte Zykliker

Gefragt waren vor allem als konjunktursensitiv geltende Werte wie die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB sowie der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch mit Kursgewinnen von bis zu 2,5 Prozent. Exane BNP hat ABB auf "Outperform" von "Underperform" hochgestuft. Die Anteile von Lafarge-Holcim haben nach anfänglichen Verlusten noch aufgeholt und schliessen 0,6 Prozent höher. Händler verweisen auf die Aktie des Rivalen Heidelberg-Cement, die nach einer Rating-Senkung gut 2 Prozent verloren. Kepler Cheuvreux hatte die Empfehlung auf "Hold" von "Buy" gesenkt.

Die Index-Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche reihen sich ebenfalls unter die Gewinner ein. Sie werden um rund 2 Prozent höher bewertet.

Auch die Aktien der Grossbanken zogen nach dem US-Arbeitsmarktbericht deutlich an. Credit Suisse steigen um 1,2 Prozent und UBS um 2,1 Prozent. Julius Bär sind um 1,6 Prozent fester.

Die Aktien der Versicherungen hinken dem Markt etwas hinterher. Swiss Re rücken 1,2 Prozent vor und Bâloise 0,9 Prozent. Helvetia sind um 0,7 Prozent höher. Der fünftgrösste Schweizer Versicherer legt am Montag den Zwischenbericht vor.

Galenica nach erfolgreicher Übernahme im Hoch

Galenica rücken 2,3 Prozent vor. Die Apotheken- und Pharmafirma hat die Übernahme der US-Biotechnolgiefirma Relypsa früher als bislang in Aussicht gestellt abgeschlossen. Die Transaktion dürfte damit allerdings auch das Betriebsergebnis stärker belasten.

Die Aktien von HIAG legen 1,5 Prozent zu. Das Ergebnis der Immobilienfirma wird am Montag erwartet.

Die Aktien der Schweizerische Nationalbank (SNB) stiegen vorübergehend um 10 Prozent und verzeichneten mit 1599 Franken den höchsten Stand seit August 1997.

(Reuters)