Schweizer Börse baut Verluste aus

Nach den jüngsten Kursgewinnen hat die Anleger an der Schweizer Börse am Dienstag die Zuversicht wieder verlassen.
23.02.2016 17:45
Das Interesse fokussierte sich an der Schweizer Börse am Dienstag auf Swiss Re.
Das Interesse fokussierte sich an der Schweizer Börse am Dienstag auf Swiss Re.
Bild: Bloomberg

Das anhaltende Auf und Ab der Öl- und Rohstoffpreise und enttäuschende Konjunkturzahlen aus der Euro-Zone und den USA dämpften den Risikoappetit. "Es kann nicht schaden, einen Teil der Gewinne einzufahren", sagt ein Händler. Der SMI verliert bis Börsenschluss 1,9 Prozent auf 7807 Punkte. Am Montag war der Leitindex um 1,3 Prozent gestiegen.

Der deutsche IFO-Geschäftsklimaindex ging im Februar zum dritten Mal in Folge zurück, was als klares Signal für eine Konjunkturabkühlung gilt. Die Konjunkturdaten aus den USA fielen uneinheitlich aus. Das US-Konsumentenrvertrauen lag unter den Erwartungen. Dagegen läuft der Absatz bestehender Eigenheime in den USA besser als erwartet.

Swiss Re trotz guten Zahlen im Verkauf

Im Mittelpunkt des Interesses stand Swiss Re. Die Aktie des Rückversicherers sackt um 3,7 Prozent ab. Swiss Re hat den Gewinn um knapp ein Drittel auf 4,6 Milliarden Dollar gesteigert. Die Aktionäre sollen eine höhere reguläre Dividende von 4,60 Franken je Aktie erhalten. Zudem plant Swiss Re ein weiteres, bis zu eine Milliarde Franken schweres Aktienrückkaufprogramm. Analysten beurteilen den Jahresbericht des Rückversicherers als gut, sie weisen aber darauf hin, dass die Gesellschaft im Kerngeschäft weiterhin Preisdruck spüre.

"Die Zahlen sind gut, das Rückkaufprogramm erfreulich. Der Wermutstropfen ist der Preisdruck", sagt ein Händler. Dies hätten wohl auch die Aktien von Rivalen und Erstversicherern zu spüren bekommen. Die Papiere des Weltmarktführers Münchener Rück sinken um 1,6 Prozent.

Die Anteile von Zurich Insurance geben um 4 Prozent nach. SocGen hat das Kursziel gesenkt und Berenberg zudem die Empfehlung auf "Hold" von "Buy" zurückgestuft.

Bankaktien wieder stärker unter Druck

Die Aktien der Banken rutschten im Handelsverlauf zunehmend ab. Die Titel der Grossbank UBS sinken um 2,5 Prozent und Credit Suisse verlieren gar 3,9 Prozent. Die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär geben 2,4 Prozent nach.

Die Papiere von EFG International büssen weitere 0,7 Prozent ein. Der Titel des Vermögensverwalters war am Vortag um gut 9 Prozent eingebrochen. EFG will für 1,33 Milliarden Franken die Privatbank BSI übernehmen.

Gegen den Trend legen die Anteile der Cembra Money Bank um 0,2 Prozent zu. Die Kreditbank hat den Jahresgewinn um 4 Prozent auf 145 Millionen Franken gesteigert. Die Dividende soll um 8 Prozent auf 3,35 Franken erhöht werden. "Das ergibt eine Rendite von mehr als 5 Prozent", sagt ein Händler. Dass die Bank wegen des per Mitte 2016 geltenden reduzierten Höchstzinssatzes im Privatkreditgeschäft rückläufige Erträge erwarte, sei nicht neu und daher im Kurs enthalten.

Von den als krisenresistent geltenden Schwergewichten halten sich der Lebensmittelwert Nestlé und der Pharmatitel Novartis mit Einbussen von 1,3 Prozent besser als der Markt. Novartis-Rivalin Roche dagegen sackt um 2,1 Prozent ab.

Implenia nach Jahresergebnis gesucht

Die Aktien der zyklischen Firmen büssten im Verlauf zunehmend Terrain ein. ABB, Adecco, Geberit, Lafarge-Holcim und Syngenta verlieren mehr als 1,5 Prozent. Clariant und Sulzer ermässigen sich leicht, Oerlikon können gar leicht zulegen.

Am breiten Markt lockten ein rekordhoher Auftragsbestand und eine höhere Dividende die Anleger zu Implenia. Die Aktien des Baukonzerns werden um 1,4 Prozent höher bewertet.

Gewinnmitnahmen belasten die Aktien mehrerer Biotechnologiefirmen, die sich im Fahrwasser der US-Branche erholt hatten. Newron, Basilea und Santhera werden 2,7 bis 4,7 Prozent tiefer bewertet.

(Reuters/cash)