Schweizer Börse baut Verluste aus

Der Schweizer Aktienmarkt hat bis am Mittwochmittag seine morgendlichen Verluste weiter ausgebaut. Damit entwickelt er sich im Einklang mit anderen europäischen Börsen.
26.10.2016 13:05
Nichts geht: Die Schweizer Börse bewegt sich auch am Mittwoch in den roten Zahlen.
Nichts geht: Die Schweizer Börse bewegt sich auch am Mittwoch in den roten Zahlen.
Bild: cash

Gemäss Händlerangaben haben Anleger europaweit wieder eine vorsichtigere Haltung eingenommen. Da Nachrichten von Schweizer Unternehmen am Mittwoch Mangelware sind, fehlt es dem heimischen Markt von dieser Seite an Impulsen. Unter Druck stehen vor allem Pharmawerte. Lichtblick sind die Valoren von Logitech im breiten Markt, die nach Quartalszahlen ein Kursfeuerwerk gezündet haben.

Den Bullen werde zunehmend der Wind aus den Segeln genommen, beschreibt ein Händler die aktuelle Situation. So auch am Mittwoch, wo in Deutschland veröffentlichte, gedämpfte Daten zum Konsumklima auch hierzulande für eine gewisse Ernüchterung und damit für eine gedrückte Stimmung sorgen würden. Zudem würden schwache Zahlen von Vorzeigeunternehmen wie beispielsweise Apple den Bären an der Wallstreet in die Hände spielen, so der Händler weiter. Ohne die Amerikaner im Rücken könnten die Märkte in Europa keine grossen Sprünge machen.

Der SMI gibt gegen Mittag 0,7% auf 7875 Punkte nach. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,6% auf 1226 Zähler ein und der breite SPI verliert 0,6% auf 8617 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren gerade mal 7 im Plus und 23 im Minus.

Novartis lasten weiter schwer auf dem SMI

Eine erhebliche Belastung sind die schwergewichtigen Novartis mit -2,2%, die im Verlauf des Vormittags weiter abgerutscht sind und mittlerweile die Negativliste unter den SMI-Werten anführen. Bereits am Vortag standen die Titel in Folge der vorgelegten Zahlen, die in Bezug auf die künftigen Schlüsselmedikamente die Analysten nicht befriedigten, deutlich unter Druck. Am Berichtstag hagelte es weitere Kurszielreduktionen durch Broker wie J.P. Morgan oder Credit Suisse.

Zusätzlich dürften die Kurse der Pharmawerte durch das Quartalsresultat des Mitbewerbers Bayer belastet werden, das als enttäuschend aufgenommen wurde. Roche (-0,6%) allerdings liegen im Trend und verhindern so ein tieferes Abgleiten des Marktes.

Weiter im Blick sind Actelion (-0,8%), für die J.P. Morgan das Kursziel gesenkt hat. Seit der Zahlenvorlage in der Vorwoche sind die Titel im Sinkflug.

Kursschwäche vor Ergebnisbekanntgaben

Überdurchschnittliche Abgaben verzeichnen unter den Bluechips auch die Chemiewerte Lonza (-0,7%), Clariant (-0,9%), Sika (-1,1%) und Givaudan (-1,0%). Bis auf Givaudan werden die Gesellschaften am Donnerstag ihre Zwischenresultate veröffentlichen, so wie auch der Industriekonzern ABB. Dessen Valoren stehen nach Kursgewinnen im frühen Geschäft am Mittag 0,2% im Minus.

Ebenfalls in die Verlustzone geraten sind die im frühen Handel noch fester notierenden Richemont, die 0,2% abgeben. Beflügelt wurden die Titel anfänglich noch durch das Quartalsergebnis des französischen Mitbewerbers Kering, der dank der erfolgreichen Marken Gucci und YSL starke Quartalszahlen vorlegte.

Eine Stütze kommt hingegen von den schwergewichtigen Nestlé (+0,1%). Die stärksten Kursgewinne verzeichnen Aryzta (+1,4%) vor Bâloise (+0,7%), wobei Letztere am Morgen noch mit einem deutlicheren Anstieg die Kursliste angeführt hatten. Der Versicherer hat im Vorfeld des Investorentreffens eine neue Wachstumsinitiative vorgestellt. Als positive Überraschung bewerten Analysten, dass Bâloise zusätzlich eine Million Aktien oder 2% der ausstehenden Titel zurückkaufen will.

Zu den wenigen Gewinnern auch Adecco mit +0,3%, die laut Händlern von Käufen aus dem In- und Ausland profitieren.

Logitech nach Quatalszahlen stark gesucht

Im breiten Markt springen Logitech nach Zahlen um 11,6% an. Der Computerzubehör-Hersteller hat mit seinen Resultate im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2016/17 die Markterwartungen übertroffen. Die Analysten loben in ersten Kommentaren das starke Wachstum und die gute Cashflow-Entwicklung. Die Experten sehen nun Raum für eine Anhebung der Guidance durch das Management.

Deutliche Aufschläge von 1,2% verzeichnen auch Dottikon ES. Das Spezialitäten-Chemieunternehmen rechnet für das erste Semester des Geschäftsjahres 2016/17 einen "erheblichen" Gewinnsprung im Vergleich zur eher schwachen Vorjahresperiode.

Tiefer nach Zahlen notieren dagegen Phoenix Mecano (-4,9). Der Komponenten- und Gehäusehersteller hat mit seinen Resultaten die Vorgaben der Analysten klar verpasst.

(AWP)