Schweizer Börse beschliesst den Tag positiv

Die Schweizer Börse reagierte am Donnerstag kaum auf den Entscheid der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB hat eine Verlängerung ihres Anleihenkaufprogramms angekündigt.
08.12.2016 17:45
Die eigentlichen «Spielverderber» im SMI am Donnerstag: die Aktien der beiden Pharmaschwergewichte Roche (im Bild der Firmenhauptsitz in Basel) und Novartis.
Die eigentlichen «Spielverderber» im SMI am Donnerstag: die Aktien der beiden Pharmaschwergewichte Roche (im Bild der Firmenhauptsitz in Basel) und Novartis.
Bild: cash

Der SMI notiert zum Börsenschluss mit 7954 Punkten um 0,3 Prozent höher als am Vortag und etwas höher als kurz vor der Veröffentlichung der EZB-Beschlüsse. Die EZB kündigte an, ihr Anleihekaufprogramm zur Stützung der Konjunktur um neun Monate bis mindestens Ende 2017 zu verlängern, zugleich aber ab April das Volumen zu reduzieren. Damit habe die EZB aber keineswegs das Ende der ultralockeren Geldpolitik eingeläutet, sagen Analysten. Die EZB kauft auf diese Weise um 540 Milliarden Euro mehr Anleihen.

"Nach der Notenbank ist vor der Notenbank", sagt ein Händler. Nun würden die Investoren auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank in der kommenden Woche warten. Eine Zinserhöhung scheint an den Finanzmärkten eine ausgemachte Sache. Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) veröffentlicht ihre geldpolitische Lagebeurteilung kommende Woche.

Händler sprechen von einem uneinheitlichen Markt. Bankaktien und zyklische Papiere waren gesucht, Pharmatitel wurden weiterhin verkauft. Die Kursschwäche der schwergewichteten Arzneimittelhersteller bremste den Anstieg des Markts. Novartis und Roche büssen je 0,4 Prozent an Wert ein. In den USA schwächt sich der Branchenindex weiter ab, nachdem er am Mittwoch um bis zu 4,5 Prozent eingebrochen war. Ein Artikel im Magazin "Time" setzt laut Händlern den Sektor unter Druck. Der neue US-Präsident Donald Trump sagte dem Magazin: "Mir gefällt nicht, wie sich die Arzneimittelpreise entwickelt haben." Er werde sie senken.

Actelion geben trotz Kaufempfehlung nach

Die Aktien von Actelion schwächen sich um 1,7 Prozent auf 203,40 Franken ab. Anfangs hatte eine Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux dem aufgrund von Übernahmespekulationen stark gestiegenen Titel noch weiter Auftrieb verliehen. Der Broker hat die Analyse mit der Empfehlung "Buy" und einem Kursziel von 230 Franken aufgenommen.

Fester sind die Anteile der Banken. Die Aktien von EFG International schnellen 4,1 Prozent hoch. Der Vermögensverwalter will in den kommenden drei Jahren bis zu 450 Stellen abbauen. Der Zusammenschluss mit der Tessiner Bank BSI wird EFG International bis 2018 einmalig 250 Millionen Franken kosten. Gleichzeitig erwartet die Bank Kostensynergien von 240 Millionen Franken. Es sei positiv zu werten, dass es zusätzliches Sparpotenzial gebe, erklärt ZKB-Analyst Michael Kunz. Es zeige aber auch, dass im aktuellen Marktumfeld die Erträge kaum verbessert werden könnten.

CS-Aktie weiter auf dem Vormarsch

Die Aktien der Credit Suisse, die am Vortag nach Ankündigung eines verschärften Sparkurses einen Kurssprung gemacht hatten, legen weitere 3,1 Prozent zu. Verschiedene Analysten etwa von Morgan Stanley, Kepler Cheuvreux, J.P. Morgan und Natixis erhöhte das Kursziel für den Titel.

Die Anteile von Rivalin UBS rücken 0,6 Prozent vor. Die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär sind um 0,2 Prozent höher und die der Bank Vontobel ziehen 0,4 Prozent an.

Die Versicherungswerte tendieren uneinheitlich. Die Titel von Swiss Re sinken um 1 Prozent. Jefferies hat die Empfehlung für den Rückversicherer auf "Underperform" von "Hold" gesenkt.

Die Titel zyklischer Firmen zeigen sich uneinheitlich. Lafarge-Holcim und Geberit geben nach. Adecco, ABB und Swatch legen zu.

Syngenta nach Nachrichten zu Chem-China gefragt

Syngenta rücken 2 Prozent vor. John Ramsay, der Ex-Chef des Agrarchemiekonzerns berät laut "Handelszeitung" künftig Chem-China. Er solle die chinesischen Einkäufer besser mit dem Konzern vertraut machen und die Kommunikation mit dem Syngenta-Management verbessern. Die australischen Wettbewerbsbehörden wollen die geplante 43 Milliarden Dollar schwere Übernahme genehmigen.

Die Anteile von Varia steigen bei ihrem Börsendebüt über den Ausgabekurs von 35 auf 37 Franken. Die auf US-Immobilien spezialisierte Firma holte sich mit neuen Aktien rund 125 Millionen Franken.

(Reuters/cash)