Schweizer Börse bleibt ohne Schwung

Die Schweizer Börse hat sich am Donnerstag über weite Strecken in Stillstand geübt.
29.12.2016 17:30
Gebäude der SIX am Bahnhof Selnau in Zürich.

Einzig die Aktien der Grossbank Credit Suisse fielen bei den Standardwerten mit einem stärkeren Kursabschlag auf. Das Geschäft sei insgesamt lustlos und umsatzschwach. "Aber das war ja aus saisonalen Gründen kaum anders zu erwarten", sagte ein Händler. Viele Anleger seien in den Ferien. Am zweitletzten Handelstag im Jahr seien die Positionen bezogen.

Der SMI notierte mit 8251 Punkten nahezu unverändert. Schon am Mittwoch hatte der Leitindex praktisch unverändert geschlossen.

Manche Anleger seien auch etwas enttäuscht darüber, dass es dem Dow Jones Index nicht gelingen wolle, über die Marke von 20.000 Punkte hinauszukommen. "Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben", sagte ein Börsianer.

Credit Suisse sackt ab

Die Aktien der Credit Suisse büssten 3,4 Prozent ein. Die Grossbank steht zusammen mit zwei weiteren Geldhäusern einem Zeitungsbericht zufolge im Visier der US-Wertpapieraufsicht. Die SEC untersuche den Verkauf von Anleihen des afrikanischen Landes Mosambik im Volumen von 850 Millionen Dollar, berichtete das "Wall Street Journal". Neben dem Schweizer Institut seien auch die französische BNP Paribas und die russische VTB von der Untersuchung betroffen.

"Schon wieder negative Schlagzeilen und schon wieder könnte die Bank zur Kasse gebeten werden", sagte ein Händler. "Bankaktien waren 2016 definitiv nicht die angesagte Anlageklasse", sagte ein anderer Händler. "Dass ein Stratege wie Neil Dwane von Allianz Global Investors den Anlegern von Banken abrät, ist bestimmt auch nicht hilfreich", sagte ein Börsianer. Dwane hat in einem Interview mit dem deutschen "Handelsblatt" (Online) von Bankaktien abgeraten. Zudem leide der Sektor auch unter den Problemen der italienischen Geldhäuser, hiess es weiter am Markt.

Die Papiere von CS-Rivale UBS sanken um 1,2 Prozent. Bei den Vermögensverwaltern tendierten Julius Bär und Vontobel ebenfalls schwächer. Die Aktien der Versicherungen waren schwächer.

Stützen des Marktes waren die Anteile der als wenig zyklisch geltenden Schwergewichte: Die Pharmatitel Novartis und Roche gewannen um 0,4 Prozent und der Lebensmittelwert Nestle stieg 0,3 Prozent.

Die Aktien von Übernahmeziel Actelion waren unverändert. Europas grösste Biotechnologiefirma befindet sich in exklusiven Gesprächen mit dem US-Konzern Johnson & Johnson über eine Form der Zusammenarbeit.

Bei den Aktien zyklischer Firmen ergab sich kein einheitlicher Trend. Gewinner und Verlierer hielten sich bei geringen Kursausschlägen in etwa die Waage. Richemont und Swatch schwächten sich ab. ABB büssten 0,8 Prozent ein, Adecco zogen um 0,1 Prozent an und LafargeHolcim rückten um 0,3 Prozent vor.

Die Aktien von DKSH legten leicht zu. Der Marktexpansionsdienstleister übernimmt die Vermarktung und den Vertrieb der Nahrungsergänzungsmittel von Scotch Industrial (Thailand) Co. Ltd mit Sitz in Bangkok.

Weiter im Aufwind waren die Gewinner der vergangenen Tage: Die Anteile von Orascom stiegen um 3,2 Prozent. Der Verwaltungsrat des Bau- und Tourismuskonzerns hatte am Dienstag die freiwillige Dekotierung sämtlicher Egyptian Depositary Receipts der Gesellschaft von der Egyptian Exchange bekanntgegeben.

Evolva konsolidierten den jüngsten Kursanstieg. Die Aktie hat massiv zugelegt, nachdem das US-Patentamt dem Hersteller von Nahrungsmittelzusätzen ein Patent für den Süssstoff Stevia erteilt hat.

Aktien von Maschinenbauern und Autozulieferern, die 2016 gut gelaufen waren, litten unter Gewinnmitnahmen: Feintool, Starrag, Autoneum und Bucher gaben nach.

(Reuters)