Schweizer Börse bleibt in Wartestellung

Der Schweizer Aktienmarkt verharrt auch am Dienstag in Wartestellung und tendiert - wie bereits tags zuvor - mit kaum veränderten Notierungen.
26.07.2016 13:05
Credit Suisse ohne Kredit: Vor der Präsentation der Halbjahreszahlen am Donnerstag wird die CS-Aktie am Dienstag aus den Depots gekippt.
Credit Suisse ohne Kredit: Vor der Präsentation der Halbjahreszahlen am Donnerstag wird die CS-Aktie am Dienstag aus den Depots gekippt.
Bild: Bloomberg

Die Anleger halten sich vor den diese Woche anstehenden Zinsentscheidungen der japanischen und amerikanischen Notenbanken zurück, erklären Händler. Zumindest bis zur Veröffentlichung des Zinsentscheids der US-Notenbank Fed am Mittwochabend dürften die Umsätze dünn bleiben, heisst es.

Die Risikoscheu der Investoren lasse sich auch am Yen ablesen: Die als Risikobarometer geltende Währung hat zuletzt kräftig aufgewertet. Laut einem Zeitungsbericht werden die Massnahmen, mit denen die japanische Regierung die heimische Wirtschaft ankurbeln will, weniger umfangreich ausfallen als erhofft. Impulse von den Schweizer Bluechips sind erst wieder für Donnerstag zu erwarten, wenn die Credit Suisse ihr Quartalsergebnis vorlegen wird.

Der SMI notiert gegen Mittag kaum verändert bei 8192 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt um 0,2% auf 1210 Punkte und der breite SPI steht bei 8878 Zählern ebenfalls praktisch unverändert zum Vortrag. Bei den 30 Bluechips stehen 10 Gewinnern 19 Verlierer gegenüber, ein Titel notiert unverändert.

Grossbankenaktien im Fokus

Im Vorfeld der Ergebnispublikation von Ende Woche bleiben die Grossbankenaktien im Fokus der Investoren. Während sich die Händler bei der Credit Suisse (-1,9%) inzwischen wieder auf der vorsichtigen Seite positionieren, ist man gegenüber der UBS (-0,2%) eher neutral eingestellt. Die beiden Papiere hatten sich zu Wochenauftakt mit etwas deutlicheren Gewinnen vom Gesamtmarkt abgehoben.

In Julius Bär (-1,3%) kommt es derweil zu Gewinnmitnahmen, die Papiere hatten am Montag nach starken Halbjahreszahlen deutlich zugelegt. Adecco verlieren ebenfalls deutliche 1,1%. Der Mitbewerber Randstad hatte davor gewarnt, dass sich die Wachstumsraten der Stellenvermittler im Nachgang des "Brexit" deutlich abschwächen könnte. Adecco wird selbst erst am 10. August die Zahlen zum ersten Semester 2016 zeigen.

Neben den beiden Grossbanken werden unter den wichtigsten Titeln in dieser Woche auch noch Clariant (unverändert), Swiss Re (-0,3%), Sika (+0,2%) und Dufry (-0,4%) mit dem Halbjahreszahlen ihre Aufwartung machen.

Luxusgüteraktien nach Kurszielsenkungen unter Druck

Auch Analystenvoten bewegen die Aktienkurse. So geht es etwa mit Richemont (-1,3%) und Swatch (-1,7%) abwärts. Für beide Luxusgüteraktien hat J.P. Morgan das Kursziel gesenkt. Die zuständige Analystin begründet den Schritt mit den schwachen Halbjahreszahlen von Swatch und den nicht minder trüben Exportdaten der Schweizer Uhrenindustrie. Die Empfehlung für beide Aktien lautet "Neutral".

Die am Montag noch verkauften Pharmatitel Novartis (+0,2%) und Roche (+0,1%) sind heute wieder gesucht. Zusammen mit Nestlé (+0,3%) halten sie den SMI im Alleingang im Lot. Besser als der Gesamtmarkt notieren auch die ebenfalls eher defensiven Givaudan-Valoren (+0,6%). Letztere hat die im vergangenen Mai angekündigte Übernahme des Geschäftsbereichs Spicetec Flavors & Seasonings vom US-Unternehmen ConAgra Foods abgeschlossen.

Galenica steigen um 2,0%. Die Aktien des Berner Gesundheitskonzerns hatten allerdings seit Donnerstag zweistellige Kursverluste zu verbuchen. Auslöser war eine Milliarden-Übernahme in den USA und die damit verbundenen Ängste vor einer verwässernden Kapitalerhöhung.

Industrie-Aktien nach Zahlen gesucht

Am breiten Markt hat eine ganze Reihe von Small- und Midcaps Zahlen präsentiert. So stechen etwa der Chiphersteller AMS (+6,9%), der Automobil-Zulieferer Autoneum (+3,4%) und der Industriekonzern Sulzer (+4,1%) mit vergleichsweise deutlichen Gewinnen hervor. Jahreszahlen gezeigt haben auch der IT-Logistiker Also (+0,8%), der Maschinenhersteller Mikron (+3,3%) und die Bank Vontobel (+4,1%).

Gar um 9% nach oben geht es mit Newron. Das Pharmaunternehmen hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA grünes Licht für eine Neueinreichung des Zulassungsantrages für Safinamide erhalten. Die Behörden verlangen nun doch nicht die die Durchführung weiterer Studien zu dem Parkinson-Mittel.

Diverse Aktien verlieren nach Zurückstufungen durch Analysten, so etwa Bucher (-4,5%), SFS (-2,3%) oder Straumann (-0,7%).

(AWP)