Schweizer Börse bröckelt ab

Spekulationen auf eine früher als erwartete Zinserhöhung in den USA drücken am Montag die Schweizer Börse leicht. Das Geschäft verläuft in ruhigen Bahnen.
29.08.2016 10:50
Die Kurse bewegens sich an der Schweizer Börse am Montagmorgen meist im roten Bereich.
Die Kurse bewegens sich an der Schweizer Börse am Montagmorgen meist im roten Bereich.
Bild: cash

Wegen eines Feiertags bleibt die Londoner Börse geschlossen. Der SMI sinkt bis 10.45 Uhr um 0,2 Prozent auf 8151 Zähler. Am Freitag war der Leitindex um 0,3 Prozent gestiegen.

US-Notenbankchefin Janet Yellen hatte am Freitag die Tür für eine straffere Geldpolitik weit aufgestossen, den Zeitpunkt für einen solchen Schritt aber offen gelassen. Daher richten die Marktteilnehmer ihren Fokus stark auf US-Konjunkturdaten. Am Nachmittag (MESZ) stehen Daten zu den US-Konsumausgaben an. Der Konsum gilt als Hauptstütze der Wirtschaft. Höhepunkt des Datenreigens stellt aber der am Freitag anstehende Bericht zum US-Arbeitsmarkt dar.

In der Schweiz ist auf absehbare Zeit nicht mit höheren Zinsen zu rechnen. Eine Zinsanhebung der Schweizerischen Nationalbank ist nach Worten von Direktoriumsmitglied Andrea Maechler nicht in Sicht. Weltweit dürften die Sätze auf absehbare Zeit niedrig bleiben, sagte Maechler dem "Sonntagsblick".

Zykliker unter Druck

Die meisten Standardwerte geben nach. Die stärksten Abschläge verbuchen die Anteile des Zementriesen Lafarge-Holcim mit minus 1,6 Prozent. Die Titel der Sanitärtechnikfirma Geberit verlieren 0,9 Prozent, diejenigen des Luxusgüterherstellers Richemont 1,3 Proznet. Die Aktien des Aromen- und Riechstoffproduzenten Givaudan schwächen sich um 0,2 Prozent ab.

Zu den Gewinnern zählen die Anteile von Syngenta. Der Aktienkurs des Agrochemiekonzerns wird durch das milliardenschwere Übernahmeangebot von Chem China gestützt. Der US-Regierungsausschuss zur Kontrolle von Auslandsinvestitionen hat jüngst grünes Licht für den Deal gegeben.

Bei den meist schwächeren Bankaktien legen die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär um 0,6 Prozent zu. Die Anteile der Grossbank UBS sinken um 0,3 Prozent, diejenigen der Credit Suisse erholen sich um 0,3 Prozent.

Schwergewichte uneinheitlich

Die als krisenresistent geltenden Pharmariesen Novartis und Roche entwickeln sich unterschiedlich. Die Anteile von Novartis ermässigen sich um 0,3, der Roche-Bon legt 0,1 Prozent zu. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat grünes Licht für eine vorübergehende Notfallzulassung für einen Zika-Test des Pharmakonzerns gegeben. Mit dem Test kann das Virus in Plasma- oder Serum-Proben nachgewiesen werden. Am Freitag hatte die FDA empfohlen, dass in den USA alle Blutspenden auf Zika untersucht werden.

Der Lebensmittelwert Nestlé wird um 0,2 Prozent niedriger gehandelt.

Am breiten Markt legen Bachem um 7,4 Prozent zu. Sie erholten sich von den Gewinnmitnahmen im Anschluss an das Halbjahresergebnis, das der Pharmazulieferer am Freitag veröffentlicht hatte.

Eine Kurszielerhöhung auf 840 von 770 Franken hob den Titel der in den Bereichen Sicherheit und Zutritt tätigen Dorma+Kaba um 0,9 Prozent auf 759,50 Franken.

(Reuters)