Schweizer Börse dämmt Verluste etwas ein

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet am Montagmittag leicht tiefere Kurse.
21.11.2016 12:55
Nach anfänglichem Taucher inzwischen etwas freundlicher: die Schweizer Börse am Montagmittag.
Nach anfänglichem Taucher inzwischen etwas freundlicher: die Schweizer Börse am Montagmittag.
Bild: cash

Nach einem bereits negativen Start haben die schwachen Pharma-Aktien den Gesamtmarkt im Verlauf tiefer ins Minus gezogen, zuletzt hat sich der SMI aber mit den Pharmawerten von einem Teil der Abgaben wieder erholt und nähert sich wieder der Marke bei 7900 Punkten. Mangels wichtiger Unternehmens- und auch Konjunkturnachrichten und angesichts eines ruhigen Wochenendes stünden viele Investoren an der Seitenlinie, heisst es am Markt. Dazu dürften die gehandelten Volumina wegen des Feiertages Thanksgiving am Donnerstag in den USA über die ganze Woche eher moderat bleiben.

Die Grundstimmung bleibe aber trotz der aktuellen Verluste freundlich gestimmt und ein Jahresendrally bleibe im Bereich des Möglichen. Damit es dazu komme, brauche es mehr Klarheit über den künftigen Kurs des neuen US-Präsidenten Trump sowie weitere gute Konjunkturdaten, meinen Händler. Ein erhebliches Risiko nicht nur für Italien sondern für die gesamte Euro-Zone stelle zudem die Referendumsabstimmung in Italien vom 4. Dezember dar.

Der SMI steht kurz vor Mittag 0,3% tiefer bei 7878 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,2% auf 1246 Punkte und der breite SPI 0,3% auf 8624 Punkte. Im SMI/SLI stehen 17 Verlierern 12 Gewinner gegenüber, während Givaudan unverändert sind.

Teuerer Zukauf belastet Novartis-Aktie

Für einen guten Teil der Verluste des Gesamtmarktes sind Novartis (-1,2%) verantwortlich, die sich allerdings im Verlauf des Vormittags von noch höheren Abgaben erholt haben. Der Pharmakonzern hat am Morgen und übers Wochenende als einziger Bluechip News geliefert. So will Novartis das US-Unternehmen Selexys Pharmaceuticals Corporation und dessen SelG1-Antikörper für insgesamt bis zu 665 Millionen Dollar übernehmen und sich damit eine 2012 erworbene Option sichern. In Marktkreisen heisst es dazu, dass die Übernahme eine Verbesserung der hämatologischen Pipeline sei, aber "nicht gerade ein Schnäppchen", wie es die ZKB formuliert.

Bereits am Freitag wurde bekannt, dass Novartis Tests mit einer intelligenten Kontaktlinse beim Menschen verschoben hat. Belastet werde der Pharmasektor aber auch von negativen Vorgaben aus den USA, heisst es. Roche (-0,3%) büssen indes deutlich weniger an Terrain ein als Novartis.

Mit CS (-0,9%) und UBS (-0,8%) stehen auch die beiden Grossbanken etwas unter Druck. Bernstein hat die Kursziele sowohl für CS als auch für UBS erhöht. Im Rahmen einer Branchenstudie hat das Institut aber für beide Titel das Rating "Underperform" bestätigt. Die CS gab zudem am Morgen den offiziellen Start der neuen Schweizer Tochtergesellschaft Credit Suisse (Schweiz) AG bekannt. Julius Bär (-0,8%) halten sich nicht besser.

Weitere Titel mit leicht überdurchschnittlichen Abgaben sind etwa Kühne+Nagel (-0,9%), Sonova (-0,7%) oder Galenica (-0,6%).

Adecco nach Kaufempfehlung gesucht

Auf der Gewinnerseite stechen Adecco (+1,2%) ins Auge, nachdem HSBC das Rating auf "Buy" von "Hold" und auch das Kursziel deutlich erhöht hat. Der Arbeitsmarkt in Grossbritannien habe sich als widerstandsfähiger erwiesen als gedacht und auch in Europa seien bislang keine Brexit-Folgen zu erkennen, hiess es unter anderem zur Begründung.

Auch Lafarge-Holcim (+0,7%) sind weit oben zu finden. Der Titel macht damit einen Teil der im Zusammenhang mit den Investorentag vom vergangenen Freitag erlittenen Verluste wieder wett.

Das Spitzenquartett wird vervollständigt durch Swiss Re (+0,6%) und Bâloise (+0,4%). Für Zurich (+0,2%) hat Bernstein das Kursziel im Anschluss an den Investorentag von vergangener Woche auf 230 von 200 Franken erhöht. Das Rating wurde indes ebenfalls mit "Underperform" bestätigt. Die Skepsis bleibe auch nach dem Investorentag bestehen, hiess es dazu.

Orascom tauchen weiter

Im breiten Markt fallen Orascom DH mit einem Minus von 2,8% etwas auf. Das Unternehmen hat in Oman eine Vereinbarung mit der Regierung für den Bau eines neuen Geschäftsviertels abgeschlossen.

Leclanché (+4,3%) legen dagegen markant zu, nachdem das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit der chinesischen Narada Power eingegangen ist.

Schweiter (+4,0%) werden von einer Aufstufung durch die UBS auf "Buy" von "Neutral" gestützt.

(AWP)