Schweizer Börse: Der SMI tritt auf der Stelle

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Donnerstag nach anfänglicher Schwäche gefangen und tritt nun mehr oder weniger auf der Stelle.
15.09.2016 13:05
Wirds rot oder grün? Die Schweizer Börse hat am Donnerstagmittag keine Richtung.
Wirds rot oder grün? Die Schweizer Börse hat am Donnerstagmittag keine Richtung.
Bild: cash

Der Handel mit Bluechips-Aktien verläuft ohne grössere Impulse in ruhigen Bahnen, wobei im Leitindex SMI die Aktien der Credit Suisse obenaus schwingen, und auf der Gegenseite die Swatch-Papiere weiter an Wert verlieren. Die Musik spielt allerdings am breiten Markt: Dort planen der Bauausrüster AFG und die Industriegruppe Looser den Zusammenschluss.

Der Fokus der Anleger richtet sich zudem auch auf die SNB, die anlässlich der jüngsten geldpolitischen Lagebeurteilung wie erwartet an ihrem Kurs festhält und die Negativzinspolitik bestätigt hat. Das sei auch gut so, urteilt ein Ökonom. SNB-Präsident Thomas Jordan könne nach dem zuletzt guten Wachstum erst einmal durchatmen, die Schweizer Wirtschaft scheine sich mit dem starken Franken langsam abzufinden. Sowieso wird die internationale Geldpolitik im Fokus bleiben: Im weiteren Tagesverlauf folgt noch der Zinsentscheid der Bank of England, und bereits blickt man auf die Treffen der Bank of Japan und insbesondere der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche.

Der SMI gewinnt kurz vor Mittag 0,1% auf 8167 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, liegt sogar mit 0,2% bei 1241 Punkten im Plus, und der breite SPI steigt um 0,1% auf 8886 Punkte. Unter den 30 wichtigsten Titeln notieren zur Berichtszeit 19 im Plus, 10 im Minus und Adecco unverändert.

Euro-Franken-Kurs reagiert kaum

Der EUR/CHF-Kurs hat sich nach dem SNB-Zinsentscheid kaum bewegt. Wurden vor der Lagebeurteilung der Schweizer Nationalbank noch etwa 1,0959 Franken für 1 Euro bezahlt, kostet die Gemeinschaftswährung nun 1,0950 Franken. Der EUR/CHF-Kurs notiert seit längerem ziemlich stabil knapp unterhalb der 1,10er-Marke.

Am Aktienmarkt geben die Uhrenhersteller Swatch (-1,1% auf 261,90 Franken) und Richemont (-0,6% auf 57,10 Franken) weiter nach. Damit steuern die beiden Titel auf die in diesem Sommer gesetzten Mehrjahrestiefststände zu (Swatch 246,20 Franken, Richemont 53 Franken). Für Richemont senken zahlreiche Analysten auch einen Tag nach dem Geschäfts-Update ihre Kursziele. Ihnen bereitet vor allem das schwache Abschneiden der Luxusmarke Cartier Sorgen.

Weiter unter Druck stehen auch andere Zykliker wie Lonza (-0,8%) oder Dufry (-0,9%), während die defensiven Swisscom-Titel um 0,3% nachgeben. Die Experten von Barclays hatten sich zuvor sehr verhalten zum Telekomkonzern Swisscom geäussert. Bei dem Konzern werde der Konkurrenzdruck zunehmen, heisst es in der Studie.

Pharmaschwergewichte lasten auf dem SMI

Die Pharmaschwergewichte Novartis (-0,4%) und Roche (-0,2%) belasten den SMI mit Kursabgaben. Dabei haben sich die Analysten von Kepler Cheuvreux durchaus positiv zu Novartis geäussert. Sie weisen auf den anstehenden Ectrims-Kongress hin, bei dem der Konzern mit neusten Daten zu seinem Produktkandidaten BAF312 gegen multiple Sklerose punkten könnte. Nestlé (+0,2%) liegen leicht im Plus.

Die Gewinnerliste wird von den Aktien der Credit Suisse (+2,1%) angeführt, gefolgt von Swiss Life und Aryzta (je +1,0%). Händler verweisen mit Blick auf die CS auf eine grundsätzlich gute Entwicklung des Bankensektors auch in Europa.

Beim Hersteller von Hörsystemen, Sonova (+0,9%), honorieren Investoren die abgeschlossene Übernahme von Audio-Nova, welche bereits ab dem ersten Jahr einen positiven Einfluss Gewinn pro Aktie (vor Einmalkosten) haben dürfte.

AFG wegen Übernahmevorhaben abgestraft

Im breiten Markt stechen die Aktien von AFG (-4,1% auf 15,10 Franken) und Looser (+31% auf 103,50 Franken) nach den angekündigten Plänen ins Auge. AFG will Looser übernehmen und bietet je Looser-Anteil 5,5 eigene Aktien plus 23 Franken in bar. Die Unternehmen streben nach eigenen Angaben den Zusammenschluss zu einem führenden europäischen Gebäudezulieferer an. Die Übernahme werde die Position des Türengeschäft von AFG deutlich verbessern, kommentieren die zuständigen Analysten von Vontobel.

Auch die Aktien des Schokoladehersteller Barry Callebaut (+2,6%) setzen sich positiv ab. Hier reagieren Investoren freundlich auf die Nachricht, dass die Zusammenarbeit mit Mondelez International in Belgien ausgebaut wird.

(AWP)