Schweizer Börse deutlich im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Freitag im Vorfeld des US-Arbeitsmarktberichts klar fester und kann sich von den Kursverlusten des Vortages erholen.
02.09.2016 13:05
Der Gesundheitskonzern Galenica (ein Bild aus dem Labor) sind nach abgeschlossener Übernahme am Freitag gesucht.
Der Gesundheitskonzern Galenica (ein Bild aus dem Labor) sind nach abgeschlossener Übernahme am Freitag gesucht.
Bild: ZVG

Dabei ist der Leitindex SMI mit kräftiger Unterstützung der Pharmaschwergewichte wieder über die Schwelle von 8200 Punkten geklettert. Die Erholung angestossen haben gute Vorgaben aus den USA, ausserdem dürften wohl auch die steigenden Ölnotierungen zur positiven Marktstimmung beitragen.

Der Fokus der Anleger bleibt aber auf die Publikation des US-Arbeitsmarktberichts um 14.30 Uhr gerichtet, dem mit Blick auf die künftige Ausrichtung in der US-Geldpolitik grosse Bedeutung zukommen dürfte. Das gespannte Warten auf den "Jobs Report" sei wie das Kaninchen, das auf die Schlange starre, so ein Händler. Der Markt verfalle in eine Art Lähmungszustand. Allgemein wird für den Monat August in den USA ein Beschäftigungszuwachs von rund 180'000 Stellen erwartet. Grössere Abweichungen davon dürften reichlich Volatilität nach sich ziehen, so der Händler weiter.

Bis am Mittag gewinnt der SMI 0,7% auf 8201 Punkte und weist somit seit Ende vergangener Woche ein kleines Plus von 0,4% aus. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,4% auf 1244 Zähler zu und der breite SPI steigt um 0,6% auf 8917 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen 20 im Plus und 10 im Minus.

Schwergewichte erholen sich nach Vortagesverlusten

Bei den Bluechips prägen die Kursgewinne der Pharmaschwergewichte das Marktgeschehen. Novartis klettern nach den Kursabgaben des Vortags nun um 1,5% und Roche um 1,4% in die Höhe. Bereits am Mittwochabend hatte Novartis über die Reorganisation in der Pharmadivision und den Verlust von 120 Stellen orientiert. Am Donnerstagabend folgte Roche und kündigte den Abbau von 190 Stellen in Basel an. Der Abbau soll noch dieses Jahr gestartet und 2017 abgeschlossen werden, heisst es.

An der Spitze des SLI stehen neu Galenica (+2,0%). Der Gesundheitskonzern hat die für die geplante Aufspaltung des Konzerns wichtige Übernahme des US-amerikanischen Pharmaunternehmen Relypsa früher abgeschlossen als ursprünglich geplant. Die Gewinnprognosen werden daher nun im Oktober erneut angepasst und etwa auch bei der Bank Vontobel wartet man mit einer Neueinschätzung der Lage bis dahin zu.

Weiter gewinnen auch Actelion (+1,6%), Aryzta (+1,2%) und ABB (+1,3% auf 21,51 Franken) mehr als 1 Prozent. Exane BNP erhöhte das Rating für den Industriekonzern auf "Outperform" und das Kursziel deutlich auf 24 von zuvor 18 Franken. Der zuständige Analyst zeigt sich gegenüber den Kosteneinsparungen, dem Programm zur Senkung des Umlaufvermögens sowie dem europäischen Strommarkt positiver eingestellt.

Lafarge-Holcim-Aktie unter Druck

Auf der Gegenseite bleiben Lafarge-Holcim (-1,6%) und Credit Suisse (-0,9%) unter Druck. Dagegen haben UBS (+0,1%) und Julius Bär (-0,3%) ihre Verluste abgebaut.

Swiss Re verlieren 0,7%. Société Générale hat die Titel auf "Hold" abgestuft und nannte als Gründe das Tiefzinsumfeld und den anhaltenden Preisdruck. Weniger Sorgen bereitet offenbar der US-Wirbelsturm "Hermine", der im Nordosten Floridas auf Land getroffen ist. Experten gehen für die Versicherungsindustrie von "gut zu bewältigenden" Kosten aus. Zurich Insurance (+0,3%) gewinnen denn auch leicht an Wert.

Eine etwas festere Tendenz ist bei SGS (+0,4%) auszumachen. Der Prüfkonzern wartete am Freitag mit einer weiteren kleinen und das Geschäft ergänzenden Übernahme in Brasilien auf.

Plazza nach mässigen Halbjahreszahlen im Verkauf

Im breiten Markt zieht die Immobiliengesellschaft Plazza (-0,4%) die Blicke mit Halbjahreszahlen auf sich. Plazza hat in der ersten Jahreshälfte weniger Ertrag aus den Liegenschaften erzielt und unter dem Strich weniger verdient. Zu schaffen machen die Leerstände bei den Geschäftsflächen. Kudelski gewinnen 0,8%. Der Zuzug zweier erfahrenen Cyber-Security-Experten beeinflusst den Kurs kaum.

Ohne News klettern Perrot Duval um 4,5% oder Leonteq um 3,8%. Grössere Einbussen sind dagegen bei Lifewatch oder Newron (beide -2,4%) zu sehen.

(AWP)