Schweizer Börse dreht ins Minus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Donnerstagmittag mit leichten Abgaben.
21.07.2016 12:55
Ausgebremst: Die Schweizer Börse gibt am Donnerstag nach anfänglichen Gewinnen wieder Terrain preis.
Ausgebremst: Die Schweizer Börse gibt am Donnerstag nach anfänglichen Gewinnen wieder Terrain preis.
Bild: cash

Der Leitindex SMI hat zeitweise deutlichere Zugewinne wieder abgegeben und ist wieder unter die Marke von 8200 Punkten gefallen. Für Impulse sorgen die zahlreichen Unternehmensabschlüsse. Neben den vier Bluechips Roche, Actelion, ABB, und Swatch sind auch noch Zahlen aus der zweiten Reihe und andere wichtige Unternehmensmeldungen zu verarbeiten.

Für einen Dämpfer sorgten am Morgen Äusserungen des Chefs der japanischen Notenbank Haruhiko Kuroda, der die Idee von Geldgeschenken durch die Zentralbank ablehnt. Das sorgte an den meisten europäischen Börsenplätzen für nachgebende Kurse, während der Yen deutlich anzog. Die Aufmerksamkeit der Investoren wird sich zudem auf die Zinsentscheidung der EZB richten und am Nachmittag folgt noch ein ganzes Bündel am Makro-Daten aus den USA.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,1% tiefer auf 8187 Punkten (Tageshoch 8236). Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,3% auf 1210 Zähler ab und der breite SPI verliert 0,2% auf 8864 Punkte. Von den 30 Bluechips notieren inzwischen 22 im Minus, nur noch 7 im Plus und Syngenta unverändert.

Galenica postet in den USA

Galenica (-8,1%) verlieren nach der Bekanntgabe einer Milliarden-Übernahme stark. Das Unternehmen stärkt die Geschäftseinheit Vifor und kauft das US-Unternehmens Relypsa für 1,53 Milliarden Dollar. Finanziert werden soll die Transaktion teilweise durch Eigenkapital im Zusammenhang mit der weiterhin geplanten Aufspaltung des Unternehmens. Die Analysten werten den Kauf als sinnvoll, kritisieren aber den hohen Kaufpreis.

Roche (-0,6%) geben nach Zahlen ab. Der Konzern hat im ersten Semester Umsatz und Gewinn gesteigert und die Analystenschätzungen leicht übertroffen. Der Pharmakonzern ist auf Kurs, die eigenen Prognosen zu erfüllen. Einige Analysten zweifeln jedoch an einer Fortsetzung der Umsatzdynamik im zweiten Halbjahr. Novartis gewinnen derweil um 0,1%.

Actelion steigen um 1,1% und markierten ein weiteres Rekordhoch. Das Unternehmen hat Umsatz und Gewinn im ersten Semester deutlich gesteigert und die Analystenschätzungen übertroffen. Opsumit scheint die Hoffnungen zu erfüllen und kann den derzeitigen Hauptumsatzträger Tracleer offenbar ablösen, heisst es am Markt. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde erneut angehoben.

Swatch nach Verlusten wieder gesucht

Stärkster Bluechip ist Swatch (+3,0%), die sich nach den detaillierten Zahlen zum Semester von dem durch die Gewinnwarnung der Vorwoche verursachten Kursrückgang erholen. Im Fokus steht insbesondere der Ausblick und dieser fiel - wie gewohnt - sehr zuversichtlich aus. Analysten zweifeln jedoch mehrheitlich an den firmeneigenen Prognosen, zumal die Schweizer Uhrenexporte im Juni erneut eingebrochen sind. Wettbewerber Richemont (+1,7%) liegt im SMI/SLI an zweiter Stelle.

ABB (+1,5%) hat die operative Marge verbessert, der Konzerngewinn war jedoch durch Restrukturierungskosten belastet. Der Gesamtauftragseingang und der Umsatz war aufgrund der schwachen Märkte rückläufig. Die Analysten freut insbesondere die gesteigerte Profitabilität. Bei konjunkturellem Rückenwind könnte dies die Gewinne deutlich ankurbeln.

Die Finanztitel UBS (-0,3%), Zürich (-0,3%) und Julius Bär (-0,1%) haben ins Minus gedreht. Bei der CS (+0,6%) wirke die Rating-Bestätigung durch S&P positiv, heisst es im Handel. Auf der Verliererseite zeigen sich Dufry (-3,7%), Swisscom (-1,8%) Lonza oder SGS (je -1,7%) schwächer. Sonova (-1,5%) hat in Deutschland ohne Auflagen die Genehmigung zur Audio-Nova-Übernahme erhalten.

Temenos und Leonteq nach guten Zahlen gefragt

Am breiten Markt klettern Temenos (+5,1%) nach den am Mittwochabend veröffentlichten Zahlen kräftig nach oben. Das Unternehmen hat die Lizenzeinnahmen im zweiten Quartal gesteigert und die Erwartungen übertroffen. Auch der Start ins laufende dritte Jahresviertel sei gut gewesen, sagte der CEO. Bei der Guidance wird nun das obere Ende der Bandbreite angepeilt.

Auch Leonteq (+4,7%) sind nach dem Semesterausweis gefragt. Insbesondere das Asiengeschäft legte deutlich zu. Beim Abschluss des Industriekonzerns Rieter (+2,9%) wird der höher als erwartete Umsatz und Bestellungseingang positiv gewertet.

Panalpina (+2,3%) können die am Vortag erzielten Gewinne von 7,5% nochmals ausweiten.

(AWP)