Schweizer Börse dreht ins Minus

Die Schweizer Börse hat am Dienstag die positiven Vorgaben aus den USA und aus Fernost aufgenommen und zuerst leicht zugelegt, fällt dann aber nach rund einer Handelsstunde zurück.
22.11.2016 10:20
Nach positivem Start zum Stillstand gekommen: die Schweizer Börse am Dienstag.
Nach positivem Start zum Stillstand gekommen: die Schweizer Börse am Dienstag.
Bild: cash

Der Anstieg auf ein neues Rekordhoch an der Wall Street hatte die Anleger laut Händlern optimistisch gestimmt. Steigende Ölpreise verhalfen den US-Aktien nach Börsenschluss in Europa zu weiteren Gewinnen. Der positive Trend setzte sich in Japan und China fort. Ein starkes Erdbeben in Japan hatte weder auf das Land noch auf die Börsen stärkere Auswirkungen.

Der SMI notiert um 10.15 Uhr mit 7827 Punkten um 0,3 Prozent tiefer. Am Montag war der Leitindex um 0,7 Prozent gesunken.

Das Geschäft verläuft laut Händlern eher ruhig. Es fehle an starken Impulsen. Die Anleger wollten wohl abwarten, wie das US-Weihnachtsgeschäft anlaufe, heisst es am Markt. Am Donnerstag bleiben die US-Börsen wegen des Feiertags Thanksgiving geschlossen und am Freitag findet an Wall Street nur ein verkürzter Handel statt. Dafür spielt die Musik im Detailhandel, weil die US-Konsumenten jeweils am Thanksgiving-Wochenende, vor allem am "Black Friday", die Zeit der Weihnachtseinkäufe einläuten.

Uhrenaktien tauchen nach Oktober-Exportzahlen

Gewinner und Verlierer halten sich bei den Standardwerten die Waage. Nach einem unerwartet starken Rückgang bei den Uhrenexporten im Oktober um über 16 Prozent büssen Swatch 3,5 Prozent ein und Richemont verlieren 2,3 Prozent.

Die Anteile von Novartis und Roche verlieren 0,8 und 0,6 Prozent. Die Aktien der Biotechnologiefirma Actelion legen dagegen 0,4 Prozent zu.

Die Papiere des Marktschwergewichts Nestlé geben 0,4 Prozent nach.

Die Aktien von Lafarge-Holcim legen 0,9 Prozent zu und zeigen sich unbeeindruckt von einer möglichen Senkung des Ratings. Die Rating-Agentur Moody's prüft eine Herabstufung der Bonitätsnoten des Zementkonzerns. Anlass sei die Ankündigung von Lafarge-Holcim, mehr Geld an die Aktionäre auszuschütten.

Finanzwerte auf Erholungskurs

Die Aktien der Banken und Versicherungen setzen zu einer Erholung an. Credit Suisse rücken um 0,8 Prozent vor und UBS steigen 1,0 Prozent. Auch die Vermögensverwalter Julius Bär, EFG International und Vontobel legen zu.

Die Familienaktionäre halten auch nach dem Tod des Patrons Hans Vontobel zur Bank Vontobel. Die Anlagevehikel der Familie schlossen einen neuen Aktionärsbindungsvertrag. "Die Familie steht auch in Zukunft fest zum Unternehmen und zu ihrem Engagement als Ankeraktionäre", erklärte Vontobels Enkelin Maja Baumann am Dienstag. Der Tod Vontobels im Januar hatte Spekulationen ausgelöst, dass die Familie ihre Beteiligung an der Bank zurückfahren könnte. Damit wollten sich die Aktionäre der Bank gegen eine unfreundliche Übernahme absichern, sagt ein Händler.

Die Anteile zyklischer Firmen zeigen sich uneinheitlich. Syngenta geben leicht nach und setzen damit den Negativtrend des Vortags fort.

(Reuters/cash)