Schweizer Börse dreht ins Plus - Novartis bremst

Die Schweizer Börse hat am Montag im Verlauf fester tendiert. Nach einem schwächeren Start drehte der Markt im Sog anziehender Kurse an der Wall Street in die Gewinnzone.
10.10.2016 17:30
Zum Wochenstart an der SMI-Spitze: Swiss Re.
Zum Wochenstart an der SMI-Spitze: Swiss Re.
Bild: Bloomberg

Kursabschläge bei den schwergewichtigen Novartis-Aktien bremsten die Erholung. Der SMI notierte nach einem Tagestief bei 8059 Punkten um 0,6 Prozent höher bei 8173 Zählern. Am Freitag war der Leitindex um 0,6 Prozent gefallen.

Positiv sei, dass nach dem zweiten Fernsehduell der Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump die Demokratin als Siegerin hervorgegangen sein dürfte, sagten Börsianer. Das gab den Märkten Auftrieb, weil sie als berechenbarer gilt, als ihr Rivale von den Republikanern. Zudem erholte sich der Ölpreis auf den höchsten Stand seit einem Jahr.

Vor dem Start in die US-Bilanzsaison, die am Dienstag nach Börsenschluss mit den Quartalszahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa beginnt, verlief das Geschäft in eher ruhigen Bahnen. Wegen des Columbus-Feiertags dürften laut Händlern manche US-Anleger dem Markt ferngeblieben sein.

Banken uneinheitlich

Die Aktien der Banken grenzten anfängliche Verluste ein und drehten teilweise gar ins Plus. "Die Marktteilnehmer sind wegen der Deutschen Bank stark verunsichert. Die Angst vor einer Ausweitung der Probleme bei der 'Deutschen' lastet weiter auf der Stimmung und dem Sektor", sagte ein Händler. Die Investoren seien vor allem enttäuscht darüber, dass die Unsicherheiten über die drohende Mega-Strafe aus den USA bei der IWF-Herbsttagung am Wochenende nicht aus der Welt geschafft werden konnten, sagte ein anderer Börsianer.

Die Titel der Credit Suisse notierten um 0,8 Prozent höher und die Aktien der UBS notierten zuletzt mit 0,1 Prozent im Plus.

Die Versicherungsaktien drehten ebenfalls nach oben. Dabei stachen die Anteile von Swiss Re mit plus 2,8 Prozent heraus. Swiss Re werde zwar auch durch den Hurrikan Matthew verursachte Schäden zu tragen haben. Diese dürften aber geringer als befürchtet ausfallen und für Swiss Re gut verkraftbar sein, schrieb ZKB-Analyst Georg Marti.

Die Aktien von Givaudan legten 0,3 Prozent zu. Der Aromen- und Riechstoffhersteller steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 6,4 Prozent auf 1,18 Milliarden Franken. Auf bereinigter Basis liege das Wachstums leicht unter den Erwartungen, kommentierten die Zürcher Kantonalbank (ZKB) und die Bank Vontobel. Zudem treten der langjährige Verwaltungsratspräsident Jürg Witmer und Finanzchef Matthias Währen zurück. Sie sollen durch Vizepräsident Calvin Grieder und Tom Hallam ersetzt werden. Hallam ist bei Givaudan zur Zeit Controlling-Chef.

Uneinheitlich waren die schwergewichtigen Pharmatitel. Während Novartis um 0,3 Prozent nachgaben, tendierten die Genussscheine von Roche um 1,1 Prozent höher. Beide Firmen haben auf der Krebskonferenz ESMO 2016 in Kopenhagen neue positive Studienergebnisse vorgestellt.

Die Aktien zyklischer Firmen tendierten bis zu einem halben Prozent leichter. Die Aktien von Syngenta notierten um 1,1 Prozent schwächer. Eine Sprecherin des Pflanzenschutzherstellers sagte, die Finanzierung der Übernahme durch ChemChina sei gesichert. ChemChina fahre mit der Refinanzierungsstrategie fort. Damit wies der Konzern im Markt kursierende Zweifel am Zustandekommen der 43 Milliarden Dollar schweren Übernahme durch ChemChina zurück.

Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB legten nach anfänglichen Kursabschlägen 0,8 Prozent zu. Die Papiere des Personalvermittlers Adecco machten Kurseinbussen mehr als wett. Die Titel des Pumpenherstellers Sulzer drehten ebenfalls in die Gewinnzone.

LafargeHolcim gewannen 1,4 Prozent. Der Zementkonzern verkauft seinen Anteil von 54,3 Prozent an der chilenischen Cemento Polpaico. Damit zieht sich der Zementkonzern gänzlich aus dem chilenischen Markt zurück. LafargeHolcim habe das Desinvestitionsziel für 2016 von 3,5 Milliarden Franken bereits übertroffen.

(Reuters)