Schweizer Börse: Ende der Erholung

Am Schweizer Aktienmarkt ist die jüngste Erholung vorerst gestoppt.
16.02.2016 13:00
Am Dienstag an der Schweeizer Börse wieder untendurch: Bankaktien.
Am Dienstag an der Schweeizer Börse wieder untendurch: Bankaktien.
Bild: Bloomberg

Der Leitindex SMI ist bereits kurz nach Handelsbeginn ins Minus gedreht und hat seine Verluste nach den jüngsten Neuigkeiten vom Ölmarkt bis zum Mittag noch ausgeweitet. So haben sich die grossen Förderländer Saudi-Arabien und Russland bei einem Treffen darauf geeinigt, die Fördermenge nicht zu verändern. An den Finanzmärkten hätten die Teilnehmer auf Förderkürzungen gehofft. Sie sollten den Ölmarkt nachhaltig stabilisieren.

Entsprechend verhalten fallen die ersten Kommentare über die Vereinbarung aus. "Im Grunde ist der Deal nicht viel wert", lautet das Urteil eines Händlers. Er schaffe nicht die Überkapazität aus dem Markt. Die Gründe für die Abwärtsspirale des Ölpreises hätten nach wie vor Bestand, ergänzt ein weiterer Marktteilnehmer. Dazu zählt unter anderem der Iran, der an die Ölmärkte zurückgekommen ist. Wie nervös der Handel ist, zeigt auch der Volatilitätsindex VSMI. Er notiert derzeit in etwa auf dem Niveau vom vergangenen August, als Sorgen um China die Finanzmärkte im Bann hielten.

Der SMI steht am Mittag um 0,3% tiefer bei 7824 Punkten. Seine Handelsspanne an diesem Tag reicht von 7904 Punkten im Hoch bis runter auf das bisherige Tief bei 7769 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,3% auf 1170 Punkte und der breite SPI 0,3% auf 8119 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln stehen 18 im Minus, 11 im Plus und Novartis unverändert.

Bankaktien kommen wieder unter die Räder

In diesem Marktumfeld sorgen vor allem nach vorne gerichtete Analystenkommentare für Verluste bei Nestlé (-0,4%) und einmal mehr den Aktien der drei Banken Credit Suisse (-2,2%), UBS (-1,8%) und Julius Bär (-1,4%). Beim Nahrungsmittelhersteller reagieren Investoren verschnupft auf eine negative Studie von Jefferies. Darin hatten die Analysten gefordert, dass sich der Konzern von seinem "Modell Nestlé" löst, um sich besser an die neuen Marktanforderungen anpassen zu können. Nestlé wird am Donnerstag die Jahreszahlen zeigen.

Eine Branchenstudie der US-Investmentbank J.P. Morgan lastet auf den Banken. Die Experten hatten die Anteilscheine der CS abgestuft und für die UBS das Kursziel gesenkt. Bei den europäischen Investmentbanken bestehe derzeit keine Liquiditätskrise, allerdings sei in einem umkämpften Marktumfeld mit tieferen Gewinnen zu rechnen, so die Experten.

Die beiden Pharmaschwergewichte Novartis (unverändert) und Roche (-0,1%) bieten nur bedingt Unterstützung. Dabei ist aus dem Handel zu hören, dass bei institutionellen Investoren das Interesse an den beiden Werten durchaus wieder gestiegen ist. Für Novartis seien die Erwartungen einer Kurserholung höher als für die Konkurrentin Roche, da die Aktien noch stärker gebeutelt worden seien.

Gewinner dünn gesät

Die Gewinnerliste unter den Bluechips ist am Mittag stark ausgedünnt. Ein Trend ist unter den Gewinnern nicht auszumachen. Swatch-Aktien (+1,2%) sind Spitzenreiter, gefolgt von SGS (+0,9%) und Galenica (+0,7%).

Insgesamt ist das Nachrichteumfeld an diesem Tag überschaubar. Im breiten Markt vollführen die Anteilsscheine von Charles Vögele (unverändert) einen Achterbahnkurs. Wie am Morgen bekannt wurde, hat sich der Grossaktionär Teleios von einem Grossteil seines Anteils am Bekleidungskonzern getrennt. Diesen hält nun der Elarof Trust aus Neuseeland.

Comet-Aktien (+4,0%) sind nach Zahlen gesucht. Die Gruppe hatte am Vorabend überraschend erste Einblicke in das Geschäftsjahr 2015 gewährt. Lem (+1,2%) zeigen sich ebenfalls fest nach Zahlen. Der Komponentenhersteller steigerte im dritten Quartal Umsatz und Betriebsgewinn.

Auffällig ist, dass zahlreiche der kleineren Gesundheitswerte sehr deutlich zulegen. Die Anteilsscheine von Santhera Pharma (+3,8%), Ypsomed (+,5%) und auch Molecular Partners (+1,4%) ziehen deutlich an.

(AWP)