Schweizer Börse erholt sich im Schatten der Wall Street

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch anfängliche Verluste im Sog der anziehenden Wall Street aufgeholt und sich im späten Geschäft gehalten präsentiert.
03.08.2016 17:40
Zum Schluss wars eine Nullnummer: Die Schweizer Börse am Mittwoch.
Zum Schluss wars eine Nullnummer: Die Schweizer Börse am Mittwoch.
Bild: cash

Die Anleger seien aber weiterhin verunsichert und hielten sich zurück. Angesichts der fallenden Ölpreise sowie durchzogener Firmenabschlüsse und Konjunkturzahlen hätte sich keine klare Richtung durchgesetzt, heisst es. Der SMI steht zum Börsenschluss bei 8010 Punkten praktisch auf Vortagesniveau. Händlern zufolge ist der Index dabei, sich um die Marke von 8000 Zählern einzupendeln. "Wir können das ganze unter der Rubrik Gewinnmitnahmen und längst fällige Konsolidierung abhaken", sagt ein Börsianer.

Zudem wolle sich vor der Arbeitsmarktstatistik der US-Regierung am Freitag, der als ein massgeblicher Faktor für die Geldpolitik der Fed gilt, niemand exponieren. Erste Hinweise auf die Jobentwicklung in der weltgrössten Volkswirtschaft lieferte die private Arbeitsagentur ADP. Demnach schufen US-Firmen im Juli 179'000 neue Stellen - mehr als von Analysten erwartet, die im Schnitt 170'000 prognostiziert hatten.

Im Rampenlicht stand die GAM Holding. Die Aktien des Vermögensverwalters brechen nach den Halbjahreszahlen 13,3 Prozent ein. Der Gewinn halbierte sich in den ersten sechs Monaten wegen der Zurückhaltung vieler Kunden angesichts der unsicheren Zukunftsaussichten nahezu auf 55 Millionen Franken. Auch für den Rest des Jahres erwartet das Unternehmen ein schwieriges Umfeld. Die Aussichten für GAM seien trübe und die Geldabflüsse noch stärker als befürchtet, erklären die Analysten der Zürcher Kantonalbank. Der Rückgang der verwalteten Vermögen sei wie eine Gewinnwarnung, weil GAM dadurch künftig Gebühreneinnahmen verloren gehen.

Actelion-Aktie im Verkauf

Bei den Bluechips verlieren die Actelion-Aktien 1,3 Prozent. Die US-Apothekenkette CVS Health führt das Lungenmedikament Opsumit der Biotech-Firma im kommenden Jahr nicht mehr auf der Liste ihrer Standardarzneien. Das Unternehmen managt die Medikamentenversicherungen vieler Amerikaner.

Die Aktien von Novartis legen 0,4 Prozent zu. Das vom Pharmakonzern entwickelte Brustkrebsmedikament LEE011 wird von der US-Arzneimittelbehörde FDA als Therapiedurchbruch (Breakthrough Therapy Designation) eingestuft. Die auch unter dem Namen Ribociclib bekannte Arznei könnte damit schnell auf den Markt kommen. Doch CVS strich die Blutkrebsmedikamente Glivec und Tasigna von ihrer Medikamentenliste.

Die Anteile von Roche sinken um 0,6 Prozent. Mit den Nestlé-Aktien schwächt sich ein weiteres Index-Schwergewicht um 0,5 Prozent ab.

Die Bankaktien setzten nach einer schwächeren Eröffnung zu einer Erholung an und machen nach dem Kurssturz vom Dienstag etwas Boden gut. Credit Suisse steigen um 0,9 Prozent und UBS legen 0,6 Prozent zu. Die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär erholten sich nach anfänglichen Verlusten. Rivale Vontobel dagegen büsst 2,1 Prozent an Wert ein.

Zykliker meist auf der grünen Seite

Die Aktien zyklischer Firmen notieren meist leicht fester. Adecco und Sulzer machen anfängliche Verluste wieder wett. ABBGeberit und Clariant geben nach. Richemont, Swatch und Lafarge-Holcim gewinnen zwischen 0,6 und 1,3 Prozent. Der Zementkonzern strafft sein Geschäft in China weiter und verkauft eine Beteiligung an der Lafarge China Cement mit einem Firmenwert von 208 Millionen Franken an die Huaxin Cement.

Nach einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux steigen die Aktien von DKSH um 1,2 Prozent auf 67,40 Franken. Der Broker hat die Analyse des Handelskonzerns mit dem Rating "Buy" und einem Kursziel von 76 Franken aufgenommen.

Ein besser als erwarteter Halbjahresabschluss schiebt die Aktien von Belimo 6,7 Prozent hoch. Die Titel von Schmolz+Bickenbach reagieren mit einem Kursgewinn von 4,8 Prozent auf eine bessere Empfehlung der ZKB, die den Stahlwert auf "Marktgewichten" von "Untergewichten" hoch stufte.

(Reuters)