Schweizer Börse erholt sich nach drei Tagen mit Verlusten

Die Schweizer Börse hat am Dienstag nach drei Sitzungen mit Verlusten den Vorwärtsgang eingelegt.
13.09.2016 11:05
Am Dienstagmorgen die SMI-Überfliegerin: Lafarge-Hoöcim-Aktie
Am Dienstagmorgen die SMI-Überfliegerin: Lafarge-Hoöcim-Aktie

Mit Rückenwind von Zinshoffnungen steigt der SMI bis 11 Uhr um 0,4 Prozent auf 8236 Punkte. Am Vortag hatte der Leitindex 0,7 Prozent nachgegeben. Gesucht sind vor allem Finanzwerte und zyklische Titel.

Abebbende Sorgen der Anleger vor einer baldigen Erhöhung der US-Zinsen lösten Händlern zufolge den Stimmungsumschwung aus. Die Gouverneurin der US-Notenbank Fed, Lael Brainard, warnte vor einem zu frühen Ende der ultra-lockeren Geldpolitik. Anders als viele Experten meinten, könnte der Arbeitsmarkt die Vollbeschäftigung noch nicht erreicht haben.

Spitzenreiter im SMI sind Lafarge-Holcim mit einem Plus von 1,6 Prozent. Der Zementkonzern sieht sich auf Kurs, die Ziele für das laufende Jahr und auch für 2018 zu erreichen, wie es auf einem Analystenanlass hiess. Die Titel der baunahen Unternehmen Geberit und Sika legen jeweils 0,2 und 0,5 Prozent zu.

Ebenfalls in der Gunst der Anleger stehen Banken. Die Aktien von Credit Suisse und Julius Bär gewinnen jeweils rund ein halbes Prozent. Diejenigen der UBS geben nach anfänglichen Gewinnen allerdings 0,3 Pronzent ab. Einen Kurssprung von 10 Prozent verbuchen Partners Group. Die Anleger greifen nach den Aktien des auf Private Equity-Anlagen spezialisierten Vermögensverwalters, nachdem Partners Group mit einem Halbjahresgewinn von 254 Millionen Franken die Analystenerwartungen deutlich übertroffen hatte.

Gefragte Zykliker

Auch Zykliker legten zu. Swatch gewinnen 1,2 Prozent, der zweite grosse Luxusgütertitel Richemont 1,1 Prozent. ABB werden mit 21,81 Franken und damit um 0,9 Prozent höher als am Vorabend angeschrieben. Grossaktionär Cevian erhöht den Druck auf das Management des Elektrotechnikkonzerns. Der Chef des Hedgefonds, Christer Gardell, forderte in einem Interview die Abspaltung und separate Börsenkotierung des Netzwerkgeschäfts. Damit dürfte der Wert je bestehende ABB-Aktie auf mindestens 35 Franken je Aktie steigen, ergänzte ein Sprecher.

Während Roche und Novartis jeweils gut ein halbes Prozent gewinnen, schwingen zwei kleinere Titel aus der Gesundheitsbranche oben aus. Santhera steigen 2,1 Prozent, Basilea 2,4 Prozent. Basilea profitiert von einer Liefer-, Vertriebs- und Lizenzvereinbarung mit der Grupo Biotoscana für die Antipilzmittel Isavuconazol und Ceftobiprol. Basilea erhält für beide Medikamente Abschlagszahlungen in Höhe von insgesamt elf Millionen Franken und hat Anrecht auf weitere Zahlungen, die an das Erreichen regulatorischer und kommerzieller Meilensteine geknüpft sind. Santhera hat zusätzliche Phase-III-Daten zur Arznei Raxone vorgelegt, die Firmenangaben zufolge die Vorzüge des Wirkstoffs zur Behandlung von Patienten mit der Muskelerkrankung DMD belegen.

Auf der Verliererseite sind Assekuranzwerte zu finden. Der Rückversicherer Swiss Re und der Lebensversicherer Swiss Life sinken jeweils um 0,4 Prozent. Vaudoise sacken gar um 3 Prozent ab. Die Waadtländer Gesellschaft hat im ersten Halbjahr wegen hoher Schäden im Juni und einem schlechteren Anlageergebnis einen Gewinnrückgang auf 60,2 Millionen Franken verbucht. Für 2016 erwartet das Unternehmen ein Ergebnis unter dem Vorjahresniveau.

(Reuters/cash)