Schweizer Börse fällt weiter

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch die Talfahrt fortgesetzt. Stark unter Druck standen die Aktien von Banken und zyklischen Firmen.
06.07.2016 12:39
Im Regen: Zentralen der UBS (links) und Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich. Die Aktien der Grossbanken geben am Mittwoch nach.
Im Regen: Zentralen der UBS (links) und Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich. Die Aktien der Grossbanken geben am Mittwoch nach.

"Die Anleger haben auf 'Risk off Modus' umgeschaltet", sagte ein Händler. Der SMI büsste 1,1 Prozent auf 7858 Punkte ein. Am Dienstag war der Leitindex um 1,4 Prozent gefallen.

Der Markt sei dabei, die Erholung nach dem Kursrutsch nach der Brexit-Abstimmung zu konsolidieren. Die Anleger seien nervös, sagten Händler. Viele Marktteilnehmer wollten Risikopositionen abbauen und in defensivere Anlagen umschichten. Das Angstbarometer der Börse, der Volatilitätsindex stieg um vier Prozent auf 20,6 Zähler.

Händler hofften, dass die US-Konjunkturzahlen, die im Laufe der Woche veröffentlicht werden, eine festere Tendenz einleiten könnten. Im Fokus stehen der ISM Einkaufsmanagerindex und die Zahlen zur Entwicklung am Arbeitsmarkt. Zudem werden am Abend (MESZ) die Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung veröffentlicht. Diese könnten Hinweise auf Zeitpunkt und Tempo der geplanten US-Zinserhöhungen geben, hiess es.

Finanzwerte unter Druck

Europaweit standen die Aktien von Finanzhäusern unter Druck. Der Branchenindex verlor 1,6 Prozent. Zu den grössten Verlierern zählten die Aktien der Grossbank UBS mit minus 3,4 Prozent. Die Titel von Rivale Credit Suisse sanken um zwei Prozent auf 9,87 Franken und notierten erstmals unter der psychologisch wichtigen Schwelle von zehn Franken. Bei 9,81 Franken verzeichneten die Aktien ein Rekordtief. Zum aktuellen Kurs würde ein Übernahmeangebot nicht mehr überraschen, hiess es am Markt.

Die Titel von Julius Bär sanken um zwei Prozent. UBS und Bär verbuchten ein Jahrestief.

Die Papiere des Vermögensverwalters EFG sackten um 3,5 Prozent ab. GAM fielen um gut ein Prozent. EFG will auf einer ausserordentlichen Generalversammlung am 26. Juli zusätzliches genehmigtes Kapital von 15 Millionen Aktien schaffen.

Die Banken leiden neben der Furcht vor den Folgen eines Brexit auch darunter, dass der italienische Bankensektor unter einem hohen Berg von faulen Krediten ächzt. Die italienische Regierung plant derzeit nach Angaben von Vertretern des Finanzministeriums keine Massnahmen zur Unterstützung der angeschlagenen Traditionsbank Monte Paschi.

Die Aktien der Versicherer blieben von Abgaben nicht verschont und büssten zwischen 1,5 und zwei Prozent ein.

Dagegen schlugen sich die Aktien der als krisenresistent geltenden Pharmafirmen Novartis, Roche und Actelion mit Einbussen von weniger als einem halben Prozent vergleichsweise gut. Die Biotechfirma Actelion startet eine Phase-III-Studie zum Einsatz des Lungenmittels Opsumit bei Kindern mit Lungenhochdruck (PAH). Die Studie werde bis zu sechs Jahre dauern.

Nestle, ein weiteres defensives Schwergewicht, sanken um 0,6 Prozent. Die Titel des Pflanzenschutzherstellers Syngenta ermässigten sich um 0,1 Prozent.

Die Assekuranzwerte tendierten mehrheitlich ebenfalls schwächer. Swiss Life büssten 1,5 Prozent ein.

Die Aktien zyklischer Firmen stimmten ebenfalls mehrheitlich in den Rückzug ein. ABB, Clariant und Geberit fielen gegen ein Prozent. Adecco setzten die Talfahrt vom Vortag fort. Swatch und Richemont büssten mehr als 1,5 Prozent ein.

Gegen den Trend legten die Aktien von Schindler leicht zu. Der Rolltreppen- und Lifthersteller kooperiert mit GE Digital. Gemeinsam wollten die Unternehmen das Potenzial des industriellen Internets im Aufzugs-, Fahrtreppen- und Smart Building-Bereich realisieren.

Gewinnmitnahmen drückten die Aktien von Von Roll um zehn Prozent ins Minus. Der Titel war am Dienstag nach Ankündigung eines Sparprogramms kräftig gestiegen.

(Reuters)